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„O‘ZAPFT IS!“

Niedrige Corona-Zahlen lassen Biergarten-Start zu: Skepsis und Freude bei den Wirten

Sommerkellerwirtin Ingrid Schwab legt im Salettl letzte Hand an, die ersten Gäste können kommen. Der Stammtisch hat bereits für Freitag reserviert. „Die würden auch kommen, wenn es schneien würde!“
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Sommerkellerwirtin Ingrid Schwab legt im Salettl letzte Hand an, die ersten Gäste können kommen. Der Stammtisch hat bereits für Freitag reserviert. „Die würden auch kommen, wenn es schneien würde!“
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Gemischte Gefühle bei den Lockerungen im Außenbereich. Und die bange Frage der Gastronomen von Erharting vis Neumarkt-St. Veit: Was macht das Wetter?

Neumarkt-St. Veit – Seit November herrscht Lockdown – jetzt gibt es endlich wieder eine Perspektive für die vielen Wirte im Landkreis. Denn ab sofort dürfen die Biergärten geöffnet werden. Die einen jubeln, bei anderen hält sich die Euphorie in Grenzen – denn es muss schließlich auch das Wetter mitspielen.

Wechselhaftes Wetter bereitet Kopfzerbrechen

In Erharting strahlt Ingrid Schwab mit der Sonne um die Wette, die sich allerdings immer wieder hinter dicken Wolken hoch über den Sommerkeller in Erharting versteckt. Das wechselhafte Wetter bereitet ihr Kopfzerbrechen, dennoch ist die Sommerkellerwirtin froh, dass es jetzt eine Perspektive gibt. „Schlechtes Wetter gibt es auch ohne Corona“, sagt sie pragmatisch. Sie betont, dass ihr der Lockdown nicht allzu viel geschadet habe.

In diesem Jahr nur drei Tage später dran als 2020

Sie schließt im Oktober und öffnet im Mai. „Im vergangenen Jahr war es der 18. Mai, diesmal sind wir drei Tage später dran. Alles im grünen Bereich“, sagt sie und freut sich schon auf die Gäste.

Statt 250 nur 160 Gäste im Sommerkeller

250 Gäste kann sie bewirten, wenn sie nicht auf Hygienerichtlinien achten muss. Zu Corona-Zeiten sind es wegen der Abstandsregel maximal 160. Trotz bester Planung bleibt eine gewisse Unsicherheit: „Wenn die Inzidenzen wieder steigen, ist gleich wieder alles dicht.“ Und so bestellt sie nur zurückhaltend Bier: zehn Fässer statt normalerweise 40.

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Das Problem mit den drei „G“

Gespannt ist sie darauf, wie sich die Dokumentation und Kontrolle der drei „G“ – Geimpfte, Getestete, Genesene – in der Praxis umsetzen lässt. Sie befürchtet immensen Aufwand, hofft aber, dass die neue Luca-App zur Registrierung der Gäste die Zettelwirtschaft des vergangenen Jahres reduziert. „Aber da ich grundsätzlich positiv eingestellt bin, bin ich auch diesbezüglich zuversichtlich.“

Gigantisches Geschäft trotz Corona

Eine Zuversicht, die sie aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres zieht. „Wir hatten trotz Corona ein gigantisches Geschäft, weil uns die Gäste nicht im Stich lassen.“ Auf 70 Prozent schätzt sie die Zahl der Stammgäste.

Skepsis beim Neumarkter Festwirt

Josef Zens aus Hofthambach würde jetzt eigentlich als Festwirt die Volksfestbesucher in Neumarkt-St Veit bedienen. Doch dasVolksfest wurde vor Wochen abgesagt. Jetzt wartet er in seinem Wirtshaus in Hofthambach darauf, dass die Corona-Zahlen noch weiter zurückgehen, damit ein geregelter Betrieb in der Gaststätte möglich ist.

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Die Öffnung der Biergärten alleine sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Aber eine langfristige Planung, etwa bei der Mengenbestellung für die Küche, sei nicht möglich. Denn selbst wenn Gäste reservieren würden: „Wenn es regnet, bleiben die Gäste trotzdem daheim. Und in die Gaststätte dürfen wir noch nicht ausweichen“, klagt Zens, der mit einem großen Saal genügend Platz anbieten könnte, damit die Gäste Abstand halten können.

Testpflicht könnte abschrecken

Skeptisch blickt Zens auf die Testpflicht beziehungsweise auf die Anordnung, dass sich Personen aus fremden Haushalten nur mit negativen Corona-Test an einen Tisch setzen dürfen. „Da bin ich mir nicht sicher, ob das der Stammtisch mitmacht.“ Notfalls müssten eben vor Ort Testmöglichkeiten bereitstellen. Doch der Aufwand sei groß.

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Auch DeHoGa-Chef Holger Nagl spricht von Verunsicherung

Diese Verunsicherung vordem Neustart der Gastronomie spürt Holger Nagl, Vorsitzender des Bayerischen Hotel und Gaststättenverbandes im Landkreis Mühldorf, bei vielen seiner Wirte-Kollegen. Er berichtet von einer Versammlung am Donnerstagabend mit Landrat Max Heimerl (CSU), in der sämtliche neue Bestimmungen für die Gastronomie diskutiert wurden. „Allgemeinverfügung, Hygienerichtlinien und jetzt die Testerei – es ist schwierig, das alles hundertprozentig zu durchblicken“, sagt Nagl. „Aber wir haben die Erfahrungen mit unseren Hygienekonzepten aus 2020, darauf lässt sich aufbauen.“

Mitarbeiter hatten sieben Monate Pause

Gleichzeitig bittet er um Verständnis, wenn nach der langen Pause zu Beginn nicht alles optimal laufen sollte in den Biergärten des Landkreises. „Die Mitarbeiter haben jetzt sieben Monate nicht gearbeitet, die müssen erst wieder reinkommen. Da kann es schon sein, dass es etwas ruckelt.“

Er aber ist sich sicher, dass die Gäste tolerant sind. Denn auch sie wüssten, dass die Gastro in Bezug auf soziale Kontakte systemrelevant ist.

Biergarten ist offen – auch wenn es regnen sollte

„Wir schaffen das“, versichert Nagl und freut sich darüber, dass schon erste Reservierungen vorliegen, wenn er am Sonntag offiziell die Biergartensaison eröffnet. „Und die Gäste haben angekündigt: Sie kommen auch, wenn es regnet.“

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