Eine Sache der Haftung

Niedertaufkirchener Abenteuer-Spielplatz muss wieder zurückgebaut werden

Um diesen „Spielplatz“ geht es: Aus Haftungsgründen hat Bürgermeister Sebastian Winkler die Grünen-Gemeinderäte angewiesen, alles abzubauen.
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Um diesen „Spielplatz“ geht es: Aus Haftungsgründen hat Bürgermeister Sebastian Winkler die Grünen-Gemeinderäte angewiesen, alles abzubauen.
  • Karlheinz Jaensch
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Bürgermeister Sebastian Winkler hat den Initiatoren des Abenteuerspielplatzes eine Frist zum Rückbau gesetzt. Die Begründung: Bei Unfällen wird die Gemeinde in die Pflicht genommen.

Niedertaufkirchen – Am Ende des öffentlichen Teils der jüngsten Niedertaufkirchener Gemeinderatssitzung gab Bürgermeister Sebastian Winkler (FWG) bekannt, dass der privat errichtete Abenteuerspielplatz in der Siedlung „Einfeld“ auf Gemeindegrund stehe.

Es sei zwar vorher einmal von der Gemeinderätin Rita Sperl (Grüne) gefragt worden, ob man bei der Siedlung Einfeld eine Spiellandschaft erstellen könne. Doch schon damals habe er diese Pläne nicht gutgeheißen.

Bürgermeister erfährt aus der Zeitung vom Spielplatz

Als er dann aus der Zeitung erfuhr, dass dort ein Abenteuerspielplatz entstanden sei, habe er größte Bedenken gehabt. Der Platz stehe ausschließlich auf Gemeindegrund.

„Das bedeutet, dass die Gemeinde dafür dann den Versicherungsschutz zu tragen hat“, erklärte Winkler. Diesen könne die Gemeinde jedoch nicht übernehmen, da keines der aufgestellten Geräte von Fachleuten kontrolliert und abgenommen worden sei.

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Auch in der Bürgermeisterversammlung wurde gewarnt

Und der Bürgermeister ging noch weiter: Da keines der Spielgeräte den Vorschriften genüge, werde es wohl auch nie eine Genehmigung für den Platz geben.

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In der Bürgermeisterversammlung sei vor wilden Anlagen auf Gemeindegrund gewarnt worden, berichtete er. Wiedergutmachungen in ungeahnter Höhe können da auf Gemeinden zukommen, sollte ein Kind zu Schaden kommen.

Versicherungen würden keine Schadensansprüche übernehmen

Ein Schreiben der Versicherungskammer auf eine diesbezügliche Anfrage las der Bürgermeister anschließend vor. Daraus ging hervor, dass die Gemeinde den Rückbau des wilden Abenteuerspielplatzes unverzüglich zu veranlassen habe, da die eventuellen Schadensansprüche von Versicherungen nicht übernommen würden.

Markus Schlagbauer (Grüne) erfuhr auf seine Frage, ob Privatleute den Versicherungsschutz übernehmen könnten, dass dies nicht erlaubt sei.

Auch von Beschwerden der Anwohner berichtete Winkler

Dies sei in der Bürgermeisterversammlung und von der Versicherungskammer bekannt gegeben worden, betonte Winkler. Außerdem, fügte er hinzu, habe er bereits von Anwohnern Beschwerden gehört, weil an der Stelle Tiere – Fasane, Rehe und Hasen – von den spielenden Kindern vertrieben würden.

Schlagbauer verteidigte die geschaffene Aufenthaltsfläche für die Kinder, die nach seinen Erfahrungen besser besucht sei als der gemeindliche Spielplatz.

Bis zum 3. Mai muss die Wiese geräumt werden

Schließlich setzte der Bürgermeister den Grünen-Räten eine Frist: Er las dazu öffentlich ein Schreiben seiner Verwaltung an die beiden Verantwortlichen Rita Sperl und Markus Wagenbauer vor, in welchem sie aufgefordert werden, den Spielplatz binnen einer Woche, konkret bis zum 3. Mai, vollständig abzubauen. Beiden überreichte er in der Sitzung je ein Exemplar des Briefes.

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