Herbert Dangl: „Jetzt sind alle unterwegs“

Im Dauereinsatz: Was die Winterdienste in Siegsdorf und Neumarkt-St. Veit gerade leisten

Herbert Dangl, der Leiter des Siegsdorfer Bauhofs.
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Herbert Dangl, der Leiter des Siegsdorfer Bauhofs.
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40 Zentimeter Neuschnee allein über die Nacht: Herbert Dangl und sein Team vom Siegsdorfer Bauhof haben jetzt alle Hände voll zu tun - wir haben mit ihm und seinem Kollegen Robert Amann aus Neumarkt-St. Veit gesprochen.

Siegsdorf/Neumarkt-St. Veit - „Wenn mal kurz nichts runterkommt, kann man wenigstens durchschnaufen“, sagt Herbert Dangl und schaut beim Fenster hinaus. Auf dem Bauhof in Siegsdorf (Kreis Traunstein) herrscht am frühen Dienstagnachmittag gähnende Leere - der ganze Fuhrpark ist ausgerückt. Doch die Situation war schon angespannter. „In der Nacht auf Dienstag sind bei uns 40 Zentimeter Schnee gefallen“, berichtet Bauhofleiter Dangl beim Besuch von chiemgau24.de. Ausnahmslos alle seiner 21 Kollegen werden gebraucht um Straßen und Gehsteige vom Schnee möglichst freizuhalten.

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Leiter des Bauhofs Siegsdorf: Um 3 Uhr läutet der Wecker

Schneemengen wie am Montag oder Dienstag sind noch kein Problem. „Sowas wirft uns nicht aus der Bahn“, erzählt Herbert Dangl. Der Schnee war locker. Nasser Pappschnee wäre gefährlicher gewesen: „Der kann sich richtig zusammenschieben und an den Schaufeln der Räumfahrzeuge picken bleiben.“ Beim lockeren Schnee wie jetzt sei die Herausforderung eher, dass er sich auf dem Asphalt schnell verdichtet - „aber da haben wir gut drübergesalzen“. Von schwereren Unfällen weiß Dangl nichts. Nur ein Lkw sei am Siegsdorfer Rathausberg - eine der heikelsten Stellen - am Montagabend hängengeblieben.

Kurz Salz nachfüllen, dann geht es wieder hinaus: Einer der Bulldogs des Siegsdorfer Bauhofs. Bis zu 100 Tonnen Streusalz hat man dort lagernd, in einem durchschnittlichen Winter werden 200 bis 300 Tonnen gebraucht.

An Tagen wie diesen läutet Dangls Wecker um 3 Uhr in der Früh. Kurz danach teilt er schon die Mitarbeiter ein, „und um 3.45 Uhr sind die ersten auf der Straße“. Der Siegsdorfer Bauhof ist „nur“ für die Gemeindestraßen zuständig, aber auch das sind über 100 Kilometer. Vom Schmalspurtraktor bis zum schweren Lastwagen, 15 Fahrzeuge sind bei starkem Schneefall im Einsatz. Dazu kommen insgesamt sieben Leute hinter Schneeschaufeln bzw. Schneefräsen. Gegen 20 Uhr kann im Normalfall Feierabend gemacht werden, die Kollegen auf den übergeordneten Straßen oder der Autobahn seien da länger unterwegs.

Schlecht geparkte Autos in Siedlungen werden zum Problem

Auch beim Bauhof in Neumarkt-St. Veit (Kreis Mühldorf) steht derzeit alles im Zeichen des Schnees. „Heute habe ich um 4 Uhr morgens angefangen. Ab Mittag räumt dann die zweite Schicht“, erklärt Robert Amann, Mitarbeiter im Bauhof in Neumarkt St. Veit, gegenüber innsalzach24.de. Zwei Lastwägen, zwei Unimogs, zwei kleine Traktoren, ein Fußtrupp und ein kleines Räumfahrzeug sind für die Stadt im Einsatz.

Für eine Runde – etwa rund 60 Kilometer - benötigt Amann knapp sieben Stunden. „Man fährt oft vor- und rückwärts, da kommt schnell eine große Distanz zusammen“, so der Bauhofmitarbeiter. Dabei werden Hauptstraßen und Berge als erstes geräumt. Und oft ist dabei der Schnee gar nicht das große Problem. „Wenn die Autos schlecht parken, können wir manchmal kaum durch die Siedlungen fahren“, schildert Amann.

Genauso wie in Siegsdorf steht jeden Tag ein Mitarbeiter um 3 Uhr auf, kontrolliert die Lage und entscheidet, ob geräumt oder gestreut werden muss. Anschließend werden die restlichen Mitarbeiter, die in Bereitschaft sind, angerufen und es heißt anrücken. In der Nacht vom Montag auf Dienstag sei es allerdings schon absehbar gewesen. „Da bin ich freiwillig schon um kurz vor drei aufgestanden.“, berichtet Amann. Ob sich das in den kommenden Tagen ändert?

xe/jz

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