Postamt schließt im Juni 2015

Die Erschließung der Außenbereiche mit Kanal und Wasser in Neumarkt-St. Veit soll bis 2016 abgeschlossen sein.

Und schon warten die nächsten Pflichtaufgaben: die Sanierung der Kläranlage in Neumarkt-St. Veit. Darüber berichtete Bürgermeister Erwin Baumgartner bei der Bürgerversammlung im Fruhmannhaus.

Neumarkt-St. Veit - Mehrere Millionen Euro seien seit 2002 schon in den Wasser- und Kanalbau geflossen, jetzt sei noch Oberwiesbach und Oberndorf an der Reihe, schließlich 2016 noch die Sanierung der Abwasserentsorgung in Teising, wie Baumgartner informierte. Doch schon jetzt hat die Stadt den nächsten großen Investitionsbrocken am Hals: die Sanierung der Kläranlage und Mischwasserbehandlung. Bis 2020 muss die Stadt rund 4,25 Millionen Euro in die Hand nehmen, die Verschuldung der Stadt werde zwangsläufig ansteigen.

Die Radwege sind immer Thema in der Bürgerversammlung, doch stockt dieser in Richtung Feichten aufgrund von fehlender Bereitschaft von Anliegern Grundstücke abzutreten. Als "derzeit unmöglich" bezeichnete Baumgartner gar eine Realisierung eines Radweges nach Hörbering.

Noch kein Zeitplan für Pfarrheimsanierung

Die Planungen für die Sanierung von Pfarrheim und Kindergarten haben sich weiter verschoben. Nachdem die Stadt etwa zwei Drittel der Umbaukosten zu tragen habe, lege man auch Wert darauf, "dass genau gerechnet werde", erklärte Baumgartner. Erst nach der von der Stadt angeregten Prüfung der Unterlagen durch das Baureferat der Finanzkammer werde die Diözese einen Terminplan aufstellen. Für die Dauer der Sanierungsmaßnahme werde der Kindergarten mit Hilfe von Wohnmodulen in St. Veit verlagert.

Auch auf das Postamt gegenüber des Bahnhofes kam Baumgartner zu sprechen. Er informierte darüber, dass die Post bis zum 30. Juni 2015 das Gebäude verlassen müsse. Eine Planung für einen neuen Standort würde bereits exisitieren, jedoch würden derzeit Investor und Post noch verhandeln.

Die Hundetoiletten würden laut Baumgartner gut angenommen. Doch immer noch gebe es Unverbesserliche, die die vorgesehenen Tütchen verstreuen.

Zum Thema Breitband sagte Baumgartner, dass der Ausbau in Gmain, Wiesbach und Feichten sowie in den Gewerbegebieten an der Wintermeier- und Landshuter Straße erfolge, außerdem in Teising, Bubing, Hörbering und Kindhofen. Er sprach von 589 Haushalten, die bald über schnelles Internet verfügen würden. Aufgrund des neuen Förderprogramms verblieben der Stadt lediglich 80000 Euro, für den Vorwahlbereich 08722 werde noch eine Lösung gesucht.

Auch das Thema Asyl sprach Baumgartner an. 39 Asylbewerber würden sich derzeit in Neumarkt-St. Veit befinden, es sei beispiellos, wie sich die Bevölkerung von Neumarkt-St. Veit hier ehrenamtlich einbringe und sich als sehr hilfsbereit zeige.

Asyl: Neumarkt-St. Veit ist Paradebeispiel

Die Stadt habe rechtzeitig die Möglichkeiten ergriffen, Informationsveranstaltungen durchzuführen, um damit die Bevölkerung zu sensibilisieren. Auch Landrat Georg Huber lobte das Engagement in der Stadt Neumarkt-St. Veit, während in anderen Orten des Landkreises durchaus bereits rechte Tendenzen festzustellen seien. "Neumarkt-St. Veit ist ein Paradebeispiel, wie es laufen kann!"

Der Bund, so der Landrat weiter, habe endlich reagiert und beschlossen, dass Asylbewerber bereits nach dreimonatigem Aufenthalt in Deutschland arbeiten dürften. Doch brauche es hierfür auch Beschäftigung, appellierte er an die Unterstützung von Firmen und Betrieben.

Zum Ärztehaus in der Hörberinger Straße sagte der Landrat, dass der Kreistag über den Verkauf zu entscheiden habe (wir berichteten). Den ursprünglich angedachten Verkauf des Objekts begründete der Landrat damit, dass das Ärztehaus eigentlich Platz für eine zweite Praxis hätte, seit 30 Jahren aber nur eine belegt sei. Diese zweite Mieteinnahme fehle dem Landkreis, "50 Prozent des Hauses finanzierte bislang also der Landkreis". Wenn die Neumarkt-St. Veiter Verwaltung behaupte, dass der Landkreis durch den Verkauf nun auf 20000 Euro Mieteinnahmen verzichte, könne sie das Objekt gerne erwerben.

Kreisumlage kommt auch Schulen zugute

Auch zur hohen Kreisumlage, die ihm immer wieder vorgehalten werde, bezog der Landrat Stellung. Man dürfe nicht vergessen, dass der Kreis die Verschuldung in den letzten Jahren von 80 auf 64 Millionen Euro gesenkt habe. Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro im Schulbereich - die Berufsschule in Mühldorf und das Gymnasium in Gars - stünden mittlerweile aber wieder an. "Eine Investition für Eure Kinder", warb er um Verständnis. je

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