Nachruf

Oberin Lioba aus Zangberg verstorben

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Die Nachricht vom Ableben der Oberin Lioba verbreitete sich in Zangberg wie ein Lauffeuer in der Gemeinde. Die Verstorbene wurde 1995 zum ersten Mal zur Oberin gewählt und übte dieses Amt fürzwölf Jahre aus.

von Hermann Huber

Zangberg – Sie erlangte große Beliebtheit im Ort, während ihrer Tätigkeit im damals neu gegründeten Pfarrkindergarten Herz-Jesu, in dem sie von 1976 bis 1983 als Leiterin tätig war.

Irmgard Zezulka wurde im nordhessischen Sontra geboren, wuchs dort mit ihren Eltern und zwei Brüdern auf, ehe sie im Alter von 14 Jahren, aufgrund einer Versetzung des Vaters, nach Rastatt in Baden umziehen musste. Nach ihrer Schulzeit beendete sie ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin bei den Niederbronner Schwestern in Karlsruhe im Jahr 1962. In dieser Zeit verspürte sie auch die Berufung zum Ordensleben und so schloss sie sich 1964 den Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Bühl an.

Zur Förderung ihrer pädagogischen Begabung ließ man die Schwester in Frankfurt Sozialpädagogik studieren. Während eines Seminars lernte sie das Kloster Zangberg kennen und fasste eine tiefe Neigung zu dem dort vorherrschenden Geist. 1972 erhielt siemdie Genehmigung zum Übertritt in den dortigen Orden, in dem sie am 15. April 1974 die erste und drei Jahre später ihre ewige Profess feierte.

Im Kloster war sie in vielen Bereichen tätig und für die Betreuung der Bewohner des damaligen Altenwohnheims machte sie zusätzlich eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Danach widmete sie sich wieder ihrem gelernten Beruf als Kindergärtnerin. Mit ihrer offenen und fürsorglichen Art begeisterte sie die Herzen der Kinder und Eltern. Viele Mitbürger können sich noch an die großartigen Kindergartenfeste unter ihrer Leitung und den Bau des Spielplatzes im Klosterpark unter ihrer tatkräftigen Mithilfe erinnern.

Durch ihre Berufung zur Hausmeisterin blieb dafür aber ab 1983 keine Zeit mehr und schon bald darauf wurde ihr auch die Aufgabe der Noviziatsleiterin übertragen. Während ihres Amtes als Oberin erlebte das Kloster große Umbrüche. Beispielsweise der Verkauf des Priesterhauses und der Beginn der Zusammenarbeit mit der BSH Academy.

Ein großes Anliegen war ihr immer auch die Zusammenarbeit mit anderen Ordensgemeinschaften. So arbeitete sie in der Erzdiözese, bei der Vereinigung der geistlichen Schwestern, mit und vernetzte sich über die Deutsche Ordensobernkonferenz. Auch innerhalb des Ordens lebte sie den Gedanken der Begegnung und so wurde sie 2004 auch zur Oberin der deutsch-österreichischen Heimsuchungsföderation gewählt.

Mit aller Kraft unterstützte sie die Auflösung des Klosters Pielenhofen, von 2009 bis 2013, und die damit verbundene Übersiedlung von fünf Schwestern nach Zangberg.

Zusätzlich wurde ihr 2012 noch das Amt der Oberin für das Kloster Beuerberg bis zu dessen Stilllegung übertragen.

Ihre aufopferungsvolle Tätigkeit forderte ihren Tribut. Seit 2016 hatte sie erhebliche gesundheitliche Probleme, die es ihr immer schwerer machten, in gewohnter Weise das Ordensleben aktiv mitzugestalten. Unter dieser Tatsache litt sie zunehmend. Der unerwartet schnelle Heimgang war für sie letztendlich eine große Erlösung. hhr

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