Oberneukirchener Urgestein wird 95

Zu seinem 95. Geburtstag nehmen Bürgermeisterin Anna Meier (links) und Marianne Zieglgänsberger von der Pfarrei den Jubilar gern in ihre Mitte. re

Oberneukirchen – Der Humor und das Wissen von Anton Emehrer ist auch mit 95 Jahren noch enorm.

Immer für ein Gespräch über vergangene Zeiten zu haben und manch lustige Begebenheit zu erfahren, dafür ist der Jubilar bekannt. Sein Leben und besonders seine Erlebnisse in den Kriegswirren schrieb er in einem Buch nieder. Er macht immer noch gerne einen „Kurzurlaub“ in der Endorfer Therme und unternimmt auch heuer wieder eine Fahrt mit der KSK nach Slowenien. Bei vielen Fahrten zu den Kriegsgräberstätten Europas war er dabei und er freut sich sehr, als er sich an Stelle von Geburtstagsgeschenken Geldspenden für die Kriegsgräberfürsorge wünschte und jetzt 1000 Euro spenden kann.

Der Start in sein langes Leben war am 22. Februar 1925 auf dem Emehrerhof, dort ist er auch mit acht Geschwistern aufgewachsen. Nach der Schulzeit wurde er als Viertältester in der elterlichen Landwirtschaft gebraucht. Gerade 18 Jahre alt geworden, bekam er den Stellungsbefehl zum Arbeitsdienst in der Hollerdau. Nach mehreren Stationen einer Kurzausbildung ging es ans Schwarze Meer zur Feldausbildungsdivision. Dort wurde er durch die Russen nach Rumänien verjagt. Bei einem Angriff wurde durch einen Schuss seine Schulter zertrümmert und er lag 13 Stunden schwer verwundet auf dem Feld. Nach Lazarettaufenthalt in Wien wurde er ins Heimatlazarett in Altötting verlegt und am 1. Mai 1945 aus der Wehrmacht entlassen.

Nach all der schweren Zeit begann mit der Heirat mit Therese Vorportner aus Renegarn im Jahr 1957 eine glückliche Zeit. Drei Kinder erblickten das Licht der Welt, jetzt feiern auch neun Enkel den Geburtstag mit ihrem Opa. Gemeinsam wurde der Hof bewirtschaftet und immer wieder modernisiert bis zur Übergabe an Sohn Anton. Über sechs Jahre pflegte er seine Ehefrau bis zu deren Tod nach 59 Jahre Eheleben im Jahr 2016.

Der „Emehrer Toni“ ist seit über 80 Jahren Mitglied bei der Marianischen Männekongregation und wurde als ältestes Mitglied besonders geehrt. Beim VdK Ortsverband ist er seit der Gründung vor über 70 Jahren dabei und auch die Kriegsgräberfürsorge, der Versehrtensportverein, der Seniorenclub und die Feuerwehr schätzen ihn als treues Mitglied. Den vielen Gratulanten schlossen sich für die Gemeinde Bürgermeisterin Anna Meier, für die Pfarrei Marianne Zieglgänsberger sowie die Ortsvereine an. Stolz zeigt er auch die schriftlichen Glückwünsche vom Ministerpräsidenten Markus Söder und vom Landrat Georg Huber. fim

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