„Sei ned zwida, sitz di nieda“: Niedertaufkirchener nutzten Lockdown zum Bankerl-Bauen

„Sei ned zwida, sitz di nieda“. Dieser Spruch ist auf der Bank eingraviert, die Michael Höllbauer, 20 und Jonas Brunnmeier, 19, zusammen mit ihrem Opa Martin Brunnmeier, 82, gebaut haben. Mit ihrer Bank haben sie den Wettbewerb gewonnen.Strasser
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„Sei ned zwida, sitz di nieda“. Dieser Spruch ist auf der Bank eingraviert, die Michael Höllbauer, 20 und Jonas Brunnmeier, 19, zusammen mit ihrem Opa Martin Brunnmeier, 82, gebaut haben. Mit ihrer Bank haben sie den Wettbewerb gewonnen.Strasser

„Ein neues Bankerl kaufen, das kann jeder. Wir haben uns gedacht: Machen wir einen Wettbewerb daraus“, freut sich Brigitte Sedlaczek, Familien- und Seniorenbeauftragten der Gemeinde Niedertaufkirchen, über den Erfolg des Bankerl-Bauens. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Von Sophia Strasser

Niedertaufkirchen – Niedertaufkirchener Bürger haben den Lockdown wegen Corona genutzt, um Hammer, Säge, Akkuschrauber in die Hand zu nehmen und Ruhebankerl zu bauen. Jetzt wurden die Kunstwerke prämiert.

Ausgangsbeschränkung ließ die Idee reifen

Begonnen hat alles mit der coronabedingten Ausgangssperre, erinnert sich Sedlaczek. „Auf einmal durften wir nichts mehr machen, nicht mehr in den Urlaub fahren oder in die Berge, wir mussten daheim bleiben.“ Da hätte man viel Zeit gehabt zum Spazieren gehen oder Rad fahren – oder man wird kreativ und zimmert eine Bank. „Uns war es wichtig, zu zeigen, die Leute hier halten zusammen. Gemeinsam können wir mit individuellen Bänken das Bild unseres Dorfes verschönern.“

Platz eins für Bank aus Naturholz

Am Samstag fand die Siegerehrung des seit Mai laufenden Wettbewerbs am Bauhof in Niedertaufkirchen statt. Fünf Teilnehmer hatten sich angemeldet, vier davon präsentierten nun der Jury ihre Werke.

Die Jury, bestehend aus Bürgermeister Sebastian Winkler, Altbürgermeister Sepp Wimmer und Gemeinderat Hans Häglsperger begutachteten die Bankerl. Und schnell war man sich einig: „Sieger sind Michael Höllbauer und Martin und Jonas Brunnmeier. Die Bank ist aus einem schönen Naturholz und ist an den ländlichen Stil hier bei uns angepasst.“

Und der Nachbar hat das Holz gestiftet

„Sei ned zwida, sitz di nieda“: Dieser Spruch ist auf der Bank eingraviert, die Michael Höllbauer, 20 und Jonas Brunnmeier, 19, zusammen mit ihrem Opa Martin Brunnmeier, 82, gebaut haben. „Wir haben die Flyer zu dem Wettbewerb gesehen. Und weil wir so etwas in der Art schon immer mal bauen wollten, haben wir beschlossen, mitzumachen“, erzählt Höllbauer. Jonas Brunnmeier erinnert sich: „Mitte August haben wir angefangen mit dem Bau der Bank.“ Schnell hätten die Beiden aber gemerkt, dass sie eben doch keine Schreiner sind. „Dann haben wir den Opa ins Boot geholt.“ Martin Brunnmeier ist gelernter Schreiner und hat die Enkel dann unterstützt. „Unser Nachbar Hubert Gruber hat uns das Holz für die Bank spendiert“, freut sich Martin Brunnmeier.

Ohne den Opa ging es nicht

Entstanden ist dann unter der Anleitung des Opas eine Bank aus Eichenholz mit dem einladenden Schriftzug. Der Bau der Bank hat sich gelohnt für die jungen Männer: Sie gewannen den Wettbewerb und damit ein 30-Liter-Bierfass. „Wir haben auch viel gelernt beim Bau. Es hat auf alle Fälle Spaß gemacht und wir würden jederzeit wieder mitmachen“, sagt Jonas Brunnmeier.

Nicht die letzte Veranstaltung dieser Art

Bürgermeister Sebastian Winkler blickt hochzufrieden auf das Projekt zurück: „Das war eine super Geschichte!“ Das Projekt sei so gut angekommen wie erhofft. „Für die erste Veranstaltung dieser Art sehe ich es als einen Riesenerfolg, dass sich von Anfang an gleich fünf Teilnehmer gemeldet haben.“ Der Wettbewerb soll nicht der letzte seiner Art bleiben, wenn es nach Bürgermeister Winkler ginge. „Besonders gefreut hat mich, dass auch die Jugend an so einem Wettbewerb interessiert ist.“

Die Geschichten zu den weiteren Bänken: Maibaum, Paletten und Rundform

Alex Schnürer, Muck Eder, Andreas Weber und Richard Wimmer, 45, das sind die „Trottel n.e.V.“. Die drei Männer schufen eine gerundete Bank mit Stahlfüßen. „Wir haben eine Feuerschale, um die herum steh auch so eine runde Bank. Daher kam die Idee für unsere Bank“, erzählt Schnürer. „Mit den Stahlfüßen kann die Bank auch gut in einer Wiese stehen.“ Vor circa fünf Wochen haben die Männer mit dem Bau der Bank begonnen. „Die Bank sollte um einen Baum herum stehen, vielleicht an der Schule.“Ein genauer Stellplatz für die Bank steht aber noch nicht fest.

Eine Bank in Weiß-Blau

Ein Maibaumbankerl für den Maibaum:Anneliese Schaber, 65, kam die Idee für ihr Bankerl, als sie die Teile des alten Maibaums im Pfarrgarten liegen sah. Ihr Mann Jakob setzte die Vorstellungen seiner Frau dann um Er baute aus den Stücken ein blau-weißes Bankerl. Für den 65-jährigen war das kein Problem: „Ich bin Schreiner, das war also nicht schwer. Aber es war eine schöne Beschäftigung für mich.“

Die Schabers stellen sich für ihr Bankerl einen Platz in der Nähe des Maibaums vor. „Ein Maibaumbankerl für den Maibaum, das würde passen.“

Bunte Hände auf Palettenholz

Groß und klein waren beteiligt am Bau der Bank des NIKI-Fördervereins. Dafür spannten Sabrina Pohl, 30, und Viktoria Kroiß, 36, ihre ganze Familie ein. „Wir im Vorstand sind nur Frauen, wir haben uns die tatkräftige Unterstützung unserer Männer geholt.“ Mit beteiligt waren auch noch Verena Burgstaller und Kathi Gruber, die Vorständin des Vereins. Die Mädels suchten im Internet die Ideen heraus und präsentierten diese den Männern. „Dann haben wir uns alle an einem Abend getroffen, die Männer haben die Bank gebaut und wir haben für die Verpflegung gesorgt, während unsere Kinder gespielt haben. Das war ein richtig schöner Abend!“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Aus einer alten Palette, die die Frauen angeschafft hatten, entstand eine moderne Bank. „Unsere Kinder haben dann mit bunten Farben Handabdrücke auf die Bank gedruckt.“

Jakob und Anneliese Schaber haben einen Maibaum wiedervertwertet.
Man kann darauf sitzen und liegen: Die Bank des NIKI-Fördervereins entstand aus Paletten.
Richard Wimmer, Alex Schnürer und Andreas Weber schufen eine gerundete Bank mit Stahlfüßen.

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