400 Kasten an einem Tag

Verkauf hat begonnen: Das St. Veiter Märzen floss gleich in Strömen

Reinhard (links) und Franz Dömling haben sich gleich sieben Kästen gesichert
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Reinhard (links) und Franz Dömling haben sich gleich sieben Kästen gesichert
  • Karlheinz Jaensch
    vonKarlheinz Jaensch
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Großer Ansturm auf neues Bier: Schon an Tag eins herrschte große Nachfrage nach Bier aus der Rottstadt.

Neumarkt-St. Veit – Am Donnerstag um 11 Uhr herrschte in Neumarkt-St. Veits Peter-Hans-Straße großes Gedränge. Für das lang angekündigte St. Veiter Märzen hatte der Verkauf begonnen. Zur Verkaufseröffnung waren alle Verantwortlichen dieser „Vatertagsaktion“ vertreten. Brauereidirektor Reinhard Müller vom Müllerbräu Neuötting mit Braumeister Harald Haag, die Initiatoren Richard Hirschberger und Hanjo Hellfeuer sowie Jutta und Vater Rudi Berghammer vom Verkauf.

Sie gaben um 11 Uhr das Zeichen für den Verkaufsbeginn, der einen Ansturm zur Folge hatte. Abends waren dann 400 Kasten Bier über die Ladentheke gegangen. Es gibt nur noch einen Restbestand. Doch keine Angst: Der nächste Sud ist in Arbeit. „Den gibt es ab März“, verkündet Hellfeuer, sichtlich überwältigt vom Erfolg.

Hellfeuer und Hirschberger haben ihren Plan in die Tat umgesetzt

Die Macher des St. Veiter Bieres: Richard Hirschberger (links) und Hanjo Hellfeuer.

Mit Richard Hirschberger setzte Hellfeuer diese Aktion am Vatertag 2019 in Gang, als sie über Gerstenanbau und Ernte sowie über Hopfeneinkauf und dergleichen debattierten und dies mit einem weiteren Teilnehmer dieser illustren Runde, dem Müllerbräu, gleich abgestimmt haben. „Wollen wir ratschen oder tun? Es war keine Frage. Wir spuckten in die Hände und taten alles, was nötig war fürs Brauen des St. Veiter Märzen.“ Die Inspiration holten sich Hellfeuer und Hirschberger schon vor Jahren über Braurezepte vom letzten St. Veiter Braumeister Löcherer. „Und jetzt sind wir glücklich, dass der erste Sud, über 5000 Liter Märzen, gebraut, abgefüllt und zum Verkauf steht. Der Andrang hier freut uns.“ Natürlich sehen die beiden den Erfolg als Verpflichtung an.

Man kennt sich vom Harleyclub in Landshut

Das erste Tragerl kaufte Brigitte Bauer aus Mühldorf.

Die Kundschaft kam aus dem ganzen Landkreis. Das erste Tragerl kaufte Brigitte Bauer aus Mühldorf. Die 59-Jährige gibt zu: „Unbedingt wollte ich die Erste sein, die dieses Bier kauft. Ich kenne Richard sehr gut vom Harleyclub Landshut und weiß, dass er ein Spitzenbier brauen kann. Mit meinem Mann werden wir es uns nun schmecken lassen.“

Lesen Sie dazu auch: Seit 1984 kein Bier aus Neumarkt-St. Veit – Rückblick auf Durststrecke, die am Donnerstag endet

Altbürgermeister spricht sogar von einem Feiertag

Rudi Berghammer zapfte nur einmal Original-Klosterbier.

Sogar von einem Feiertag sprach Altbürgermeister Rudi Berghammer (83). „Zuerst als Stadtrat, später als Bürgermeister hatte ich mich sehr für den Erhalt der St. Veiter Brauerei eingesetzt. Leider vergeblich.“ Am 1. Mai 1984 habe seine Amtszeit als Bürgermeister begonnen. Am 8. Juni 1984 hatte er das Volksfest mit dem Anzapfen eröffnet. Es war das letzte Mal mit St. Veiter Klosterbier. „Das war ein herber Schlag für uns. Aber heute gibt’s wieder Neumarkter Bier. Und es schmeckt!“

Sieben Kästen mitnach Hause genommen

Franz Haindlfinger erinnert sich noch ans Klosterbier.

Reinhard und Franz Dömling aus Neumarkt kauften gleich sieben Tragerl. „Wir sind begeistert vom St. Veiter Märzen. Wir kennen den Vorgänger aus Erzählungen und wollen uns vom guten Geschmack überzeugen.“ Freilich mögen sie Bier gern, aber ein St. Veiter Bier sei halt etwas Besonderes. Und sie versprechen: „Ein bisserl was geben wir unseren Freunden schon ab.“

Franz Haindlfinger (69) erklärt: „Freilich kenne ich das Bier noch von früher und habe es in bester Erinnerung. Das neue Märzen habe ich auch probiert und bin ganz begeistert von dem Geschmack. Jetzt habe ich mir erst einmal zwei Tragerl gesichert. Dabei wird es wohl nicht bleiben.“

Mit Plakette zum Getränkeladen

Hubert Liebl trägt mit Stolz eine Plakette am Pulli.

Auch Hubert Liebl sicherte sich den Gerstensaft: „Dass wir Kaufleute in Neumarkt-St. Veit zusammenhalten, ist selbstverständlich. Und wenn es ein Original wie unser Bier gibt, dann kauft man so was. Und wenn es so gut schmeckt, dann genießt man das auch.“ Aus lauter Freude hatte er sich eine Plakette mit St. Veiter Widmung ans Revers geheftet. „Ich trage sie an diesem Festtag mit Stolz!“

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