Photovoltaikstrom für insgesamt 2200 Haushalte und 4200 Tonnen weniger Kohlendioxid

Vorher Bauschuttgrube, bald Solarpark? Der Schöbnberger Gemeinderat sprach sich für das Projekt aus, knüpfte die Realisierung des 4,2 Millionen Euro teuren Projekts jedoch an einige Bedingungen.
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Vorher Bauschuttgrube, bald Solarpark? Der Schöbnberger Gemeinderat sprach sich für das Projekt aus, knüpfte die Realisierung des 4,2 Millionen Euro teuren Projekts jedoch an einige Bedingungen.

Vorher Bauschuttgrube, bald Solarpark? Der Schönberger Gemeinderat spricht sich für den „Solarpark Fuchshub“ aus. Die Realisierung des 4,2 Millionen Euro teuren Projekts knüpft er allerdings an diese Bedingungen.

Von Anneliese Angermeier

Schönberg – Die Stromgewinnung in Schönberg soll grüner werden: In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Gemeinderat einstimmig die Einleitung des Bauleitplanverfahrens für den Solarpark Fuchshub beschlossen. Die geplante Freiflächen-Photovoltaik-Anlage des Landwirtes Robert Mittermeier und dessen Tochter über der ehemaligen Bauschuttgrube in Fuchshub wird pro Jahr eine Leistung von rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom einfahren. Damit könnten rund 2200 Haushalte versorgt werden.

Eine Gegenstimme beim Grundsatzbeschluss

Die Einsparung von Kohlendioxid ist enorm, sie beträgt etwa 4200 Tonnen. Der Gemeinderat erteilte dazu das gemeindliche Einvernehmen. Zuvor hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zu der geplanten Anlage mit nur einer Gegenstimme gefasst (12:1).

Anlage über Bauschuttgrube

Im Gemeinderat hieß es, dass Freiflächenphotovoltaikanlagen auf Acker- oder Grünflächen nach EEG-Gesetz nur in benachteiligten Gebieten erstellt werden können. Da die Gemeinde Schönberg nicht zu einem dieser sogenannten benachteiligtem Gebieten gehört, ist eine Errichtung solcher Anlagen eigentlich nicht möglich. Doch bilden Konversionsflächen eine Ausnahme. Bei dem Areal über der ehemaligen Bauschuttgrube handelt es sich um eine solche Fläche. Im Klartext heißt das: Das Grundstück ist aufgrund der vorherigen Nutzung vorbelastet.

Der Gemeinderat stellte in der Sitzung fest, dass die Fläche landwirtschaftlich nur eingeschränkt nutzbar sei. Damit sei die Errichtung der Anlage zu vertreten.

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Das Gremium stimmte schließlich der Bauleitplanung zu – allerdings nur unter Voraussetzung folgender Punkte: So soll die Anlage mit einer Hecke in vorgegebener Höhe auf jeder Seite eingegrünt werden. Die Grenzabstände der Hecke, auch zur Straße, soll mindestens vier Meter betragen. Die Photovoltaikfläche soll mit Bodenabstand eingezäunt werden, um Kleintierbewegungen zu ermöglichen. Und: Die benötigte Ausgleichsfläche ist unmittelbar an der Südseite des Grundstückes als extensive Wiese mit Blühflächen anzulegen, um Arten- und Insektenvielfalt zu fördern.

Möglichkeit der Bürgerbeteiligung

Auch gesellschaftliche Ereignisse hatte der Gemeinderat bei der Entscheidungsfindung im Blick. Denn in der Nähe finden traditionellerweise und regelmäßig das Waldfest und die Disco der Aspertshamer Ortsvereine statt. Dem Betreiber der Anlage wird auferlegt, die Veranstalter von Schadensersatzansprüchen aufgrund von eventuell entstandenen Schäden durch Besucher freizustellen. Die anfallende Gewerbesteuer ist nach geltendem Recht an die Gemeinde Schönberg zu entrichten. Und außerdem wird der Betreiber der PV-Anlage verpflichtet, der Gemeinde vertraglich ein Vorkaufsrecht einzuräumen.

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Die Kosten für die komplette Bauleitplanung und einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan, sowie sämtliche weitere Planungen hat der Betreiber zu tragen. Ein Blendgutachten ist zu erstellen.

Und auch die Bürger sollen etwas vom Profit haben: Der Betreiber muss nach Vorgabe der Gemeinde den Schönberger Bürgern die Möglichkeit eröffnen, sich mit bis zu 30 Prozent in Form einer Gemeinschaftsform an der Anlage zu beteiligen. Zu gegebener Zeit wird die Gemeinde Schönberg zu einer Informationsveranstaltung einladen, wie diese Beteiligungsform gestaltet werden könnte. Die Kosten für die Errichtung des Solarparkes in Fuchshub wurden mit rund 4,2 Millionen Euro angegeben.

Solarpark kostet 4,2 Millionen Euro

Im Sachverhalt zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zum Aufstellungsbeschlusses des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit der Bezeichnung „Solarpark Fuchshub“ wurde auch auf die Klimaschutzziele eingegangen. Man war sich im Gremium einig: Die Nutzung erneuerbarer Energien wie bei einem Solarpark trägt wesentlich zum Klimaschutz bei.

Regionale Wertschöpfung unterstützt ländlichen Raum

Durch die Nutzung von Sonnenenergie würden kein klimaschädliches Kohlendioxid produziert und gleichzeitig wertvolle Ressourcen geschont. Des Weiteren stärke der Ausbau der dezentralen Energieversorgung die regionale Wertschöpfung und unterstütze damit den ländlichen Raum.

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Der Gemeinderat hat die Festsetzung eines Sondergebietes für die Nutzung der Sonnenenergie zur Stromerzeugung. Sobald die Auswirkungen der Planung aufgezeigt werden können, wird die Gemeinde die Ziele und Zwecke der Planung öffentlich darlegen und Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung geben. Eine öffentliche Auslegung des Planentwurfes folgt ebenso.

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