KOMMENTAR

Schaulaufen im Stadtrat

Die Stadtplatzsanierung ist ein gewaltiger Eingriff und bedarf reiflicher Überlegung.

In den vergangenen Monaten wurde viel diskutiert, mit den Bürgern gesprochen, es wurden Konzepte entwickelt, Lösungen erarbeitet und sogar Musterflächen angelegt. Mangelnde Transparenz kann man der Stadt also nicht vorwerfen, sie hat ihre Hausaufgaben erledigt.

Verstörend ist es jedoch, wenn eine Stadtratssitzung zum Schaulaufen einiger weniger Politiker mutiert. Diese sahen sich – offenbar vom vollen Zuschauerraum im Sitzungssaal beeindruckt – genötigt, mit teils polemischen Äußerungen längst gefällte demokratische Entscheidungen und damit auch die Kompetenz des Gremiums insgesamt infrage zu stellen.

Nur wenige behielten einen klaren Kopf. Martina Huber zum Beispiel, die ihre Kollegen daran erinnerte, welche Aufgabe sie als gewählte Volksvertreter haben. Sie sieht sich bei der Diskussion um die Stadtplatzsanierung in ihrer Arbeit durch die schweigenden 98 Prozent der Stadt bestätigt. Dieses Selbstvertrauen nach monatelanger Planung sollten auch alle anderen Mandatsträger haben.

josef.enzinger@ovb.net

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