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Aufregung in Egglkofen

Nicht auf einer Wellenlänge: Modellflieger befürchten Bruchlandung wegen geplantem Funkmast

Die Mitglieder des Modellflugvereins Egglkofen sind in Sorge, dass ihre Miniaturflieger auf ihrem Flugplatz bei Tegernbach nicht mehr abheben können.
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Die Mitglieder des Modellflugvereins Egglkofen sind in Sorge, dass ihre Miniaturflieger auf ihrem Flugplatz bei Tegernbach nicht mehr abheben können.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Der Frust ist groß bei den Mitgliedern des Modellflugvereins Egglkofen: Ein geplanter Funkmast könnte ihrem Hobby ein jähes Ende bereiten. Doch ganz kampflos wollen sie das Feld nicht räumen.

Neumarkt-St.Veit/Egglkofen – Die Mitglieder des Modellflugvereins Egglkofen befürchten, dass sie ihrem Hobby nicht mehr nachgehen können. Denn in der Nähe ihres Flugplatzes bei Tegernbach soll ein Funkmast errichtet werden. Und dieser könnte die Frequenzen stören, die sie benötigen, um ihre Flugmodelle steuern zu können.

Was den Vereinsvorsitzenden Roman Hackner stört, ist, dass man nirgends eine fundierte Auskunft bekommt, auf welcher Frequenz der Funkmast sendet. Damit könnte zumindest Klarheit geschaffen werden, wie es weitergeht. Eine Lösung könnte eine Simulation der Strahlenbelastung sein, weiß Hackner. So ein Verfahren kostet aber rund 1000 Euro; und nach seiner Auskunft wird das niemand bezahlen.

Kommt nach 46 Jahren Aus für MFC?

Den Modellflugverein MFC Egglkofen gibt es seit 46 Jahren. Doch gerade sorgt sich die Vorstandschaft um die Zukunft: Anfang März hatte der Vorsitzende Roman Hackner die Information bekommen, dass im Luftsektor ihres Modellflughafens ein Funkmast gebaut werden soll.

Standort nicht in Egglkofen, sondern in Neumarkt-St. Veit

Er wandte sich an Egglkofens Bürgermeister Johann Ziegleder (ULE). Doch der habe ihm versichert, dass nicht etwa in der Gemeinde Egglkofen ein Funkmast gebaut werden soll. Vielmehr ist es ein Gemeindeteil von Neumarkt-St. Veit, wo der Mast errichtet werden soll. Bei einem Treffen mit dem Bürgermeister und zwei Anwohnern auf dem Gelände des Modellflughafens war von Grusberg, einem Weiler in der Nähe von Elsenbach, die Rede.

Hackner verfasst Schreiben an Neumarkts Stadträte

Nachdem man ihm gezeigt hatte, in welche Richtung der Funkmast strahlen soll, war Hackner schnell klar: Das ist genau der Luftsektor, in dem die Modellflugzeuge des MFC ihre Kreise ziehen. Da der Verein bisher auch keine Auskunft über die genaue Sendeleistung des Funkmastens bekommen hat, haben „wir große Bedenken, dass unser schönes Hobby bald nicht mehr möglich ist“, formuliert es Hackner in einem Schreiben an die Stadträte von Neumarkt-St. Veit.

Das letzte Wort hat das Landratsamt

Für Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) ist allerdings die Stadt der falsche Ansprechpartner: Der Funkturm wird von der „Deutschen Funkturm GmbH“ (DFMG) – ein Teil der Deutschen Telekom Gruppe – auf einem privaten Grundstück errichtet. Der entsprechende Bauantrag ist im Mai 2021 im Bauausschuss behandelt und genehmigt worden. Genehmigt deshalb, weil alle Prüfkriterien, für die die Kommune zuständig ist, erfüllt oder eingehalten worden seien. Danach ging der Bauantrag weiter ans Landratsamt, das als Genehmigungsbehörde das letzte Wort hat.

Nur 800 Meter trennen Flugplatz von Funkmast

„Weiter haben wir das Landratsamt darauf hingewiesen, dass der Flugplatz des Modellflugverein Egglkofen nur 800 Meter entfernt ist und es passieren könnte, dass der Mast auf der gleichen Frequenz wie die Modellflugzeuge funkt und dadurch eventuell kein Modellfliegen mehr möglich ist. Das Landratsamt hat uns dazu mitgeteilt, dass die Bedenken aus baurechtlicher Sicht geprüft werden und der Bauantrag noch in Bearbeitung ist“, erklärt Baumgartner weiter.

Rund 800 Meter ist der geplante Funkmast vom Flughafen des MFC entfernt.

Das bestätigt auch das Landratsamt Mühldorf. Die Behörde argumentiert, dass „noch nicht alle erforderlichen Unterlagen des Betreibers beziehungsweise Bauherren und Stellungnahmen vorliegen. Teil dieser Unterlagen ist auch eine Bescheinigung der Bundesnetzagentur, die unter anderem das Thema Funkfrequenz behandelt“.

Frequenzen sind nicht Bestandteil des Baugenehmigungsverfahrens

Die möglichen Frequenzen, so die Pressemitteilung des Landratsamtes weiter, sind im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren allerdings nicht Teil der Prüfung durch das Landratsamt. Diese Prüfung konzentriert sich auf sämtliche baurechtliche Fragen, die den Funkmast betreffen.

Bundesnetzagentur hat keine Bedenken

Die Bundesnetzagentur hat keine Bedenken, dass die Frequenzen der Funkfernsteuerungen der Modellflieger gestört werden. „Die Frequenzbereiche 35,010 bis 35,200 MHz und 35,820 bis 35,910 MHz dürfen nur zur Fernsteuerung von Flugmodellen genutzt werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Mobilfunkstandort bei Grusberg wird aber in einem Umkreis von rund 2,5 Kilometer im Frequenzbereich 800 bis 2100 MHz senden. „Die Mobilfunknetzbetreiber sind verpflichtet, die Grenzwerte der Nebenaussendungen von Mobilfunkbasisstationen einzuhalten. Bei Einhaltung der zulässigen Grenzwerte ist eine Störung der Frequenzen zur Funkfernsteuerung von Modellen nicht zu erwarten“, so die Bundesnetzagentur in ihrer Pressemitteilung.

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