Schlechte Verbindung in Wiesbach und Frauenhaselbach: Neumarkt will jetzt Funklöcher stopfen

Bis zu 500000 Euro Förderungdarf die Stadt Neumarkt-St. Veit erwarten, um den Ausbau des Mobilfunknetzes im Außenbereich zu forcieren. Bei der Übergabe des Förderbescheids (von links). Bürgermeister Erwin Baumgartner, Markus Huber von der Stadtverwaltung und Staatssekretär Roland Weigert. Bayerisches Wirtschaftsministerium

Staatssekretär Roland Weigert hat den Förderbescheid an Bürgermeister Erwin Baumgartner übergeben: Die Rottstadt darf damit als erste Gemeinde im Landkreis Mühldorf bis zu 500000 Euro Förderung für eine bessere Verbindung erwarten.

Neumarkt-St. Veit – Früher Vogel fängt den Wurm – oder er schöpft die maximale Fördersumme ab, wie es bei der Stadt Neumarkt-St. Veit nun der Fall ist. Als eine von 25 Kommunen in ganz Bayern und als die erste im Landkreis Mühldorf erhält die Rottstadt eine maximale Förderung von 500 000 Euro, um das Mobilfunknetz auszubauen.

Den Förderbescheid hat Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, am Montag an Bürgermeister Erwin Baumgartner und Markus Huber von der Finanzverwaltung der Stadt Neumarkt am Montag in München übergeben.

Schlechte Verbindung im Außenbereich

Die halbe Million Euro, die der Stadt Neumarkt-St. Veit nun im Optimalfall zur Verfügung stehen kommt aus dem Topf des Bayerischen Mobilfunk-Förderprogramms, das am 1. Dezember 2018 gestartet ist. Ziel dieses Programms ist es, Mobilfunklücken in der Region zu schließen, welche von den Mobilfunkanbietern nicht eigenwirtschaftlich ausgebaut werden.

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Die Stadt Neumarkt-St. Veit hat im August 2019 einen Antrag auf die Förderung gestellt. „Durch diese Förderung sollen die Versorgungslücken, in den Bereichen Elsenbach, Hofthambach, Wiesbach und Frauenhaselbach geschlossen werden“, wie Bürgermeister Baumgartner mitteilt. Den Zuschuss –90 Prozent der förderfähigen Kosten will die Stadt nach Angaben Baumgartner dazu verwenden, einen Mobilfunkmasten zwischen Oberwiesbach und Hofthambach zu errichten. „Die Stadt ist bemüht, die Versorgungslücken im Mobilfunk-Bereich in unserem Stadtgebiet zu schließen, obwohl wir es immer noch nicht als eine Aufgabe der Kommunen sehen“, kommentiert Baumgartner die sich nun bietende Möglichkeit zum Ausbau.

Sendemast wird zwischen 30 und 40 Meter hoch

Der Sendemast wird nach Angaben von Finanzverwalter Markus Huber wohl zwischen 30 und 40 Meter hoch sein. Als möglichen Standort nannte Huber ein Areal zwischen Wiesbach und Frauenhaselbach, um den nördlichen Gemeindeteil von Neumarkt-St. Veit optimal zu erschließen. Denn immerhin: Der Durchmesser des zu förderndes Bereichs beträgt circa vier Kilometer. „Die Ausschreibung und Vergabe an einen Konzessionär sollte innerhalb von sechs Monaten ab Bescheid erfolgen“, erklärt Huber.

Als Bewilligungszeitraum der Förderung gibt der Finanzfachmann im Rathaus Schloss Adlstein den 31. Dezember 2022 an. „Mindestens drei Monate vor Ende dieser Frist sollte der Verwendungsnachweis eingereicht werden, also bis dahin muss auch dann die Maßnahme abgeschlossen sein“, steckt Huber den Zeitrahmen fest.

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Doch so weit ist die Stadt natürlich noch lange nicht: Der nächste Schritt sei die Erstellung einer Ausschreibung und die Vergabe an einen Konzessionär, „der das Vorhaben plant, errichtet und an die Netzbetreiber vermietet“, informiert Bürgermeister Baumgartner. Zwei Wege würden sich anbieten, um die Funklöcher im Norden der flächenmäßig größten Gemeinde im Landkreis Mühldorf zu schließen. Eine Variante sehe vor, dass die Stdt Neumarkt-St. Veit selbst einen Mast errichtet und diesen dann an eine Telekommunikationsfirma vermietet. „Oder aber wir finden einen Anbieter, der das alles selbst in die Hand nimmt und wir unterstützen das als Stadt mit einem Zuschuss“, so Baumgartner, der diese Vorgehensweise favorisieren würde.

400 Gemeinden an Förderung interessiert

Wie groß das Interesse für den Ausbau des Mobilfunknetzes unter kommunaler Beteiligung ist, veranschaulichte Staatssekretär Weigert bei der Übergabe des Förderbescheids: „Nach weniger als einem Jahr haben bereits über 400 Gemeinden ihr Interesse an dem Programm bekundet. 32 haben ihren Förderbescheid schon erhalten und können nun mit dem Bau der Mobilfunkmasten starten.“ Für mehr als 200 Gemeinden ergab die Markterkundung des Programms eine Ausbauzusage eines Mobilfunkbetreibers.

Bayern ist das erste Bundesland, das seine Kommunen im ländlichen Raum bei der Mobilfunkversorgung unterstützt. „Jeder soll die Chancen der Digitalisierung nutzen können, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Deshalb schließen wir die Mobilfunklöcher und stellen bayernweit digitale Netze bereit. Die Gemeinden, die ihre Bescheide in Händen halten, können sich stolz zu den Vorreitern in Deutschland zählen“, bedankt sich Weigert bei den 25 Gemeinden, die am Montag einen Förderbescheid erhalten haben. Im Regierungsbezirk Oberbayern sind das neben Neumarkt-St. Veit Aresing, Ebersberg, und Denklingen.

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