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Schützenverein Gemütlichkeit trotzt dem Wirtshaussterben

Eine Wirtin mit Leib und Seele – Monika Holz.
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Eine Wirtin mit Leib und Seele – Monika Holz.

Wirtshaussterben auch in Niederbergkirchen – aber eine mutige Vereinsführung und ebenso mutige Mitglieder des Schützenvereins Gemütlichkeit erhalten wenigstens eine Gaststätte dauerhaft. Noch vor sechs Jahrzehnten konnte man in der Gemeinde Niederbergkirchen zwischen zahlreichen Gasthäusern wählen.

Niederbergkirchen –So gab es neben den beiden Gaststätten im Dorf selbst den Bahnwirt im Ortsteil Rohrbach, eine Gastwirtschaft in Oberhofen und den Wirt in Eiselharting. Auch in Bach und Taibrechting waren einmal Wirtshäuser. Als vor etwa zweieinhalb Jahren auch das Gasthaus Kröll wegen Erkrankung der Gastwirtin seine Pforten schloss, ist nur noch eine Gaststätte übrig geblieben – das Gasthaus Schützenwirt.

Schützen kaufen Gebäude 1999

Ursprünglich gehörte diese Gaststätte der Klosterbräu St. Veit AG in Neumarkt und wurde später von der Paulanerbrauerei übernommen Durch die Pächter Kathi und Sepp Reiter, Erna und Otto Stummer sowie Martha und Hans Winterer war das Gasthaus weitum bekannt.

Als sich Ende der 1990er Jahre die Suche nach einem neuen Pächter zusehends schwieriger gestaltete und die Paulanerbrauerei für viele ihrer Dorfwirtshäuser Käufer suchte, schien das Ende dieser Wirtschaft nahe.

Doch nach den erfolgreich gestalteten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Vereinsbestehen 1998 überzeugte der Vorstand des Schützenvereins Gemütlichkeit Hans Holz seine Mitglieder, dass der Erwerb der Gaststätte eine Heimat der Schützen und aller anderen Ortsvereine sicherstellen könne und auch finanziell zu stemmen sei. So wurde im August 1999 die Gaststätte samt Nebengebäude auf der südlichen Straßenseite für 300 000 Mark erworben. Ausschließlich in Eigenleis-tung durch Vereinsmitglieder wurden in den folgenden Monaten unter anderem Toiletten, Flur, Vorratsraum und Treppe für rund 90 000 Mark neu gestaltet. Die Kosten wurden zu einem Teil aus Vereinsrücklagen gedeckt, etwa zur Hälfte durch ein Bankdarlehen und zu einem Drittel durch Darlehen von Vereinsmitgliedern. Bis zum April 2001 bewirtschaftete der Verein das Gasthaus in Eigenregie, danach für etwa eineinhalb Jahre Pächter Pfeffer.+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Seit Anfang Oktober 2002 haben die Brüder Hans und Peter Holz die Gastwirtschaft vom Schützenverein gepachtet und betreiben sie seither zusammen mit Wirtin Monika Holz und ihrem Küchen- und Bedienungsteam erfolgreich.

Als 2006 die bebaubare Fläche südlich der Kreisstraße mit mehr als 1500 Quadratmeter an das Baugeschäft Artinger verkauft werden konnte, wurde noch einmal kräftig investiert. So wurde für insgesamt 260 000 Euro nicht nur der Saal erneuert und mit einer Wandheizung versehen, sondern es wurde ein Vollwärmeschutz angebracht, es wurde das Dach erneuert und es wurden 13 vollelektronische Schießstände in Ober- und Dachgeschoss eingebaut, wofür vom Bayerischern Sportschützenbund rund 45 000 Euro Zuschüsse gewährt wurden.

Beliebter Treffpunkt der Vereine

Nun ist die zwar räumlich beengte Gaststätte auf einem modernen Stand und sichert hoffentlich noch Jahrzehnte den örtlichen Vereinen eine Heimat. So nutzt auch der Schützenverein Waldeslust Rohrbach die Schießstände und ist das Gasthaus Heimat für die Theatergruppe und Vereinslokal des Sportvereins sowie der örtlichen Feuerwehren. Neben den Jahreshauptversammlungen der Ortsvereine und geselligen Treffen etwa des Rentnerstammtischs bietet sich die gut ausgestattete Küche auch für Leichenmahle oder Geburtstagsfeiern an.

Wirt Hans Holz hat aber schon ein neues Projekt im Hinterkopf mit Modernisierung von Küche und Gasträumen, wobei er aber auch weiß, dass die Finanzierung davon bei angedachten Kosten von 150 000 bis 200 000 Euro nur gelingen könnte, wenn man Aufnahme in das Gaststättenmodernisierungsprogramm des bayerischen Wirtschaftsministeriums fände.

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