Aus dem Gemeinderat

Sprit, Zeit und Kosten sparen: Erharting will das Streusalz zukünftig selbst lagern

Die Gemeinde Erharting will sich zukünftig zeitintensive Fahrten nach Töging sparen und das Streusalz selbst einlagern. Dazu sollen zwei mobile Streusalzsilos am Bauhof aufgestellt werden.
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Die Gemeinde Erharting will sich zukünftig zeitintensive Fahrten nach Töging sparen und das Streusalz selbst einlagern. Dazu sollen zwei mobile Streusalzsilos am Bauhof aufgestellt werden.

Bürgermeister Matthias Huber soll Angebote für zwei mobile Streusalzsilos einholen – doch rechnet man mit einer langer Lieferzeit. Gemeinderat Grandl fordert eine genaue Berechnung.

Erharting – Weil der bisherige Ankauf von Streusalz in der Nachbargemeinde auf Dauer zu teuer ist, strebt Erharting nun die Lagerung von eigenem Streusalz an. Zwei mobile Streusalzsilos sollen den Bauhofmitarbeitern die Arbeit zukünftig erleichtern. Der Gemeinderat befürwortete die Anschaffung, machte dies aber von einigen Bedingungen abhängig.

30 Kubikmeter sind pro Silo angedacht

Konkret ging es in der jüngsten Sitzung um einen Durchführungsbeschluss für den Erwerb und das Aufstellen von zwei mobilen Streusalzlagersilos, die jeweils ein Fassungsvermögen von jeweils 30 Kubikmeter haben. Die Silos, die dem sich gemeindlichen Winterdienst zur Verfügung stehen sollen, sollen an der Maschinenhalle am Fischerweg aufgestellt werden, wie es dazu in der Sitzung hieß.

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Bislang lädt der Winterdienst in Töging auf

Zum Sachverhalt erklärte die Verwaltungsgemeinschaft, dass das für den Winterdienst in der Gemeinde Erharting benötigte Streusalz derzeit von der Stadt Töging bezogen werde, soweit der noch vorhandene, in Big-Bags abgefüllte Streusalzbestand nicht ausreicht. Im Durchschnitt wurden – mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre – 34,19 Tonnen Streusalz pro Jahr benötigt. Der niedrigste jährliche Wert lag laut Geschäftsstellenleiter Georg Wagenbauer bei 25,52 Tonnen und der höchste bei mehr als doppelt so viel, bei 53,18 Tonnen. Diese Werte stellen auf den Zeitpunkt des Kaufs, nicht des Verbrauchs ab, wie Wagenbauer betonte.

In Niederbergkirchen ist die Entscheidung bereits gefallen:Zwei mobile Silos für 25.000 Euro

Bei nur einem Silo kann es zu Engpässen kommen

„Für den Betriebsablauf des Winterdienstes wäre es äußerst förderlich, eine ortsnahe Streusalzlagermöglichkeit einzurichten“, betonte Wagenbauer. Dies könnte mit zwei mobilen Streusalzlagersilos zu je 30 Kubikmeter beziehungsweise 36 Tonnen an der Maschinenhalle am Fischerweg realisiert werden. Würde nur ein Silo beschafft werden, wäre das Zeitfenster für eine Nachlieferung im Winter äußerst kurz, da ein Silozug circa 26 Tonnen fasse, wurde in der Sitzung vor Augen geführt.

Der Zeitaufwand für eine einmalige Beladung in Töging betrage laut Ausführung der Verwaltung circa 40 Minuten. Dieser Zeitaufwand würde sich bei dem Standort am Fischerweg auf circa 15 Minuten reduzieren. Ausgehend vom vorher genannten Durchschnittsverbrauch seien pro Winter circa 26 Fahrten notwendig.

Jährliche Einsparung alleine beim Streusalz: knapp 1000 Euro

Neben der Zeitersparnis könnten beim Streusalzbezug Einsparungen erzielt werden, wie auch Bürgermeister Matthias Huber (UWG) als Argument heranzog. Derzeit beträgt der Preis beim Bezug über die Stadt Töging pro Tonne circa 110 Euro. Bei einem Direktbezug ist von einem Preis pro Tonne von circa 80 Euro auszugehen. Demnach wäre eine jährliche Einsparung von circa 1000 Euro alleine beim Streusalzbezug möglich, erfuhren die Gemeinderatsmitglieder.

Ausgehend von den genannten Werten und Annahmen ist von einem Amortisationszeitraum von circa 30 Jahren auszugehen, rechnete schließlich Wagenbauer vor.

Anschaffung in 30 Jahren amortisiert

Laut Kostenschätzung der Verwaltung belaufen sich die Kosten pro mobilem Streusalzlagersilo auf ca. 25 000 Euro brutto. Die Lieferzeit wurde mit etwa sechs Monaten angegeben.

Gemeinderatsmitglied Georg Grandl (UWG) forderte, dass dieses Vorhaben genau berechnet werden solle, denn er befürchtete eine nicht rentable Geldausgabe. Der Bürgermeister soll Angebote einholen,

Silos sollen an der Maschinenhalle aufgestellt werden

Im einstimmigen Beschluss (8:0) wurde dann festgehalten, dass der Gemeinderat vom Sachverhalt und der überschlägigen Kostenschätzung der Verwaltung Kenntnis genommen. Der Bürgermeister wurde damit beauftragt, für ein beziehungsweise zwei mobile Streusalzlagersilos mit je 30 Kubikmeter Fassungsvermögen, die an der Maschinenhalle am Fischerweg aufgestellt werden sollen, Angebote einzuholen. (fuh)

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