Niederbergkirchen erinnert an Jubiläum

Den Auftakt des Festjahres 1990 bildete ein Festgottesdienst zum Patrozinium am Blasiustag in der Pfarrkirche, den Pfarrer Lorenz Zettl (rechts) und Pfarrer Johann Scheller (links) mit Abt Dominik Nimmervoll gemeinsam zelebrierten.
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Den Auftakt des Festjahres 1990 bildete ein Festgottesdienst zum Patrozinium am Blasiustag in der Pfarrkirche, den Pfarrer Lorenz Zettl (rechts) und Pfarrer Johann Scheller (links) mit Abt Dominik Nimmervoll gemeinsam zelebrierten.

Die Hälfte der aktuellen Gemeindebürger dürfte wohl kaum das Jahr 1990 als besonderes Jahr für Niederbergkirchen im Fokus haben – sei es aufgrund des jugendlichen Alters oder weil man neu zugezogen ist.

Niederbergkirchen – Dabei war es das Jahr, in dem der Ort mit zahlreichen Veranstaltungen sein 1200-jähriges Bestehen feierte. Für diejenigen, die die Festlichkeiten bewusst miterlebt oder auch mitgestaltet haben, soll dies eine Erinnerung an vielleicht unvergessliche Tage sein, für die Jüngeren vielleicht ein Anstoß, sich mit der Geschichte des Heimatortes zu befassen.

Bereits im Dezember 1989 wurde von der Raiffeisenbank Niederbergkirchen eine Gedenkmünze zum Festjahr in einer limitierten Auflage von 500 Stück herausgegeben.

Den eigentlichen Auftakt zum Festjahr gab es dann zum Blasiustag, dem Kirchenpatrozinium am 3. Februar. Mit einem feierlichen Festgottesdienst, den Abt Dr. Dominik Nimmervoll von der Cistercienserabtei Wilhering bei Linz zusammen mit Pfarrer Lorenz Zettl und Pfarrer Johann Scheller zelebrierte, wurde das Festjahr offiziell eingeläutet. Schließlich war die Pfarrei Niederbergkirchen mehr als 500 Jahre lang von Cisterciensern aus Raitenhaslach priesterlich betreut worden.

Am Nachmittag des selben Tages wurde dann, erstmals wieder nach 33 Jahren (und bis heute zum letzten Mal) ein Blasiusumritt abgehalten, bei dem rund 75 Pferde und ihre Reiter von Abt Nimmervoll vom Balkon des Anwesens Heimfeldner in der Oberhofener Straße aus gesegnet wurden, wie es bis in die 50-er Jahre alljährlicher Brauch gewesen war.

Im Laufe der Fastenzeit wurde der Bevölkerung in mehreren Vorträgen, unter anderem von Rudolf Angermeier aus Neumarkt, die Geschichte des Heimatortesf nähergebracht.

Auch wurde das vorwiegend von Altbürgermeister Friedrich Siller und Sebastian Bichler erstellte 275-seitige Heimatbuch vorgestellt, das in einer Auflage von 1000 Exemplaren (inzwischen längst vergriffen) von der Gemeinde herausgegeben wurde.

Ein von Hermann Willimek veranstalteter Hoagartn und ein Tanz in den Mai beendeten den ersten Block der Feierlichkeiten.

Den Sommer über liefen in allen Ortsteilen Vorbereitungsarbeiten für das große Festwochenende Mitte September, speziell für den großen Festzug am 16. September mit über 100 Pferden und 40 Festwagen. bic

902: In vielen Ortsteilen, wie hier in der Dorfgemeinschaft Kinning der Flachsanbau, ließ man in Vorbereitung auf den Festzug im September alte Kulturtechniken wieder aufleben. (v. li. Erwin Holz, Gabi Holz, Resi Petermeier, Anna Schranner, Resi Lohr und Georg Petermeier)
895: Nach 33 Jahren Pause wurde wieder ein Blasiusumritt durchgeführt

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