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Ein Ross mit der Kraft von 15 Pferden

Die beiden Lieblinge von Matthias Huber, ein Fendt und ein Eicher, gibt es am Donnerstag auch beim Pauliwirt zu sehen. Huber rechnet mit mindestens 50 Teilnehmer bei diesem ersten Bulldogtreffen. Dann gäbe es auch für die begeisterte Kinderschar viel zu schauen, die es sich zweimal sagen ließen, eine Runde mit dem Bulldog zu drehen. Enzinger
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Die beiden Lieblinge von Matthias Huber, ein Fendt und ein Eicher, gibt es am Donnerstag auch beim Pauliwirt zu sehen. Huber rechnet mit mindestens 50 Teilnehmer bei diesem ersten Bulldogtreffen. Dann gäbe es auch für die begeisterte Kinderschar viel zu schauen, die es sich zweimal sagen ließen, eine Runde mit dem Bulldog zu drehen. Enzinger

Nostalgie, Technik und Kindheitserinnerungen: Matthias Huber erzählt, warum er ein leidenschaftlicher Fan von Oldtimer-Bulldogs ist

Erharting – Matthias Huber dreht den Zündschlüssel, der Motor keucht anfangs ein bisschen, als wollte er sich wehren. Doch am Ende zündet die Maschine trotzdem, anfangs noch etwas stotternd. Aber dann kommen die Zylinder richtig in Fahrt. Huber grinst: „Ein schönes Geräusch. Fast wie Musik, oder?“, findet der 57-Jährige wenn er dem Takt seines „15er Fendt“ lauscht. „Auf so einem Fendt hab‘ ich das Bulldogfahren gelernt“, verrät der Schoßbacher. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sich der Baustoff-Experte irgendwann selbst so ein Dieselross zulegte.

Ein Bulldog, der immer anspringt

1994 war das der Fall, als er nach langer Suche endlich auf das 1956er Modell gestoßen war. 15 Pferdestärken hat es unter der Haube. „Und der Bulldog ist immer noch einsatzbereit“, berichtet Huber, der sich als gelernter Landmaschinenmechaniker natürlich selbst zu helfen weiß, wenn das Dieselross mal an der ein oder anderen Stelle muckt. Wenn. Denn das kommt so gut wie nie vor. „Weil das ganze Fahrzeug mit einfacher Mechanik funktioniert und quasi kaum Verschleiß hat“, sagt Huber. Große Wartungsarbeiten fallen deswegen kaum an. Regelmäßiger Ölwechsel, das ja. Und einmal musste er mal den Ölstandsmesser an seinem über 60 Jahre alten Bulldog austauschen. „Das war allerdings kein Problem. Beim Oldtimer-Teilemarkt in Mühldorf wird man da immer fündig!“ Was der Bulldog wohl wert ist? „Vielleicht 5000 oder 10 000 Euro“, schätzt Huber, der sich darüber aber keine ernsthaften Gedanken macht. „Denn er ist eh unverkäuflich.“ Der ideelle Wert? „Unbezahlbar!“

Der eine mit 15, der andere mit 25 PS

Der laubfroschgrüne Fendt ist nicht der einzige Schlepper, der in der Garage des Unternehmers steht. Daneben, ebenso top in Schuss, steht ein Eicher, Baujahr 1954, mit 25 PS unter der Haube. Ihn hat er ebenfalls vor 25 Jahren erworben, zu Hause hergerichtet, um ihn dann seinem inzwischen verstorbenen Vater Hias zu schenken. „Das war, als er auf seine ,Ranch‘ nach Hermansthal gezogen ist“, erinnert sich der Chef des Wirte-Erhaltungsvereins. Und er verbindet auch Kindheitserinnerungen mit dem stahlblauen Bulldog. „Immer wenn der Nachbar in aller Hergottsfrühe seinen Bulldog zum Mähen gestartet hat, bin ich vom Motorgeräusch wach geworden.“ Kein Störgeräusch für Matthias Huber, sondern Musik in seinen Ohren, die ihn nicht mehr losgelassen hat.

Oldtimer-Bulldogs: Suche nach dem Schönsten und dem Ältesten

Heute sind es die Kinder aus der Nachbarschaft, die sofort angerannt kommen, wenn der 57-Jährige seine beiden Lieblinge aus der Garage holt. Sofort wird um die besten Plätze auf dem Bulldog gekämpft, lauthals eine Runde über den Hof gefordert, wofür sich Huber sich natürlich nicht zweimal bitten lässt.

Am morgigen Donnerstag beschränkt er die Ausfahrt nicht auf den Hof. Schräg gegenüber, in Sichtweite zu seinem Anwesen in Schoßbach, geht es dann auf den Parkplatz vom Pauliwirt. Denn am Vatertag lädt der Wirte-Erhaltungsverein nicht nur zum Schweinshaxn- und Gickerl-Essen in Neuhäusl ein. Erstmals soll es ein Oldtimer-Bulldog-Treffen geben. Hintergrund: „Wir stellen alle drei Jahre einen Maibaum auf. Das war erst 2018 der Fall. In diesem Jahr wollten wir eine andere Attraktion bieten. Das Bulldog-Treffen kam dabei heraus“, erklärt Huber.

Huber rechnet mit 50 Bulldogs und mehr

Um 10 Uhr beginnt der Frühschoppen, ab 11 Uhr wird der Grill die ersten Schmankerl liefern, Kaffee und Kuchen dürfen nicht fehlen. Hüpfburg und Kinderschminken für die Kinder und eine Bulldogschau für die Großen sollen die Gäste locken. „Und natürlich die Bulldog-Liebhaber“, meint Huber, der mit 50 bis 100 Modellen anno dazumal rechnet.

Und dafür scheuen die Bulldogfreunde auch vor weiten Wegen nicht zurück. Aus dem 70 Kilometer entfernten Freilassing hat sich ein Oldtimer-Freund angekündigt – und gute Aussichten auf eine Prämie. Denn neben den schönsten Oldtimer-Bulldog und dem ältesten wird auch der Fahrer geehrt, der am weitesten anreist.

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