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Herzog-Heinrich-Mittelschule in Neumarkt

„Hier ist die Welt in Ordnung“: Warum Rektorin Angela Wimmer trotzdem Abschied nimmt

Rektorin Angela Wimmer könnte eigentlich noch weitermachen. Aber sie hat noch einmal spätes privates Glück gefunden und geht jetzt in den Ruhestand.
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Rektorin Angela Wimmer könnte eigentlich noch weitermachen.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Rektorin Angela Wimmer schwärmt über ihre Herzog-Heinrich Mittelschule. Und dennoch geht sie jetzt in den Ruhestand. Die Gründe erläutert sie in einem Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Neumarkt-St. Veit – „Hier ist die Welt in Ordnung“, sagt die scheidende Rektorin Angela Wimmer über ihre Herzog-Heinrich Mittelschule. Und sie begründet das mit den Kindern: „Die meisten von ihnen sprechen sogar noch bairisch. Fast alle sind lernwillig, neugierig und gut erzogen. Und was die Eltern angeht: Mit ihnen kann man gut zusammenarbeiten.“ So schwärmt die gebürtige niederbayerische Pädagogin über ihre Schule.

Geboren wurde Angela Wimmer in Marktl/Inn, aber aufgewachsen ist sie in Pfarrkirchen an der Rott. Nach dem Abitur studierte sie Pädagogik und kam auf Planstellen im Landkreis Altötting. Sie bildete sich berufsbegleitend zur qualifizierten Fachkraft für Beratung aus. Als solche lernte sie im gesamten Landkreis viele lern- und verhaltensgestörte Kinder kennen, die oftmals aus unglücklich geführten Familien stammten.

Hier beratend und helfend einzugreifen, verlangte viel Energie von der Lehrerin. „Da kamen mir die Kinder hier in der gewachsenen Gemeinde vor wie im Paradies“, zieht sie einen Vergleich.

Sie hatte vorher zusätzlich Klassenführungen als zweite Konrektorin an der Grund- und Mittelschule in Garching. Später wurde sie erste Konrektorin an der Josef-Guggenmos-Grundschule in Altötting.

Vor vier Jahren kam Angela Wimmer in den Landkreis Mühldorf

In dieser Situation bewarb sie sich vor rund vier Jahren in einen neuen Landkreis, in einen neuen Schulamtsbezirk und wieder in eine reine Mittelschule, nämlich um den Posten der Schulleiterin der Herzog-Heinrich-Mittelschule. „Und ich erhielt die Stelle“, fügt sie zufrieden hinzu.

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„Mit dieser Schule hatte ich es wunderbar getroffen. Ich fand eine Idylle vor“, beschreibt Angela Wimmer ihre neue Dienststelle. Neben den bereits erwähnten Schülern lobt sie im Nachhinein ihre Kollegen wegen der hervorragenden Zusammenarbeit.

Eine eigene Schokoladen-Edition, um Kakaobauern zu helfen

„Wir begannen mit dem Projekt der „Neumarkter Schokolade“, wobei sie mit einer eigenen Schokoladen-Edition den Kakaoanbauern in der Welt zu fairen Preisen zu verhelfen suchten. „Da spürte ich sofort, dass der Bürgermeister und die Stadt voll hinter ihrer Schule stehen. Und so wie uns damals Edeka Gross unterstützte, merkte ich bald, dass die Geschäfte und Firmen im Sprengel der Schule nach Kräften helfen. Sei es bei Ausstattungen oder später beim Anbieten von Lehrstellen.“

Die scheidende Rektorin vergisst auch nicht zu erwähnen, dass Förderverein und Elternbeirat überall großartige Helfer sind.

Mit Corona wurde die Digitalisierung vorangetrieben

Schon nach einem halben Jahr stoppte die Corona-Pandemie den anfänglichen Schwung. „Der Distanzunterricht, das Homeschooling und die herrschende Ungewissheit haben allen Lehrern – und auch Schülern – das Höchste abverlangt. Auch hier half der Aufwandsträger, damit wir unsere Schule auf den nahezu modernsten Stand der Digitalisierung brachten“, erinnert sie sich.

Dennoch konnte in dieser Zeit die Einrichtung der Mathematikwerkstatt vollzogen werden. „Da war mir die Hilfe der Fachberaterin Mathematik, Christina Spirkl, eine große Hilfe,“ lobt sie die Kollegin. Hier fand sie ebenfalls offene Ohren bei der Stadt und bei der Grundschule, die den Raum zur Verfügung stellte.

Stolz ist Angela Wimmer auch, dass sie mit der Fachlehrerin Nicola Pusch den Technik- und Werkbereich sehr aufwendig modernisieren durfte.

Britischer Tänzer lehrt, Gefühle auszudrücken

Außerdem konnte ein Tanzprojekt mit dem bekannten britischen Tänzer und Tanzpädagogen Alan Brooks durchgeführt werden, der mit einer achten Klasse, unterstützt von Sportfachlehrerin Monika Wottke, eine Woche lang die Schüler dazu brachte, ihre Gefühle tänzerisch zum Ausdruck zu bringen.

Privates Glück gefunden

„Ich hätte noch Kraft und könnte noch weitermachen“, meint die Rektorin. „Aber ich habe auch spätes privates Glück gefunden. Eine schon längere Zeit gepflegte gute Freundschaft habe ich im vergangenen November mit dem Eheversprechen besiegelt. Mit meinem Mann wollen wir ein etwa 100 Jahre altes großes Haus modernisieren. Dazu ist ein größerer Waldgarten zu pflegen. Das wird mich in den nächsten Jahren sicher ausfüllen. Aber ich bin zuversichtlich und fühle mich gesund, dieses Projekt mit meinem Mann zu meistern.“

Neue Fische sollen eingesetzt werden

Zuletzt fügt sie hinzu: „Ich bin an der Rott geboren. An der oberen Rott ist mein letzter Dienstort. Die Rott scheint mein Schicksalsfluss zu sein. Im Einvernehmen mit dem Bürgermeister und dem Fischereiverband will ich in dem Fluss im Herbst Fische einsetzen lassen. Diesen Dank bin ich dem Fluss schuldig“, sagt sie, und man sieht ihr die Freude an Neumarkt, an der Rott und an ihrer Heimat Pfarrkirchen an.

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