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Georg Obermeier feiert seinen 95. Geburtstag

Niederbergkirchens ältester Bürger ist noch bei guter Gesundheit

Georg Obermeier (links) freut sich über den Gratulanten der Gemeinde Bürgermeister Werner Biedermann.
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Georg Obermeier (links) freut sich über den Gratulanten der Gemeinde Bürgermeister Werner Biedermann.

Als er im September 1944 im Alter von nur 18 Jahren an der Ostfront in Polen einen Kniedurchschuss erlitt und sein rechtes Bein amputiert werden musste, hätte Georg Obermeier wohl nie daran gedacht, das hohe Alter von 95 Jahren zu erreichen. Der Jubilar ist noch fit.

Niederbergkirchen – Der Jubilar aus dem Dachsweg, bekannt als der „Burner Schos“, feierte am 29. April seinen hohen Geburtstag in kleinem Rahmen.

Mittleres von drei Kindern

Am vorletzten Apriltag 1926 hatte er als mittleres von drei Kindern der Landwirtseheleute Anna und Felix Obermeier auf dem Burnerhof in Eiselharting das Licht der Welt erblickt. Er wuchs dort mit seinen Geschwistern auf und besuchte im mehr als eine halbe Stunde Fußmarsch entfernten Pfarrdorf Niederbergkirchen die damals noch siebenjährige Volksschule und anschließend die landwirtschaftliche Berufsschule.

Als einziger Sohn, der den Hof einmal übernehmen sollte, war es selbstverständlich, dass er nach der Schulentlassung zu Hause mitarbeitete. Doch der Zweite Weltkrieg veränderte seine geplante Zukunft drastisch.

Bereits mit 17 zum Dienst verpflichtet

Mit gerade einmal 17 Jahren wurde Georg Obermeier 1943 zunächst für drei Monate nach Kloster Lechfeld zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet und noch im selben Jahr nach Cottbus zur Wehrmacht eingezogen.

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Die Ausbildung zum Panzergrenadier erfolgte dann hauptsächlich im dänischen Jütland, wonach er mit seiner Einheit an die Ostfront verlegt wurde. Am 23. September 1944 erlitt er die schwere Verwundung.

Hofübernahme nicht möglich

Nach neunmonatigem Lazarettaufenthalt zunächst in Bad Mergentheim und später in Altötting wurde er am 28. Juli 1945 nach Hause entlassen. Er arbeitete, soweit es der Verlust seines Beines zuließ, auf dem heimischen Anwesen mit, aber die Hofübernahme war nun nicht mehr möglich.

Im Dezember 1948 legte er erfolgreich die Jagdprüfung ab und widmete sich von da an mit viel Herzblut der Hege und Pflege des Wildes. Nicht weniger als 36 Jahre lang war er Jagdpächter in Niederbergkirchen. Seither beschränkt er sich auf die Beobachtung seines geliebten Wildes.

Das Theater und die Jagd lagen ihm am Herzen

Am 12. Juli 1977 heiratete er die Witwe Franziska Zagler und zog mit ihr in das am Dachsweg errichtete Eigenheim. In den 1950er- und 1960er-Jahren war er ein begeisterter Darsteller bei der Theatergruppe Niederbergkirchen. Besonders seine Auftritte als Brandner Kaspar waren legendär.

Der Tod seiner Gattin 2008 im Alter von 88 Jahren schmerzte ihn sehr. Aber er ließ den Mut nicht sinken, besuchte weiterhin die Seniorennachmittage. Er erledigte Einkäufe und Haushalt selbst und unternahm Fahrten zur Wildbeobachtung mit seinem VW-Käfer.

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Zur Feier des 95. Geburtstags überbrachte Bürgermeister Werner Biedermann seinem ältesten Gemeindebürger die besten Glückwünsche persönlich.

Auch der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Niederbergkirchen, Josef Huber, gratulierte dem einzigen noch lebenden Weltkriegsteilnehmer des Vereins und wünschte alles Gute, ebenso wie eine Vertreterin des Besuchsdienstkreises der Pfarrei.

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