Nichte übernimmt von der Tante: Übergabe des Weiberstammtisches ganz ohne Notar

Die neue Vorstandschaft: Heidi Wimmer (links)und Cornelia Ritthaler (rechts), und dazwischen die scheidende Vorständin Frieda Kollmansberger und Schatzmeisterin Jutta Eckl. Jaensch

40 Frauen, 40. Geburtstag: Die Frauenrunde Wiesbach/Frauenhaselbach feierte vergnügt ihr Jubiläum und vollzieht im Vorstand einen Generationswechsel. Heidi Wimmer soll den Verein in die Zukunft führen.

Wiesbach/Frauenhaselbach – Am 21. November des Jahres 1979 gründeten die unternehmungslustigen Frauen aus allen Ortsteilen Wiesbachs im Gasthaus Hagenberger die „Frauenrunde Wiesbach/Frauenhaselbach“.

„Wir wollten damals das Wirtshaus beleben und uns selbst einmal im Monat bei Kaffee und Kuchen zum Ratschen treffen,“, erläuterte Frieda Kollmannsberger zu Beginn der Jubiläumsfeier. Sie war Gründungsmitglied der Runde und seit über 20 Jahren führt sie diesen „Weiberstammtisch“.

Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Jahres erinnerte die scheidende „Mutter der Runde“ humorvoll an die wichtigsten Ereignisse im Vereinsleben. Es begann mit den monatlichen Treffen, mit Feierlichkeiten an runden Geburtstagen und Weisertgehen bei Geburten.

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Nach und nach kamen Maiandachten mit Muttertagsfeiern, Kirta feiern, Grillfeste, Altennachmittage, Bildersuchfahrten und Wanderungen und der legendäre „männerfreie Weiberfasching“ hinzu. „36 Mal haben wir unsern Weiberfasching abgehalten!“, beendete die rüstige Mittelachtzigerin ihre Aufzählung.

Die eine Hälfte der Damen erinnerte sich gut an die Anfänge. Die andere Hälfte feierte erst seit wenigen Jahren mit. „Uns fehlt die mittlere Generation“, erklärt eine Teilnehmerin. „Unsere Töchter haben nicht so recht gezogen. Sie hatten andere Interessen.“

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Doch kann sich die Runde zum 40. über Nachwuchs nicht beklagen. Mehr als ein Drittel gehören schon der Enkelgeneration an und beteiligen sich seit einigen Jahren rege am Vereinsleben. Viele von ihnen haben selbst schon Kinder, die vielleicht die vierte Generation übernehmen werden.

Vorsitzende Frieda Kollmannsberger machte nun ihre Ankündigung wahr, die Leitung der Runde in jüngere Hände zu übergehen. „Ganz ohne Notar“, wie sie hinzufügte und schlug ihre Nichte Heidi Wimmer vor, die sich schon erste Verdienste bei Veranstaltungen erworben hatte. Als weiteres Vorstandsmitglied nannte sie Cornelia Ritthaler, die ebenso einstimmig gewählt wurde. Die Kasse bleibt in den bewährten Händen von Julia Eckl.

Heidi Wimmer versprach in ihrer Antrittsrede, den Verein ganz im Sinne ihrer Tante weiterzuführen. „Doch werde ich auf die Mithilfe von Euch Alten nicht verzichten.“, und versprach somit, die Generationen in der Frauenrunde fest zusammenzuhalten.

Noch lange blieben die Damen sitzen, schwelgten in Erinnerungen und wussten sich viel zu erzählen. Wie es halt jeder echte Weiberstammtisch tut. nz

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