NACHRUF

Niederbergkirchen trauert um Simon Mooshuber, den ältesten Gemeindebürger

-
+
-

Mit 95 Jahren und als einer der letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs aus Niederbergkirchen verstarb am 16. Januar der älteste Gemeindebürger, Schreinermeister Simon Mooshuber aus dem Kirchweg.

Niederbergkirchen – Als eines von vier Kindern des Schreiners Simon Mooshuber und Gattin Crescentia kam er am 26. Dezember 1925 zur Welt. Der „Schreiner Simmerl“, wie er genannt wurde, wuchs behütet auf und besuchte die an das heimische Anwesen angrenzende Volksschule in Niederbergkirchen. Anschließend konnte er im väterlichen Betrieb die Schreinerlehre antreten, die er am 25. August 1943 mit der Gesellenprüfung abschloss.

Bereits tags darauf wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und musste sich zur Grundausbildung in Bad Reichenhall einfinden. Nach einer weiteren Stufe der Wehrausbildung in Frankreich wurde er an die Ostfront zu Einsätzen in Polen, Rumänien, Ungarn und zuletzt in der Slowakei verlegt.

In Kriegszeiten wird Mooshuber schwer verletzt

Bei einem Tieffliegerangriff am 16. Januar 1945 wurde er schwer verwundet und entging nur knapp dem Tod. Erst nach einem halbjährigen Lazarettaufenthalt, zunächst in Immenstadt, später in Altötting, konnte er im Juli 1945 heimkehren. Da er außer einer abgetragenen Uniform keine Kleidung besaß, wurde ihm nach der Heimkehr vom damaligen Bürgermeister per Bezugsschein Kleidung zugeteilt.

Weil sein älterer Bruder, der eigentlich die Schreinerei weiterführen sollte, in Italien gefallen war, nahm Simon Mooshuber nun die Arbeit im elterlichen Betrieb wieder auf, denn nun sollte er ihn übernehmen. In den Jahren 1959 und 1960 legte er die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk ab, so dass er den Betrieb übernehmen konnte, den er in der Folgezeit mehrmals erweiterte und mit dem er sich im weiteren Umkreis großes Ansehen erwarb.

Opa von neun Enkeln und Uropa von zwei Urenkeln

Am 19. Mai 1959 heiratete er die Landwirtstochter Emilie Kreuzpointner aus Niederschweibern. Die Söhne Johann und Walter und die Töchter Irmgard und Gabriele vervollständigten das Familienglück. Diese machten ihn zum neunfachen Opa. Auch über zwei Urenkel konnte er sich noch freuen.

Neben Familie und Betrieb fand er auch Zeit sich für das Gemeinwesen zu engagieren. So gehörte er 1978 bis 1990 dem Gemeinderat von Niederbergkirchen an. Auch war er lange im Vorstand der Feuerwehr tätig.

Im Jahr 1977 konnte er mit seiner Familie das neu erbaute Haus am Kirchweg beziehen. Auch nach der Übergabe seines Betriebes an Sohn Hans im Jahr 1995 arbeitete er noch gerne mit, wann immer er gebraucht wurde. Viele Seniorennachmittage bereicherte er mit Dias und Filmen von Ausflügen und örtlichen Festen.

Weitere Nachrufe finden Sie hier.

Der Tod seiner Frau am 6. August 2016 nach 57 Ehejahren traf ihn schwer. Seine letzten gut vier Lebensjahre verbrachte er wohlumsorgt im Stift St. Veit in Neumarkt. Am 16. Januar schloss Simon Mooshuber für immer die Augen.

Die kleine Trauergemeinde konnte beim von Pfarrer Franz Eisenmann zelebrierten Seelengottesdienst mit Urnenbeisetzung vom allseits geachteten Mitbürger Abschied nehmen.

Mehr zum Thema

Kommentare