NEUES LAGERHAUS

Noch Unklarheiten zum Verkehrsaufkommen in Furth – Döring schlägt Kreisverkehr vor

Auf dem Acker im Hintergrund will die Raiffeisenbank das neue Lagerhaus bauen. Thomas Döring (Die Grünen) denkt langfristig, brachte an der Einmündung der Kreisstraße in die St2086 einen Kreisverkehr ins Spiel.
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Auf dem Acker im Hintergrund will die Raiffeisenbank das neue Lagerhaus bauen. Thomas Döring (Die Grünen) denkt langfristig, brachte an der Einmündung der Kreisstraße in die St2086 einen Kreisverkehr ins Spiel.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Das Raiffeisenlagerhaus passiert mit 17:2 Stimmen auch den Neumarkter Stadtrat. Jetzt folgt die öffentliche Auslegung für das Millionen-Projekt an der Staatsstraße 2086.

Neumarkt-St. Veit – Erst der Flächennutzungsplan, dann der Bebauungsplan zum neuen Raiffeisenlagerhaus in Neumarkt-St. Veit. Während der Neumarkter Stadtrat beim Flächennutzungsplan ohne weitere Diskussion der Änderung zugestimmt hatte (18:1), gab es durchaus noch Gesprächsbedarf beim Bebauungs- und Grünordnungsplan.

Spirkl sorgt sich um Verkehrsfluss

SPD-Stadtrat Ludwig Spirkl war die Zahl der Verkehrsbewegungen, die Vertreter des Bankhauses in der Bauausschusssitzung genannt hatten, zu vage. Von 58 Fahrzeugbewegungen pro Tag war die Rede, die der Bau des Lagerhauses hervorrufen würde. „Ich habe das als Schätzung aufgefasst. Gibt es dazu noch etwas Genaueres?“

Ist eine längere Abbiegespur notwendig?

Wie Spirkl erklärte, gehe es ihm darum, gewappnet zu sein, wenn zur Erntezeit die Landwirte vermehrt das Lagerhaus ansteuern. Er wolle ein zusätzliches Verkehrsproblem vermeiden. „Vielleicht wäre eine längere Abbiegespur nötig.“

Fachstellen können im Zuge der Auslegung noch Stellung beziehen

Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) verwies auf die Einschätzung der Verkehrsbehörde. „Das Straßenbauamt wird uns das schon mitteilen“, erwähnte er auch die öffentliche Auslegung, im Zuge derer die Fachbehörden Stellung zum Bebauungsplans nehmen können.

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Gruber lobt analytische Aufarbeitung der Verkehrszahlen

Stadtrat Peter Gruber (CSU) hingegen war der Meinung, dass die Tabellenkalkulation der Bank zum prognostizierten Verkehrsaufkommen sehr analytisch sei. „58 war der Durchschnitt, 60 bis 70 Fahrzeuge wurden maximal angegeben. Mir kam die Zahl wahnsinnig niedrig vor. Aber die Tabelle war sehr detailliert und differenziert.“

Döring fragt nach sinnvolleren Alternativen

Thomas Döring (Die Grünen) fragte nach, ob die Zufahrt exklusiv für die Raiffeisenbank gebaut werde oder diese gegebenenfalls ausgebaut werden könne. „Ich denke in die Zukunft und frage mich, ob dann ein Kreisverkehr nicht gleich die sinnvollere Alternative wäre.“

Baumgartner verwies darauf, dass die Zufahrt zunächst alleine auf das Bauprojekt der Raiffeisenbank zugeschnitten sei. „Wenn etwa geändert werden soll, dann geht das nur über die Änderung des Bebauungsplanes.

Zum Kreisverkehr sagte Baumgartner, dass neue Überlegungen in diese Richtung das Bauprojekt wahrscheinlich verzögern würde. Er bot aber an, nochmals mit dem Bauherren zu reden. „Uns muss aber klar sein: Wenn wir was anderes wollen, müssen wir das auch selbst bezahlen.“ Natascha Engelmann vom Bauamt in Neumarkt ergänzte, dass die gegenwärtige Planung in enger Abstimmung mit dem Straßenbauamt erfolgt sei.

Pro Arbeitstag 58 Kfz-Bewegungen

Im Bebauungsplan heißt es zur Erschließung, dass pro Arbeitstag 58 Kfz-Bewegungen prognostiziert werden, davon 34 Pkw und 24 Lkw beziehungsweise Schleppergespanne: „Für diese Zahl an Fahrzeugbewegungen dürfte die neu entstehende Kreuzung angesichts der Verkehrsstärken auf Staatsstraße und Kreisstraße ausreichend leistungsfähig sein.“ Es wurde festgehalten, dass der Querung des nordöstlich der Straßen verlaufenden Fahrradweges im Zuge der Zufahrtsplanung besondere Aufmerksamkeit zu widmen sei.

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Fahrradweg nicht außer Acht lassen

Spirkl hakte noch nach, fragte nach der Funktion des Walles, den die Raiffeisenbank laut Plan parallel zur Staatsstraße aufschütten will. Baumgartner erwiderte, dass er keine Funktion hätte und Engelmann erklärte, dass der Wall das Aushubmaterial sei, um das Gelände mit seiner rund acht Prozentigen Gefälle zu begradigen.

Mehrheitlich mit 17:2 Stimmen hat der Stadtrat den den Bebauungs- und Grünordnungsplan befürwortet, der jetztöffentlich ausgelegt wird. Träger öffentlicher Belange können nun Stellung beziehen.

Feldlerche und Kiebitz nachgewiesen

Schon in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses hatten Vertreter der Raiffeisenbank die Pläne vorgelegt. Diese plant den Neubau einer Getreidefassungsanlage sowie einer Lagerhalle für Düngemittel und Saatgut mit integrierter Marktfläche.

Naturschutzrechtlicher Ausgleich an anderer Stelle

Der geplante räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst circa 2,04 Hektar Fläche für das Betriebsgebäude sowie den erforderlichen Ausbau der Staatsstraße. Der naturschutzrechtliche Ausgleich ist an anderer Stelle vorgesehen und soll noch ergänzt werden.

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0,3 Hektar sind für Anpflanzungen geplant

Die überbaubare Grundstücksfläche umfasst 1,11 Hektar. Der Bebauungsplan sieht die Eingrünung des Gewerbegebietes von allen vier Seiten vor, etwa 0,3 Hektar sind für Anpflanzungen vorgesehen.

Wandhöhen sind laut Bebauungsplan bis 28 Meter zulässig, der Bebauungsplan lässt außerdem Aufschüttungen bis vier Meter zu und Abgrabungen bis fünf Meter. Um die Auswirkungen auf das Landschaftsbild zu überprüfen wurden Sichtbeziehungen untersucht. Die Gebäude mit bis zu 10,5 Meter werden demnach durch die geplanten Pflanzungsmaßnahmen umfassend eingegrünt. Die Trocknungsanlage mit 28,5 Meter ist hingegen aus allen Richtungen deutlich sichtbar.

Stufenartige Anordnung soll Auswirkung auf Landschaftsbild reduzieren

Durch die stufenartige Anordnung der Gebäude, soll die Wirkung der Wandhöhe auf das Landschaftsbild reduziert werden. Das Planungsgebiet wird als Acker genutzt, Biotope sind von der Planung nicht betroffen. Allerdings hat man im Rahmen der Begehungen die Feldlerche (drei Paare) nachgewiesen, ebenso ist mit der Baumaßnahme von dem Verlust eines Kiebitz-Reviers auszugehen.

Ein Hektar Ausgleichsfläche

Es sind Maßnahmen notwendig, um die kontinuierliche ökologische Funktionalität zu sichern. Angesichts der geringen Bedeutung des Plangebietes für die Schutzgüter von Natur und Landschaft, der Maßnahmen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen sowie der erheblichen Eingriffsstärke mit der Grundflächenzahl von 0,8 wird ein Ausgleichsfaktor von 0,5 für angemessen gehalten. Das wären umgerechnet 1,03 Hektar.

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