BAULAND

30 Prozent Nachlass: Startschuss für die Vergabe der ersten Grundstücke „Am Kollmannseck“

Großes Interesse bestand am Montag an der Gemeinderatssitzung in der Niederbergkirchener Mehrzweckhalle. Rund 20 Zuhörer wollten Details zum Neubaugebiet „Am Kollmannseck“ erfahren.
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Großes Interesse bestand am Montag an der Gemeinderatssitzung in der Niederbergkirchener Mehrzweckhalle. Rund 20 Zuhörer wollten Details zum Neubaugebiet „Am Kollmannseck“ erfahren.
  • vonPeter Becker
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Die Nachfrage nach Wohnbauland in Niederbergkirchen ist groß. Schon im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Montag gingen Bewerbungen für die Grundstücke bei der Gemeindeverwaltung ein. Nach dem einstimmigen Sitzungsbeschluss startet die Vergabe der neuen Baugrundstücke nun aber offiziell am 1. März.

Niederbergkirchen – Der Niederbergkirchener Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Vergabemodalitäten diskutiert. Im kommenden Jahr dabei jeweils sechs Grundstücke vergeben: einkommensschwächere Interessenten können einen Vorzug und obendrein einen Nachlass von 30 Prozent auf den ermittelten Verkehrswert erhalten, sofern sie sich nach den bereits im vergangenen Jahr beschlossenen Vergaberichtlinien qualifizieren.

Abgabefrist läuft bis zum 30. April

Dazu müssen die Interessenten bis zum 30. April im Rathaus unter anderem Einkommensnachweise der letzten drei Jahre vorlegen, wobei fehlende Unterlagen sogar noch zwei Wochen lang nachgereicht werden können. „Um den Haushalt sicher zu stellen, müssen wir einige Grundstücke aber auch zum Verkehrswert verkaufen!“, betonte Bürgermeister Werner Biedermann (CSU/NBL) auf Nachfragen von Gemeinderat Christian Zenefels (CSU/NBL).

Die Parzellen eins bis vier, an der Rohrbacher Straße, sollen daher bereits 2021 ganz normal verkauft werden. Den Verkehrswert bezifferte Biedermann auf gut 205 bis 215 Euro inklusive Erschließung.

Die Erschließungskosten belaufen sich rechnerisch auf 120 Euro pro Quadratmeter. „Das Regenrückhaltebecken macht alleine 400.000 von den rund 1,8 Millionen Euro Erschließungskosten aus“, erklärte der Bürgermeister im Zuge der Diskussion.

Gesamtwert liegt bei 2,7 Millionen Euro

Wie auf der Sitzung zu hören war, summiert sich der Verkehrswert der 16 Grundstücke, laut einem Gutachten vom 9. Februar, auf rund 2,7 Millionen Euro. Der Gemeinderat stand daher vor der Entscheidung, auf wie viel Geld von den rechnerisch 900 000 Euro Überschuss die Gemeinde verzichten wolle, indem sie die Grundstücke vergünstigt abgibt.

Bei zwölf Parzellen, die nach den Einheimischen Richtlinien vergünstigt abgegeben werden, könne man immer noch „mit 600.000 bis 800.000 Euro für die Gemeindekasse“ rechnen, erläuterte der Bürgermeister. Falls alle Grundstücke mit dem 30-prozentigem Nachlass verkauft würden, wären nur noch etwa 400.000 zu erzielen – zu wenig, um laufende Projekte zu bezahlen.

Vergabe soll 2022 abgeschlossen sein

Gemeinderat Christian Liebhart (CSU/NBL) wollte wissen, warum die Vergabe nicht, wie ursprünglich angedacht, drei Jahre lang laufen, sondern bereits 2022 abgeschlossen sein solle. „Da würden die letzten Häuser vielleicht erst 2028 oder 2029 fertig, außerdem brauchen wir das Geld für den Kindergarten“, sagte Biedermann.

Die Vergabe der in diesem Jahr zu verkaufenden Grundstücke wird voraussichtlich Mitte Mai stattfinden, womit einige Häuslebauer noch heuer mit dem bauen anfangen könnten.

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Vorkaufsrecht für drei Parzellen seit 2013

Der Gemeinderat einigte sich einstimmig auf folgende Vergabemodalitäten: Die Parzellen 8 bis 10 können nicht verkauft werden, da dem ursprünglichen Grundstückseigentümer bereits 2013 notariell ein Vorkaufsrecht verbrieft wurde. Die Parzellen eins bis vier an der Rohrbacher Straße sollen zum Verkehrswert verkauft werden, für zwölf Parzellen ist ein Nachlass von 30 Prozent möglich.

Die Parzellen 8 bis 10 (rot umrandet) können nicht verkauft werden, da dem ursprünglichen Grundstückseigentümer bereits 2013 notariell ein Vorkaufsrecht verbrieft wurde. Die Parzellen eins bis vier südlich und nördlich der Rohrbacher Straße sollen zum Verkehrswert verkauft werden, für zwölf Parzellen ist jedoch ein Nachlass von 30 Prozent möglich.

Um diese Richtlinien geht es unter anderem

Der Gemeinderat hat die Vergabemodalitäten festgezurrt, ab dem 1. März bereits können sich die Niederbergkirchener für die Grundstücke bewerben. In den freien Verkauf kommen vier Parzellen, die nach Angaben von Felix Glas, in der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach für das Bauwesen zuständig, zwischen 195.200 Euro und 291.600 Euro kosten werden.

Zwölf preisgünstige Grundstücke werden an einkommensschwächere und weniger begüterte Personen gemäß der Richtlinien vergeben, die bereits auf der Internetseite der Verwaltungsgemeinschaft einsehbar sind.

Ermäßigungen vorrangig Familien mit Kindern

Vorrangig sollen Familien mit jüngeren Kindern gefördert werden, „wobei eine Ortsbezogenheit in Form eines Hauptwohnsitzes oder einer hauptberuflichen Tätigkeit im Gemeindegebiet sowie erschwerende individuelle Lebensumstände in Form einer Behinderung oder Pflegebedürftigkeit besondere Berücksichtigung finden“ sollen. Grundsätzlich nicht antragsberechtigt sind Personen, die in der Regel bereits Eigentümer oder Erbbauberechtigte einer Wohnung, eines Wohnhauses oder eines Baugrundstückes sind, die maximal 50 Kilometer vom Gemeindegebiet entfernt liegt.

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Jahreseinkommen darf nicht höher als 51.000 Euro sein

Das Jahreseinkommen des Antragstellers darf die Summe von 51 000 Euro nicht übersteigen. Ausschlaggebend sind die drei Kalenderjahre vor Antragstellung. Das Vermögen darf den Wert des im Wohnbaulandmodell zu erwerbenden Grundstücks nicht überschreiten. Vermögenswerte sind durch Nachweise zu belegen. Bei der Punktevergabe spielen auch Anzahl und Alter der Kinder eine Rolle, aber auch eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Gemeinde wirkt sich positiv aus.

Weitere Informationen zum Bewerbungszeitraum und den Grundstückspreisen folgen ab dem kommenden Freitag auf der Internetseite der VG. Dann sollen laut Glas auch die Bewerbungsunterlagen online verfügbar sein. Der Bewerbungszeitraum geht bis zum 30. April. Nach einem ausgeklügelten Punktesystem sollen die Grundstücke dann vergeben werden.

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