Oberbergkirchen ist die Formel Eins beim Breitband: Glasfasernetz ist Ende 2020 verfügbar

Vor nicht mal einem Jahr gab es den ersten Spatenstich. Jetzt steht der Glasfaserausbau in der Gemeinde Oberbergkirchen vor der Vollendung. Breitbandspezialistin Sabine Salzberger und Bürgermeister Michael Hausperger rechnen damit, dass im vierten Quartal 2020 die ersten Netzabschnitte freigegeben werden.
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Vor nicht mal einem Jahr gab es den ersten Spatenstich. Jetzt steht der Glasfaserausbau in der Gemeinde Oberbergkirchen vor der Vollendung. Breitbandspezialistin Sabine Salzberger und Bürgermeister Michael Hausperger rechnen damit, dass im vierten Quartal 2020 die ersten Netzabschnitte freigegeben werden.

Die Tiefbauarbeiten sind soweit abgeschlossen, auf einer Länge von 75 Kilometern wurden Gräben ausgehoben, um die passive Infrastruktur unter die Erde zu bringen: Die Gemeinde Oberbergkirchen ist gerüstet, um die Breitband-Offensive zu Ende zu bringen. Viele Millionen Euro wurde unter die Erde gebracht. Die Möglichkeiten sind gigantisch.

Von Josef Enzinger

Oberbergkirchen – Die Tiefbauarbeiten sind soweit abgeschlossen, auf einer Länge von 75 Kilometern wurden Gräben ausgehoben, um die passive Infrastruktur unter die Erde zu bringen: Die Gemeinde Oberbergkirchen ist gerüstet, um die Breitband-Offensive zu Ende zu bringen. Wenn ab dem vierten Quartal dieses Jahres die Glasfaserleitungen aktiviert werden, stehen den Bürgern Bandbreiten von 300 Megabit und höher zur Verfügung. Möglich gemacht hat das ein Bundesförderprogramm. Oberbergkirchen ist die einzige Gemeinde im Landkreis, die von diesem Programm Mittel abgeschöpft hat

Einzigartig im Kreis: 50 Prozent vom Bund

Und diese sind beträchtlich: 50 Prozent des 3,4 Millionen Euro teuren Breitbandausbaus kommen vom Bund, eine knappe Million steuert der Freistaat Bayern bei, etwa 680 000 Euro hat die Gemeinde Oberbergkirchen selbst noch zu schultern. Ein vergleichsweise geringer Betrag. „Aber immer noch ein Batzen Geld“, sagt Bürgermeister Michael Hausperger (CSU). Noch dazu für eine kleine Gemeinde wie Oberbergkirchen, die gleichzeitig den Neubau des Kinderhauses finanziell meistern muss. Mit 4,3 Millionen Euro ebenfalls kein Pappenstil, findet Hausperger. Die Gemeinde hat für beide Projekte knapp drei Millionen Euro, verteilt auf 2020/21, zu schultern.

Homeoffice wird immer wichtiger – schnelle Internet umso nötiger

Das aber seien Investitionen in die Zukunft, verteidigt der Oberbergkirchener Bürgermeister diese Ausgaben. Und Sabine Salzberger, die im Rathaus Oberbergkirchen den Breitbandausbau in der Gemeinde seit Antragstellung begleitet, pflichtet ihm bei: „Gerade in Zeiten von Corona hat sich gezeigt, wie wichtig eine schnelle Verbindung im Ort für diejenigen ist, die – alternativ zum Bürojob in München – nun ihre Arbeit im Homeoffice erledigen. Rückmeldungen aus verschiedenen Gemeindeteilen, Bürger, die nachfragen, wann die schnellen Glasfaserverbindungen endlich zur Verfügung stünden, bestätigen, dass sich die Gemeinde mit ihrer innovativen Idee auf dem richtigen Weg befinde.

Hohe Bandbreiten werden auch in der Landwirtschaft immer wichtiger

„Tatsache ist, dass nicht nur Homeoffice schnelle Verbindungen benötigt. Auch in der Landwirtschaft werden schnellere Bandbreiten immer wichtiger“, unterstreicht Bürgermeister Hausperger die Bedeutung der Digitalisierung. Nicht nur die Bürokratie ist es, die den Landwirt fordert. „Die GPS-basierte Software in den Traktoren benötigen ständig Updates. Je schneller umso besser“, nennt er ein Beispiel.

Hochgeschwindigkeits-Internet für 361 Haushalte

Wenn der Versorger – die Firma M-Net – ab dem vierten Quartal 2020 sukzessive die Leitungen freigibt, werden am Ende 361 Haushalte von den schnellen Verbindungen profitieren, informiert Salzberger. Besondere Freude herrscht im Rathaus darüber, dass darin auch die 38 Anschlüsse enthalten sind, die ursprünglich in der Planung nicht berücksichtigen gewesen seien. Die Rede ist von den Ortsteilen Rott und dem Baugebiet „Am Hang“. Diese beiden Gebiete seien im Breitband-Atlas als angeschlossenes Gebiet dargestellt worden, „was allerdings nicht den Tatsachen entsprochen hat“, sagt Salzberger. Deshalb habe die Gemeinde nachjustiert, einen Antrag nachgereicht. Und siehe da: Zehn Monate später folgte der Bescheid auf Förderung der Zusatzmaßnahme, die mit knapp 185 000 Euro im 3,4-Millionen-Paket zu Buche schlägt.

Im Ortskern müssen Bürger zuzahlen

Wenn der Ausbau abgeschlossen sein wird, profitieren vor allem die Außenbereiche, die für den geförderten Anschluss selbst nichts zu zahlen haben. Die Bürger, die im Ortsbereich von Irl und Oberbergkirchen wohnen, müssen allerdings knapp 2000 Euro beisteuern. „Wir haben für die Infrastruktur im Ort zur Verfügung gesorgt, der allerdings eigenfinanziert ist, weil die Ortskerne mit D-Slam ausgestattet wurden und mit mindestens 32 Megabit ausreichend gut versorgt gelten.

Deswegen gibt es dafür keine Förderung“, erklärt Hausperger. Das Interesse ist dennoch groß, sagt der Oberbergkirchener Bürgermeister: „Von 361 Haushalten haben 358 bekräftigt, dass sie schnelles Internet haben wollen! Ich denke, wir haben alles richtig gemacht!“

Schnellere Bandbreiten nutzen den Gewerbetreibenden

Dem widerspricht auch Andreas Lanzinger nicht, der Inhaber einer Druckerei in Oberbergkirchen ist. Druckerzeugnisse wie Imagebroschüren, Kataloge, Plakate, Flyer – es sind enorme Datenmengen, die im Postfach der Druckerei Lanzinger in Oberbergkirchen landen. Schon längst werden diese Dateien online verschickt, verschiedene Anbieter bieten sogenannte Clouds an, auf die Daten vom Firmenkatalog genauso hochgeladen werden wie das Plakat der Blaskapelle zum Jubiläum.

„Wir verfügen über eine 50-Megabit-Leitung, die läuft stabil, es ist nicht so, dass wir von der Welt abgeschnitten wären“, der Inhaber der Druckerei, Andreas Lanzinger will sich nicht beklagen über die digitalen Voraussetzung, an die er sich als Unternehmer aktuell in der Gemeinde Oberbergkirchen anzupassen hat. Die Breitband-Offensive im Ort will er aber nutzen, um seinen Betrieb fit für die Zukunft aufzustellen. „Denn die Datenmengen werden sicher nicht weniger. Das Volumen nimmt immer mehr zu.

Größere Bandbreiten schaffen Planungssicherheit

Größere Bandbreiten schaffen Planungssicherheit für die Zukunft, wovon wir ja nicht genau wissen, was sie bringt!“ Schade ist, erwähnt er, dass der Anschluss der Druckerei leider nicht gefördert wird. „Aber die Chance auf schnellere Übertragungsraten werden wir uns natürlich nicht entgehen lassen!“

Andreas Lanzinger sagt. „Höhere Bandbreiten schaffen Planungssicherheit!“

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