Schnelleres Internet: Neumarkt-St. Veit geht in die Tiefe, um sich breiter aufzustellen

Frischzellenkur in der Johann-Sebastian-Bach-Straße, wo zur Verbesserung der Internet-Infrastruktur neue Leitungen verlegt wurden. Auch in der Werkssiedlung wurden 400 Meter neue Leitungen unter die Erde gebracht.
+
Frischzellenkur in der Johann-Sebastian-Bach-Straße, wo zur Verbesserung der Internet-Infrastruktur neue Leitungen verlegt wurden. Auch in der Werkssiedlung wurden 400 Meter neue Leitungen unter die Erde gebracht.

In den Außenbereichen hatte sich in den vergangenen Jahren Einiges getan. Die Stadt Neumarkt-St. Veit hat viel Geld in die Hand genommen, um zusammen mit den Telekommunikationsunternehmen die Breitbanderschließung voranzutreiben. Diese Bandbreiten sind künftig möglich.

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – Seit einigen Wochen wird auch im innerstädtischen Bereich in die Tiefe gegraben, und die Leitungen an die gestiegenen Anforderungen angepasst. Wie dazu Markus Huber aus der Finanzverwaltung im Neumarkter Rathaus mitteilt, handelt es sich dabei um den eigenwirtschaftlichen Nahbereichsausbau, den die Telekom derzeit im innerstädtischen Bereich von Neumarkt-Sankt Veit umsetzt. Hierzu wird die Glasfasertechnik FttC (fibre to the curb, Erklärung siehe Kasten) verbaut.

Ab Ende 2020 sollten mindestens 50 Megabit möglich sein

Mit dem eingesetzten Vectoring-Verfahren sind nach dem Ausbau Bandbreiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde und bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich, wie Huber erklärt. Aktuell sind es lediglich 16 Megabit.

„Durch diese Maßnahmen werden einige Verteilerkästen ausgetauscht und an das Glasfasernetz angeschlossen sowie neue Kupferleitungen verlegt. Nach derzeitigem Stand wird der Nahbereichsausbau Ende 2020 fertiggestellt sein“, informiert die Stadt zu den Baumaßnahmen.

Vorreiterrolle in Sachen Internet:So setzt die Gemeinde Oberbergkirchen den Breitbandausbau um

Seit Juli Ausbau nach dem „Höfeprogramm“

Doch nicht nur im innerstädtischen Bereich wird gegraben. Schon im Juli diesen Jahres hat die Telekom mit den Planungen zum geförderten Ausbau nach dem „Höfeprogramm“ begonnen, der bereits 2018 vom Stadtrat beschlossen wurde. Dazu werden in den Bereichen Kai, Wolfsberg, Lamprechten, Hundham, Bereich um Hofthambach, Blindenhaselbach, Buchet, Leonberg, Kager, Mayerhof, Angelsberg und Weiher 96 Haushalte durch FttH (fibre to the house) und 16 Haushalte durch FttC an das Glasfasernetz angebunden. Der Ausbau wird laut Auskunft von Telekom bis Ende 2022 fertiggestellt sein.

+++ Tipp der Redaktion:Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Gigabit schon im Fokus

Nach dem Ausbau werden im Außenbereich dann sogar Bandbreiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich sein. Die Investitionssumme für den kompletten Ausbauabschnitt liegt bei 1,27 Millionen Euro. Davon erhält die Stadt Neumarkt-St. Veit eine Förderung in Höhe von 996 719 Euro. Die Stadt Neumarkt-St. Veit wird die Förderung nach der neuen Gigabitrichtlinie in Anspruch nehmen, dazu müssen jedoch erst grundlegende Planungen von statten gehen. Eine verbindliche Aussage, inwiefern die Gigabitrichtlinie in der Rottstadt dann aber tatsächlich angewendet werden kann, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Flächendeckend schnelles Internet? Das Problem ist die Größe der Gemeinde

Natürlich sei es das große Ziel, die Glasfaser direkt in jedes Haus zu bringen. „Doch das wird in Neumarkt-St. Veit, die flächengrößte Gemeinde im Landkreis, noch einige Jahre dauern“, verhehlt Thomas Menzel, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt-St. Veit, nicht.

Mit Vectoring werden Lücken geschlossen

Bei der Inanspruchnahme von weiteren Förderprogrammen werde man aber zunächst die Haushalte angehen, die breitbandmäßig noch Nachbesserungsbedarf haben oder bislang noch gar nichts hätten.

Über das Vectoring-Verfahren würden aber nach Ansicht Menzels bereits viele Baustellen geschlossen. Mit den dann zur Verfügung stehenden Bandbreiten sei die Stadt für die nächsten fünf Jahre gut aufgestellt.

Diese Möglichkeiten des Anschlusses über Glasfaser gibt es aktuell:

FTTC (Fiber-to-the-Curb) bedeutet, dass die Glasfaserleitung bis zum Bordstein verlegt wird. Das Glasfaser-Kabel wird bis zum nächsten Verteiler, dem Kabelverzweiger, geführt. Auf dem letzten Stück, vom Bordstein bis hin zum Gebäude, wird die Leitung über einen Kupferdraht angebunden.

Bei FTTB (Fiber-to-the-Building) führt das Glasfaser-Kabel bis ins Gebäude. Diese Technik kommt überwiegend in Städten mit Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen zum Einsatz.

Bei FTTH (Fiber-to-the-Home) endet das Glasfaser-Kabel nicht im Keller des Mehrfamilienhauses, sondern wird bis zur Wohnung verlegt, um Highspeed-Internet zu gewährleisten, das wiederum für das Full-HD-Fernsehen notwendig ist.

Und dann gibt es auch noch FTTD (Fiber-to-the-Desk), also Glasfaser bis zum Schreibtisch, um am heimischen Computer das Highspeed-Internet komplett auszuschöpfen. Dies setzt natürlich die nötige nfrastruktur innerhalb des Haushaltes voraus.

Kommentare