Nicht vital und vergreisend: Winterlinden am Stadtplatz werden verschwinden – bis auf eine!

Linden ade, scheiden tut weh:Von einer Vergreisung spricht ein Baumexperte, den die Planerin Christina Lehner zur Bewertung der Vitalität der Linden herangezogen hatte. Bis auf einen fallen alle dem Kahlschlag zum Opfer. Jaensch

Bau- und Umweltausschuss diskutiert erneut über die grünen Lungen am Stadtplatz: Planerin Lehner schlägt drei weitere Standorte vor. Alleine der Baum am Café Hagn hat die Chance, die Stadtplatzsanierung zu überleben.

Neumarkt-St. Veit – Zwölf Winterlinden sind es aktuell, doch nur eine wird die Stadtplatzsanierung überleben: Das ist das vernichtende Urteil eines Baumexperten, der den Zustand der Bäume am Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz unter die Lupe genommen hat. „Nicht mehr vital“ beziehungsweise „vergreisend“ bewertete er den Zustand der Bäume und fand außerdem, dass schon die Wahl von Winderlinden von Anfang an „sehr unglücklich gewählt“ gewesen wäre. „Der schlechte Zustand der Linden wird sich in Zukunft wahrscheinlich nicht verbessern!“

Planerin legt noch drei Bäume drauf

Dass die Bäume nicht im allerbesten Zustand sind, war den Mitgliedern des Neumarkt-St. Veiter Stadtrates von Anfang an bewusst. Dennoch hatten sie in der Sondersitzung zur Stadtplatzsanierung die Planerin Christina Lehner darum gebeten, erneut zu überprüfen, ob weitere Standorte, als die in der Planung vorgesehen. Zwar waren in der Stadtplatzplanung 14 Bäume vorgesehen – drei am Johannesplatz an der Kirche, jeweils vier an den Brunnen und drei Einzelbäume – doch damit wollten sich die Stadträte nicht zufrieden geben.

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In der Bauausschusssitzung stellte Lehner nun eine neue Planung vor, nachdem sie das vernichtende Urteil des Baumexperten zum Baumbestand verlesen hatte. „Einzig der Baum am Café Auszeit ist stark genug, um ihn zu erhalten.“ Nachdem Stadtratsmitglieder bei der Sondersitzung erklärt hatten, dass ihnen in der Mitte des Stadtplatzes noch etwas Grün fehle, hat Lehner den Plan überarbeitet und nun drei weitere Standorte eingezeichnet, die sich vor allem im Zentrumsnähe befinden: Auf der östlichen Stadtplatzseite vor der Sparkasse, auf der westlichen Seite vor dem sogenannten „Landshuter Botenhaus ((Öl Weindl) und vor dem Sanitätshaus Kappel, gegenüber der Baumburggasse. 

So sieht der neue Vorschlag der Planerin aus: Jeweils vier Bäume an den beiden Brunnen, an beiden Enden des Stadtplatzes Bäume sowie drei am Johannesplatz an der Kirche. Zusätzlich zur Winterlinden, die als einziger Baum des Altbestandes bleiben soll (links unten) sollen in der Mitte des Staadtplatzes drei weitere Bäume gepflanzt werden, ohne das weitere Parkplätze geopfert werden müssen. SHL Architekten und Stadtplaner

Wie die Planerin bei der Vorstellung betonte, habe Nataschas Engelmann vom Neumarkter Bauamt mit den Anliegern des Stadtplatzes über mögliche Standorte für Baumpflanzungen gesprochen. Dabei habe sich herausgestellt: „Bäume gerne, aber nicht vor dem eigenen Haus!“

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Grundsätzlich zeigte sich Stadtrat Ludwig Spirkl (SPD) froh um jeden Baum, der stehen bleiben kann. Er fragte aber nach, ob die Standorte neuer Bäume am Johannesplatz nicht zu nahe an der Kirche geplant seien. Diese Befürchtung konnte Engelmann entkräften, mit den beiden Bäumen sei Pfarrer Eisenmann einverstanden. Einer Ersatzpflanzung vor der Reinigung Schrott erteilte Lehner eine Absage: „Dort besteht ein ,Leitungsnirvana‘, das geht in technischer Hinsicht nicht.“ Über die Baumart, die nach der Stadtplatzsanierung das Bild des Stadtplatzes prägen soll, darüber werde bei der Detailplanung beraten, kündigte Lehner an.

„Gnadenbrot“ für Linde am Café Hagn

Immer hin: Die Stadträte im Bau- und Umweltausschuss durften nun aufatmen, dass zumindest eine Winterlinde ihr „Gnadenbrot“ erhalten dürfte. Einstimmig befürworteten sie die neue Planung mit 17 Bäumen.

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