Schicksalshafte Nachkriegsjahre erdulden müssen

Anna Winterer ist ein Familienmensch.
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Anna Winterer ist ein Familienmensch.

Anna Winterer feiert im Stift Sankt Veit ihren 85. Geburtstag – Jubilarin war schon früh auf sich alleine gestellt

Neumarkt-St. Veit – In ihrem Bekanntenkreis feierte Anna Winterer, Bewohnerin im Alten-und Pflegeheim Stift St. Veit, ihren 85. Geburtstag. Harte Schicksalsschläge prägten das Leben der betagten Jubilarin, die als Kind die Wirren des zweiten Weltkrieges miterleben musste.

Anna Winterer wurde am 23. Juli 1935 in Miesau im Sudetenland als viertes Kind der Eheleute Heinrich und Maria Neuwirth geboren und wuchs mit den Geschwistern Paula, Heinrich und Maria auf. Der Vater verstarb in russischer Kriegsgefangenschaft. Die Mutter wurde 1946 mit den vier Kindern aus der Heimat vertrieben und fand Bleibe bei einem Bauern in der Nähe von Eggenfelden. 1951 verunglückte die Mutter tödlich. Mit ihrer älteren Schwester zog die Familie 1952 nach Neumarkt. Dort arbeitete die Jubilarin bei verschiedenen Landwirten in der Umgebung. Sie lernte dabei Landwirt Johann Winterer kennen und lieben.

Der am 12. März 1955 in Altötting geschlossenen Ehe entstammen die Kinder Johann, Franz, Albert, Anna und Josef. Groß war der Schmerz, als der zweitälteste Sohn Franz am 7. März 1972 tödlich verunglückte und der Ehegatte nach jahrelangem Leiden und fünfjähriger Pflege am 9. August 1998 verstarb.

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Ihre fünf Enkelkinder Thomas, Carina, Sabrina, Carola und Michael sowie die sieben Urenkelkinder Benjamin, Lena-Maria, Kilian, Alexander, Andreas, Benedikt und Jonas bereiten ihr viel Freude. Anna Winterer ist Mitglied beim Lebendigen Rosenkranz und beim Rauchclub. Außerdem besucht sie seit vielen Jahren den Mittwochstreff beim Seniorenkreis im Pfarrheim.

2017 erlitt sie eine Hirnblutung, ihr Leben hing am seidenen Faden. Sie gab ihre Wohnung auf und fand im Alten-und Pflegeheim Stift St. Veit für den Lebensabend ein neues Zuhause, wo sich auch wieder erholte.

Die Jubilarin hat sich gut eingelebt und genießt die Angebote wie die täglichen Spiele. Lediglich die räumliche und persönliche Trennung von den Familienangehörigen in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen fällt ihr immer noch schwer. Als wichtig betrachtet die gläubige Christin die Nähe der Heimatkirche St. Veit. Regelmäßig nimmt sie dort an den Gottesdiensten teil.

An ihrem Ehrentag gratulierten neben dem Familienkreis, Bekannte, die Vereinsabordnung des Rauchclubs, die Heimleitung, Bürgermeister Erwin Baumgartner und Dekan Pfarrer Franz Eisenmann, die ihr gute Gesundheit und einen ungetrübten Lebensabend wünschten. hus

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