"Sind auf dem richtigen Weg"

173 Folien umfasste die Präsentation von Bürgermeister Erwin Baumgartner, als er bei der Bürgerversammlung im Fruhmannhaus das vergangene Jahr auf Leinwand bannte. Den größten Teil nahm der Spatenstich zum Bau der Umgehungsstraße ein, der im April erfolgt ist.

Neumarkt-St. Veit - Seit 1936 werde bereits geplant, mittlerweile stünden bereits drei Brücken, mit der Fertigstellung der 7,6 Millionen Euro teuren Maßnahme sei bis Ende 2011 zu rechnen. Durchaus positive Nachrichten also, was die Realisierung der Umgehungsstraße betrifft.

Nach den Sicherungsmaßnahmen wird am heutigen Donnerstag der Bahnübergang in Hörbering für den Verkehr freigegeben. Ein Unfallschwerpunkt sei entschärft worden, so das Stadtoberhaupt. Keinen Erfolg gab es jedoch bei der Sanierung der Staatsstraße 2086 nach Massing. Einige Male sei die Stadt vorstellig geworden, doch bislang fehlten die Mittel, so Baumgartner.

An Straßenbaumaßnahmen nannte Neumarkts Bürgermeister die Straße von Gmain nach Reißlsberg, die bis Juni 2010 fertig gestellt sein soll, die Zufahrt Ostner in Thambach sowie das Bemühen um den Ausbau des Radwegenetzes, wie nach Brodfurth, wo es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Lohkirchen und Schönberg gebe. Die Grundstückseigentümer hätten der Planung zugestimmt. Doch sei Eile geboten: Die Fördermittel sind begrenzt auf 2009/2010

Großer Stolz über ausgebauten Bahnhof

Mehrere Millionen Euro seien im Wasser- und Kanalbau bereits verbaut worden. Bis 2021 habe die Stadt das weitere Bauprogramm für den Außenbereich beschlossen. Doch informierte Baumgartner darüber, dass eine Überarbeitung notwenig sei, da Bereiche, die laut Planung erst nach 2015 angeschlossen würden, nachrüsten müssten, "auch wenn das Bauprogramm beschlossen ist".

Beim oftmals im Stadtrat diskutierten Standort eines Funkmastens für Behörden mit Organisations- und Sicherungsaufgaben scheint sich nun eine Lösung abzuzeichnen: Baumgartner berichtete darüber, dass dieser nach neuestem Vorschlag etwa 50 Meter unterhalb des Hochbehälters errichtet werden soll.

Stolz zeigte sich der Bürgermeister über das Sanierungsergebnis beim Bahnhof. Dass er als Kulturbahnhof eine Bereicherung für die Stadt sei, davon hätten bereits darin durchgeführte Veranstaltungen wie die Ü60-Messe oder das Vitus-Musical gezeugt. Auch den Erwerb des Krabbeanwesens und auch dessen Sanierung verteidigte Baumgartner. "Wichtig ist beim Krabbehaus nicht das Haus, sondern das Grundstück mit 3000 Quadratmetern." Dass sich dieses bestens für einen Christkindlmarkt eigne, davon konnte man sich am vergangenen Wochenende überzeugen, so Baumgartner. Die Ausweisung eines Naturlehrpfades im Krabbegarten habe der Stadtrat außerdem beschlossen.

Anschließend beleuchtete Baumgartner die wirtschaftliche Entwicklung. Ein Arbeitskreis Wirtschaft/Stadtentwicklung sei ins Leben gerufen worden. Die Installation eines Bürgerbüros des Landratsamtes Mühldorf sei im Rathaus vorgesehen. Voraussetzung sei aber, dass Teile des Archivs ausgelagert würden, dann erst stünde ein Büro dafür zur Verfügung.

Was den Wegzug der Firma Streumaster betrifft, betonte Baumgartner, dass nicht der Grundstückspreis ausschlaggebend gewesen sei, sondern alleine das Gelände. Dies sei ihm von der Unternehmensführung schriftlich bestätigt worden. "Wenigstens sind die Arbeitsplätze in der Region geblieben", sagte Baumgartner dazu.

Zu den Beschwerden über das Gewerbegebiet an der Landshuter Straße sagte Baumgartner, dass die Lampen entlang des Geh- und Radwegs im Januar nächsten Jahres installiert würden. Zum Fürstenweg erklärte er, dass es sich um einen Lärmschutzwall handle, der kein öffentlich befahrbarer Weg sei, trotzdem aber von landwirtschaftlichen Maschinen benutzt werde.

Für Mittelschule ist ein Verbund notwendig

Thema seiner Ausführungen war auch die Entwicklung der Hauptschule zur Mittelschule. Um die dafür notwendigen Bildungsangebote zu gewährleisten stellte Baumgartner mögliche Varianten von Schulverbünden vor, vor dem Hintergrund, dass die Schülerzahlen in Neumarkt abnehmen werden. Ein Verbund, so Baumgartner, mit Mühldorf hätte dabei ebenso auf Jahre hinaus Bestand wie ein Verbund zusammen mit Buchbach und Ampfing. Nachteil: Es müssten unter Umständen Busfahrten in andere Schulen in Kauf genommen werden, abhängig von den gewählten Bildungsangeboten. Auch ein Verbund mit Massing und Gangkofen sei nicht auszuschließen. Mit einer Entscheidung rechnet Baumgartner Anfang des nächsten Jahres.

Um die Außenbereiche mit schnellem Internet zu versorgen, sei die Variante über Glasfaser zu teuer, informierte Baumgartner. Als Alternative böte sich eine Versorgung über die Firma Mvox an, die über Kupferleitungen der Telekom das Breitbandnetz ausbauen könnte. Schnelles Internet sei dann aber auf einen Vorwahlbereich beschränkt, deswegen will die Stadt Neumarkt mit den Gemeinden Gangkofen und Masing kooperieren. Diese hätten Bereitschaft signalisiert, Ende Dezember soll es ein Treffen geben.

In seinem Schlusswort stellte Baumgartner heraus: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Die finanzielle Lage ist stabil. Ein Ergebnis der guten und vorausschauenden Politik in den letzten Jahren." je

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