Für einen Geschichts-Wettbewerb

Wegen Corona geschlossen: Das Neumarkter Schulmuseum hilft Kindern trotzdem bei den Hausaufgaben

Museumsleiterin Maria Huber will die Teilnehmer am Geschichtswettbewerb unterstützen und wird zu diesem Zweck das Schulmuseum - corona-konform – bei Anfragen öffnen.
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Museumsleiterin Maria Huber will die Teilnehmer am Geschichtswettbewerb unterstützen und wird zu diesem Zweck das Schulmuseum - corona-konform – bei Anfragen öffnen.
  • Karlheinz Jaensch
    vonKarlheinz Jaensch
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Neumarkts Schüler sollen sich an einem Geschichtswettbewerb beteiligen. Doch das Schulmuseum, das das Wissen dazu hütet, hat wegen Corona geschlossen. Muss die Wettbewerbsteilnahme ausfallen? Keineswegs.

Neumarkt-St. Veit – „Macht mit beim Schülerlandeswettbewerb Erinnerungszeichen 2020/21!“ und „Erforscht die Geschichte und Kultur eurer Heimat!“ So fordert das Bayerische Kultusministerium alle Schülerinnen und Schüler sämtlicher bayerischen Schularten und Jahrgangsstufen auf, sich dieses Jahr Gedanken über das Schulwesen zum Kriegsende 1945 in Bayern zu machen. Diese Gedanken kann ein einzelner Schüler, oder eine Gruppe oder eine Klasse in einer freigewählten Form zum Ausdruck bringen und sich damit an diesem Wettbewerb beteiligen. In NeumarktSt.Veit gibt das Personal des Schulmuseums gerne Hilfestellung.

Das Schulmuseum liefert tiefe Einblicke in das Leben der Nachkriegsjahre.

Über den Neuanfang des Unterrichts 1945

„Bei diesem Wettbewerb hätte ich unsere Schulen gerne ganz vorn gesehen. Unser Schulmuseum hat gerade über die Zeit am Ende des Krieges und über den Wiederanfang hervorragende Ausstellungsstücke“, erklärt Museumsleiterin Maria Huber. „Leider hat Corona die Unterrichtsmöglichkeiten sehr begrenzt.“

Der Wettbewerbsbeitrag darf auf Papier, als Projektordner oder in vielfältiger Art digital auf Speichermedien eingereicht werden, wie es aus dem Ministerium heißt. Wichtig ist, dass die Schüler, wenn möglich, Zeitzeugen aus der Familie und dem Bekanntenkreis befragen, wie diese die Endzeit des Krieges und den Neuanfang des Unterrichts im September 1945 noch in Erinnerung haben.

Bücher von den Amerikanern

Die Schüler können sich von Oma und Opa als Zeitzeugen aus dieser Zeit erzählen lassen. „Und wenn dann die Kinder erfahren von überfüllten Klassen, von der Schulspeisung, von den fehlenden eigenen Mitteln bei Kleidung und Schulsachen, von überfüllten Schulsälen, in denen ein Eisenofen nur dann brannte, wenn Schüler Briketts oder Holz mitgebracht hatten und von der herrschenden Not allenthalben, dann hätten sie sich in unserem Museum das alles anschauen können und für ihren Beitrag Vieles verwenden können.“, weist Maria Huber , Leiterin des Museums und unerschöpfliche Quelle an Geschichten anno dazumal, auf den großen Bestand auf Exponate hin.

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Einsendeschluss am 19. März 2021

Da der Einsendeschluss vorerst erst der 19. März 2021 ist, wäre ja noch Zeit, an dem Wettbewerb teilzunehmen, der schon im vorigen Jahr begonnen hat. Die erschwerten Unterrichtsbedingungen könnten gerade Schüler aus Neumarkt-St. Veit verleiten, sich noch zu beteiligen. Das Schulmuseum ist zwar derzeit geschossen, aber Museumsleiterin Maria Huber bietet an, für einzelne Schüler, die sich bei ihr anmelden, das Museum für diesen Zweck zu öffnen.

Diese Religionsbücher von 1926 ließen die Amerikaner nach dem Krieg in Bayern wieder zu.

Forschen in Zeiten ohen Computer und Handy

„Jeder kann dort praktisch zu jedem Vorkommen Anschauungsmaterial sichten und fotografieren, und so seinen Wettbewerbsbeitrag wunderbar illustrieren. Und ich selbst kann natürlich auch viel aus dieser Zeit berichten“, lockt die erfahrene Pädagogin.

Die Preise des Wettbewerbs betragen insgesamt 12 000 Euro, wobei die beste Arbeit mit bis zu 5000 Euro prämiert werden kann. Natürlich findet die Wertung in allen Jahrgangsstufen gesondert statt, denn auch die unteren Jahrgänge haben echte Gewinnmöglichkeiten.

Im Schulmuseum finden die Schüler antworten auf die Fragen: Woher nahmen die Lehrer Lehrmittel, nachdem die Amerikaner alle Lehrmittel der Nazis verboten hatten? Womit vertrieben sich Kinder die Freizeit ohne Computer, Fernseher oder Spielzeug? Worauf schrieben die Schüler, wenn es keine Hefte gab?

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