Aus dem Bauausschuss

Radweg ein Millionengrab? Kritik an Radwegeforderung der SPD für Neumarkter Bahnhofstraße

Die SPD wünscht sich einen Radweg entlang der Bahnhofsstraße. Der Bauausschuss lehnt dies ab. Erstens, weil es Alternativen gebe und zweitens, weil man immense Kosten befürchtet.
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Die SPD wünscht sich einen Radweg entlang der Bahnhofsstraße. Der Bauausschuss lehnt dies ab. Erstens, weil es Alternativen gebe und zweitens, weil man immense Kosten befürchtet.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Das starke Verkehrsaufkommen und Anfragen von Bürgern führte die SPD im Bauausschuss als Begründung für den Antrag an, die Schaffung eines Fahrradweges entlang der Bahnhofsstraße in Neumarkt-St. Veit zu prüfen. Doch dazu kommt es nicht. Der Ausschuss hat den Antrag abgelehnt. Das sind die Gründe.

Neumarkt-St. Veit – Die Staatsstraße 2086 führt durch Neumarkt-St. Veit, gilt als Durchgangsstraße nach Eggenfelden und sei für „Fahrradfahrer nur unter Inkaufnahme erheblicher Risiken befahrbar“, argumentierte die SPD, die deswegen bei der Stadt die Prüfung eines innerörtlichen Fahrradweges beantragte, verbunden mit der Forderung, das Einvernehmen mit dem Straßenbaulastträger herzustellen.

Hobmeier spricht Alternativen an

„„Es sind viele Großfahrzeuge unterwegs, es wird zu schnell gefahren. Warum sollte man also keinen Radweg anregen“, stellte sich Ludwig Spirkl (SPD) hinter den Antrag seines Fraktionskollegen Ulrich Geltinger. Das provozierte die Gegenfrage von Erwin Baumgartner (UWG), was denn nun genau behandelt werden sollte: Ein Antrag oder eine Anregung?

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Ein Gefühl der Sicherheit, die es nicht gibt

Wolfgang Hobmeier (CSU) konnte mit dem Antrag der SPD nichts anfangen. Es gebe genügend Möglichkeiten, die Bahnhofsstraße zu meiden, ob über die Alte Teisinger Straße, die Birkenstraße oder auf dem Rottweg. „Da haben wir genügend Alternativen“, erklärte Hobmeier, der wie Peter Hobmaier (UWG) der Meinung war, dass etwa eine Fahrbahnmarkierung, die einen Radweg kennzeichnen könnte, eher zum Nachteil gereiche. „Weil sich der Radfahrer sicherer fühlen könnte, als er es tatsächlich ist.“

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Hobmeier verwundert über Antrag der SPD, die sonst gerne Sparsamkeit anmahnt

Die Bebauung, Hobmeier meinte die beengten Verhältnisse auf Höhe des Raiffeisenlagerhauses oder bei der BayWa, würden der Errichtung eines Radweges entgegenstehen. Ein Bau sei nur unter immensem Kostenaufwand möglich, befürchtete Hobmeier. „Wie stellt ihr euch das vor?“ Er warnte vor einem „Millionengrab“ und warf der SPD vor, sich keine Gedanken über die Kosten gemacht zu haben, „wo ihr doch sonst immer Sparsamkeit anmahnt.“

Wimmer wirft der SPD Ahnungslosigkeit vor

„Wenn man auch nur ein bisserl Ahnung vom Bauwesen hat, müsste man erkennen, dass ein Radweg entlang der Bahnhofsstraße ein Unding ist. Das ist einfach nicht umzusetzen“, sagt Georg Wimmer (CSU). Er sehe auch kein großes Gefährdungspotenzial entlang der Straße, das an dieser Stelle den Bau eines Radweges rechtfertigen würde, zumal ohnehin nur 50 Stundenkilometer erlaubt seien. Es gebe wichtigere Sachen, in die man das Geld investieren könne. „Für das Geld, das hier nötig wäre, bauen wir um ganz Neumarkt einen Radweg herum.“

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Peter Gruber: „Es ist technisch nicht machbar!“

Peter Gruber (CSU), selbst leidenschaftlicher Rennradfahrer, wäre froh, wenn sich die Radler entlang der Bahnhofsstraße sicherer bewegen könnten. „Aber es ist technisch nicht machbar und wenn, dann nur zu gigantischen Kosten.“ Schon alleine die Planung würde teuer zu stehen kommen. „Und das Wechseln der Straßenseite würde sich wohl nicht verhindern lassen!“

Mit neuem Lagerhaus verlagert sich Verkehr

Maria Kobold (UWG) rechnet damit, dass der Verkehr abnehmen werde, wenn die Raiffeisenbank ihre Pläne umsetzt und das neue Lagerhaus vor den Toren der Stadt, am Kreisverkehr bei Furth, errichten werde. „Die Landwirte werden dann nicht mehr durch Neumarkt fahren.“ Allerdings entgegnete Spirkl, dass dann noch der Schwerverkehr bliebe. Auf die Frage von Bürgermeister Baumgartner, wo der Weg denn nach Ansicht der SPD verlaufen solle, sagte Spirkl, dass dies Sache der Planer sei. „Da lassen wir uns dann beraten.“

Keine Zustimmung für Baumgartners Gesprächsangebot

Baumgartner schlug noch vor, dass er bei der nächsten Verkehrsschau mit der Polizei über einen möglichen Radweg sprechen könnte. Das lehnte der Ausschuss jedoch ab, weil dann immer noch die hohen Kosten gegen eine Realisierung sprechen würden, wie Hobmaier und Wimmer erklärten. Mit 1:8 Stimmen fiel der SPD-Antrag durch.

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