SPD-Stadtratsfraktion hakt nach, will Diskussion um Gestaltung des Stadtplatzes weiterführen

Rechts Granit, links Klinker:Auch für die roten Pflastersteine fordert die SPD die Errichtung einer Musterfläche. „Im tertiären Hügelland gibt es Lehm, aber keinen Granit!“, begründet die SPD ihre Sympathie gegenüber Klinker, um das „Alleinstellungsmerkmal des Stadtplatzes“ beizubehalten. Enzinger
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Rechts Granit, links Klinker:Auch für die roten Pflastersteine fordert die SPD die Errichtung einer Musterfläche. „Im tertiären Hügelland gibt es Lehm, aber keinen Granit!“, begründet die SPD ihre Sympathie gegenüber Klinker, um das „Alleinstellungsmerkmal des Stadtplatzes“ beizubehalten. Enzinger

Anfahrtsschwelle neu bewerten, Baumpflanzungen überdenken und Klinkermusterfläche als Alternativvorschlag: Sozialdemokraten bringen drei weitere Anträge zur Stadtplatzsanierung ein. Alles am Donnerstag Thema im Neumarkt-St. Veiter Stadtrat

Neumarkt-St. Veit – „Wir haben uns erlaubt, die in der letzten Bürgerinformation bezüglich Stadtplatzsanierung aufgeworfenen Fragestellungen aus der Bevölkerung in Anträge zu gießen“ – so beginnt das Anschreiben von SPD-Stadtrat Ulrich Gelinger an den Neumarkt-St. Veiter Bürgermeister Erwin Baumgartner, dem er auch einige Anträge angefügt hat. Diese werden schon bei der nächsten Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag, 31. Oktober, auf die Tagesordnung kommen (Beginn der Sitzung um 18.30 Uhr).

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Gleich drei Anregungen hat die SPD um die Stadtratsmitglieder Ulrich Geltinger und Ludwig Spirkl aus der Bürgerbeteiligung vor einer Woche im Herzoglichen Kasten mitgenommen und sogleich als Anträge formuliert.

Antrag Nummer eins: Anfahrtsschwelle

Das mit der Oberflächenplanung befasste Ingenieurbüro soll beauftragt werden, Alternativen zu der bisher geplanten sechs Zentimeter hohen Anfahrschwelle zu erarbeiten. Das Ergebnis sei dann dem Stadtrat vorzustellen.

Als Begründung ihres Antrages führte die SPD an, dass die bisher im Plan enthaltene Anfahrschwelle eine Stolperfalle darstelle. „Besonders für ältere und sehbehinderte Personen geht von der geplanten Abgrenzung eine permanente Sturzgefahr aus.“ Nicht nur das: „Auch bei Festen am Stadtplatz dürfte sich dieses Hindernis als wenig vorteilhaft erweisen“, finden die beiden Mandatsträger der SPD.

Antrag Nummer zwei: Baumpflanzung

Bezüglich der geplanten Baumpflanzungen im Rahmen der Stadtplatzsanierung fordert die SPD in ihrem Antrag, ein Gutachten zu den Auswirkungen der Maßnahme auf das Kleinklima im Stadtplatz zu beauftragen. „Hierbei ist auf einen Vergleich der bisherigen Planung mit der Beibehaltung der straßenbegleitenden Baumbepflanzung abzustellen. Das Gutachten ist dem Stadtrat vorzustellen“, heißt es in dem Schriftstück. Diesen Antrag begründet die SPD damit, dass seit über 100 Jahren Bäume die Straße durch unseren Stadtplatz säumen würden.

Die bisherige Planung sehe jedoch nurmehr punktuelle Baumgruppen um die beiden Stadtbrunnen vor. „Die letzten beiden Sommer haben veranschaulicht, mit welchen Temperaturen wir zukünftig zu rechnen haben, somit halten wir es für notwendig, benannte Maßnahme einer wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen.“ Als notwendiger Bestandteil der Gesamtmaßnahme müsste diese zuschussfähig sein, meint die SPD dazu.

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Antrag Nummer drei: Klinkermusterfläche

Ausführlicher gestaltet die SPD ihr drittes Ansinnen aus. Dabei geht es um die Errichtung einer Musterfläche aus verschiedenen Hartbrandklinkerplatten, analog der neuenPflasterflächen vor dem alten Rathaus. „Die Verlegung ist ungebunden im Bestand durchzuführen, von einer Gehsteigabsenkung ist abzusehen“, fordert die SPD in ihrem Antrag. Die Auswahl des Musterpflasters habe durch den Bauausschuss zu erfolgen, eine erneute Bürgerbeteiligung sei ebenfalls durchzuführen.

Bei der zuletzt durchgeführten Bürgerinformation, so die SPD, sei klar zu Tage getreten, dass neben des in der bisherigen Musterfläche verwendeten Granites auch der Einsatz von Hartbrandklinkern in Erwägung gezogen werden sollte.

Die SPD sieht darin einige Vorteile: Zum einen weniger Lichtreflexion und damit weniger Vereisung im Winter. Weiterer positive Nebeneffekte wären die farbliche Abgrenzung von den granitbelegten Fahr- und Parkflächen sowie eine bessere Orientierung für Sehbehinderte. Durch die Alternative mit Klinker würde das Alleinstellungsmerkmal des Stadtplatzes beibehalten, meint die SPD, die dann auch noch geologisch-historische Aspekte in der Begründung einbringt: „Im tertiären Hügelland gibt es Lehm, aber keinen Granit!“

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In der Finanzierung sieht die SPD kein Problem, denn durch die Verlegung im Bestand seien keine hohen Kosten zu erwarten. „Da die Maßnahme eine Erweiterung der Bürgerbeteiligung darstellt, müsste sie zuschussfähig sein.“

Außerdem: Ergänzungs- und Klarstellungssatzung

Nicht die einzigen Themen im Sitzungssaal des Schlosses Adlstein. Auch mit der Klarstellungs- und Ergänzungssatzung „Dörfl“ beschäftigt sich das Gremium, das aufgerufen ist einen Aufstellungsbeschluss zu fällen. Dasselbe Verfahren steht auch bei der Klarstellungssatzung „Elsenbach“ auf der Agenda.

Außerdem diskutiert der Stadtrat über die Beteiligung am Sharing Förderprojekt LandMobil.

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