Provisorium wird gut angenommen

SPD Neumarkt-St. Veit will einen befestigten Gehweg – doch der Bauausschuss lehnt ab

Entlang der Weiherstraße gibt es unbefestigte Wege. Vor acht Jahren ließ Bürgermeister Baumgartner von der Hörberinger Straße bis zur Rott einen Trampelpfad erstellen. In Richtung Buchet gibt es lediglich einen schmalen Weg (Bild). Er fand: Bevor man über einen befestigten Weg nachdenkt, könnte man den Trampepfad bis nach Buchet verlängern.
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Entlang der Weiherstraße gibt es unbefestigte Wege. Vor acht Jahren ließ Bürgermeister Baumgartner von der Hörberinger Straße bis zur Rott einen Trampelpfad erstellen. In Richtung Buchet gibt es lediglich einen schmalen Weg (Bild). Er fand: Bevor man über einen befestigten Weg nachdenkt, könnte man den Trampepfad bis nach Buchet verlängern.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Das Provisorium entlang der Weiherstraße in Neumarkt-St. Veit wird gut angenommen – aber deswegen gleich asphaltieren? Ludwig Spirkl (SPD) steht mit seiner Meinung im Bauausschuss ziemlich alleine da.

Neumarkt-St. Veit– Er wird gut angenommen und ist dauerhaft notwendig – deswegen sollte der provisorische Fußweg entlang der Weiherstraße zu einem befestigten Fuß- und Radweg ausgebaut werden. Das findet zumindest die SPD-Stadtratsfraktion in Neumarkt-St. Veit, die einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte, gleichzeitig um die Prüfung möglicher Zuschüsse gebeten und auch die Berücksichtigung im Haushalt 2021 gefordert hat.

Aus dem Provisorium wurde eine endgültige Lösung

„Als wir das Provisorium errichtet haben war das mit dem Hinweis verbunden: Schauen wir wie er angenommen wird, dann könne man über einen regulären Fußweg nachdenken“, so leitete Ludwig Spirkl (SPD) den Grund des SPD-Antrages ein, verwies dabei auf vermeintliche Forderungen aus der Bevölkerung, die an ihn herangetragen worden seien.

Und wann teeren wir dann den Rottweg?

CSU-Stadtrat Wolfgang Hobmeier

Ein 7,50 Meter breiter Streifen wäre nötig

Eine Darstellung Spirkls, die Bürgermeister Erwin Baumgartner, umgehend korrigierte: „Den Weg haben nicht ,wir‘ errichtet. Den Trampelpfad habe ich als Bürgermeister umgesetzt!“ Für ihn sei der Weg, so wie er seit 2012 bereits gestaltet sei, mehr als ausreichend, „ich bin absolut dagegen, dass er nun befestigt werden soll. Es muss doch nicht alles zugepflastert werden. Das brauchen wir nicht“, betonte Baumgartner, der auch die technischen Schwierigkeiten ansprach. So sei für einen Geh- und Radweg ein Streifen von 7,50 Meter Breite notwendig. „Die Grundstücke bekommen wir nicht und spätestens bei der Brücke wäre er ohnehin zu Ende.“ Eine grundsätzliche Verlängerung des bestehenden Weges bis Buchet – das wäre schon eher eine Überlegung wert, so Baumgartner.

Auch über diese SPD-Anträge wurde im Bauausschuss beraten:

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Pfützen treiben Spaziergänger auf die Straße

„Was stört Dich denn an dem Weg?“, wollte Wolfgang Hobmeier (CSU) von Ludwig Spirkl wissen, worauf sich dieser dann zunächst auf die Optik des Weges bezog. Er sei ausgeschwemmt. „Wenn es regnet, entstehen Pfützen, sodass die Spaziergänger auf die Straße ausweichen müssten.“ Er gebe damit nur das wider, was ihm die Leute zutragen würden, sagte Spirkl.

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Baumgartner kann sich an keine Beschwerden im Rathaus erinnern

Das wiederum stichelte Hobmeier zu einer weiteren Frage an: „Und wann teeren wir dann den Rottweg?“ Dort gebe es nämlich ebenso Wasserlachen nach Regenfällen, wie Peter Hobmaier (UWG) ergänzte.

Baumgartner fügte an, dass sich im Rathaus noch niemand über den Weg an der Weiherstraße beschwert hätte. „Der Weg, so wie er ist und so wie wir einen weiteren in der Ludwig-Ganghofer-Straße angelegt haben, ist doch völlig ausreichend!“ Die Kosten für die Befestigung eines 200 Meter langen Gehweges an der Weiherstraße gab er mit knapp 100 000 Euro an.

Ein Asphaltweg für 100 000 Euro?

Und auch Peter Gruber (CSU) wäre bislang „nie auf die Idee gekommen, dass dieser Weg befestigt gehört“. Er mahnte jedoch an, dass dem Weg schon eine gewisse Pflege angediehen werden müsse, wenn etwa Büsche in den Weg hineinwachsen würden. Doch auch er war der Meinung: „es muss nicht immer alles versiegelt werden!“ Dieser Meinung schloss sich auch die Mehrheit des Bauausschusses an. Mit acht Stimmen wurde der SPD-Antrag abgelehnt, nur Ludwig Spirkl stimmte dafür.

Zur Geschichte des Trampelpfades

Es war ein Wunsch, den Neumarkter Bürger offenbar über die Hinweis- und Vorschlagszettel wiederholt zum Vortrag gebracht haben. Im Frühjahr 2012 dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht: In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Mühldorf (Straßenbaulastträger) und der Erzbischöflichen Finanzkammer (Grundstückseigentümer) entstand der 1,20 Meter breite Trampelpfad entlang der Weiherstraße, um damit eine sichere Verbindung von der Hörberinger Straße zum Rottweg zu schaffen. Die Kosten in Höhe von 10 000 Euro teilten sich damals Stadt und Landkreis.

Fünf Jahre später sogar um 200 Meter verlängert

Das Provisorium wurde fünf Jahre später verlängert: Der damalige CSU-Stadtrat Max Heimerl hatte in einer Stadtratssitzung Anfang Juli 2017 angeregt, den Weg nach der Brücke über der Rott nach Süden hin zu verlängern, und zwar auf der Länge von 200 Metern bis zum Abzweig der Weiherstraße. Dem Vorschlag wurde Folge geleistet.

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