Neumarkter Bau- und Umweltausschuss gibt grünes Licht für Sanierung der alten Genossenschaft

Stufengiebel an jeder Seite– diese prägen das ehemalige Wirtshaus mit Saal. Die Genossenschaft hatte bei einem Brand Ende Juli 2019 große Schäden erlitten. Die Polizei hatte sogar von möglicher Brandstiftung gesprochen. Einen Täter hat sie aber bis heute nicht ermittelt. Jungen Neumarkter Unternehmer haben das Gebäude erworben und wollen es nun aufwendig restaurieren. Enzinger

22 Wohnungen aber nur 25 Parkplätze: Hobmaier spricht schon jetzt von Spießrutenlauf in der Altöttinger Straße und warnt vor einer Verschärfung der Verkehrssituation

Neumarkt-St. Veit– Es riecht immer noch nach Verbranntem, wenn man auf den Parkplatz hinter der Genossenschaft fährt. Bitumenplatten sind herausgerissen, stapeln sich vor dem Wirtshaus. Betonteile sind aufgetürmt, das Dach ist längst entsorgt. Es tut sich was am denkmalgeschützten Gebäude mit den markanten Stufengiebeln an der Altöttinger Straße. Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Jetzt haben die Bauherren, zwei junge Unternehmer einer Neumarkter Baufirma, auch noch offiziell grünes Licht erhalten, das Gebäude wieder aufzubauen.

Stallung wird wieder aufgebaut

Der Bauausschuss der Stadt Neumarkt-St. Veit hat in seiner jüngsten Sitzung befürwortet, dass die Gaststätte in ein Mehrfamilienhaus umgenutzt wird und die alte Stallung wieder aufgebaut wird. „Sogar der Torbogen soll wieder errichtet werden!“, informierte Bürgermeister Erwin Baumgartner den Bauausschuss über die Planungen, die weitgehend von der Denkmalschutzbehörde so vorgegeben worden sind.

Das Gebäude soll also äußerlich wieder so gestaltet werden, wie es vor dem Abriss des Schützenheimes, das sich in der alten Stallung befunden hatte, ausgesehen hatte. Das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.

16 Wohnungen sind im Hauptgebäude der Genossenschaft vorgesehen, dort wo sich früher Gaststätte und Saal befunden hatten. Sechs weitere Wohnungen sollen im Neubau Platz finden, insgesamt also 22 Wohnungen. Nach Ansicht der Verwaltung sind die Voraussetzungen erfüllt. Das Vorhaben fügt sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung ein.

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Weil es sich um ein Mischgebiet handelt, seien nur 25 Stellplätze notwendig – ein Stellplatz pro Wohnung plus zehn Prozent, so Baumgartner. Diese Parkflächen sollen alle auf dem Grundstück errichtet werden. Die Regel seien eigentlich zwei Stellplätze pro Wohnung, schickte Baumgartner noch hinterher. Der Bürgermeister fand schließlich: „Der Brand war ja fast schon ein Glücksfall für die Stadt!“ Sonst wäre wohl zu befürchten gewesen, dass das ungenutzte und mittlerweile heruntergekommene Gebäude weiterhin leer gestanden wäre. In den letzten Jahren hatte es ja immer wieder Beschwerden gegeben, dass der Putz abbröckelte und Fußgänger gefährdete. Irgendwann sah sich die Stadt sogar gezwungen, den Gehweg zu sperren, damit keine Fußgänger verletzt werden.

Hobmaier bemängelt Parkplatzsituation

Grundsätzlich war sich der Bauausschuss darüber einig, dass den Bauherren keine Steine in den Weg gelegt werden sollten. Einstimmig stellte sich der Rat hinter den Plänen. Dennoch musste Peter Hobmaier (UWG) eine Sache ansprechen. Ihm brannte nämlich die Parkplatzsituation an der Altöttinger Straße ganz allgemein unter den Nägeln. „Die ist schon jetzt zugeparkt ohne Ende. Die Fahrt gleicht einem Spießrutenlauf!“, fand er. Er befürchtete, dass sich die Situation noch verschärfen könnte, „wir müssen das im Blick haben!“

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Baumgartner stimmte ihm zu, ergänzte aber, dass die Parkproblematik an der Altöttinger Straße separat zu behandeln sei. „Das diskutieren wir an anderer Stelle. Die Parksituation hat nichts mit diesem Verfahren hier zu tun!“. Tatsächlich wurde in der Vergangenheit schon oft die Parkerei an der Altöttinger Straße moniert. Zuletzt hatten die Bürger im November 2018 moniert, dass die Durchfahrbarkeit der Altöinger Straße wegen abgestellter Fahrzeugen eingeschränkt ist. Vor drei Jahren waren sogar Halteverbotsschilder aufgestellt worden, die aber inzwischen beseitigt wurden.

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