Grundstücke gesichert

Lagerhaus vor den Toren der Stadt Neumarkt: Raiffeisenbank findet endlich Standort bei Furth

Das wäre der Standort, die Wiese am oberen rechten Viertel des Bildes, direkt an der Staatsstraße 2086 und der Umgehungsstraße der B299. Die infrastrukturelle Anbindung bezeichnet die Raiffeisenbank als optimal.
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Das wäre der Standort, die Wiese am oberen rechten Viertel des Bildes, direkt an der Staatsstraße 2086 und der Umgehungsstraße der B299. Die infrastrukturelle Anbindung bezeichnet die Raiffeisenbank als optimal.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Die Grundstücke sind gesichert, die Vorgespräche mit der Stadt Neumarkt-St. Veit auf fruchtbaren Boden gefallen und auch die Bodenproben haben dem Bauträger bestätigt: Dem Standort des neuen Raiffeisenlagerhauses bei Furth steht nichts im Wege.

Neumarkt-St. Veit – Auf Nachfrage bestätigte Helmut Vilsmaier, Vorstand der Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit-Reischach eG, dass es nun an die konkreten Planungen geht für das Lagerhaus.

Zwei Hektar Grund stehen zur Verfügung

Schon unter der Ägide des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Lorenz Heller hatte die Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit-Reischach nach Standorten Ausschau gehalten, war aber bei der Suche an der Landkreisgrenze zu Altötting immer wieder am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Tenor der Bedenkenträger damals: Das Lagerhaus mit übergroßen Silos könnte die Dimensionen sprengen und zu einer größeren Verkehrslast führen. Doch Vorstand Vilsmaier macht deutlich: „Es wird keine Silos geben. Das neue Lagerhaus soll das bisherige an der Bahnhofsstraße in Neumarkt-St. Veit ersetzen.“

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Dafür stehen der Raiffeisenbank rund zwei Hektar Fläche bei Furth zur Verfügung, wovon in einem ersten Schritt erst einmal 1,5 Hektar bebaut werden sollen. Der Fokus richtet sich auf eine größere Getreideannahme mit einer Annahmeleistung von 150 Tonnen Getreide pro Stunde. Geplant sind Lagerflächen für Düngemittel, Pflanzenschutzmitteln sowie ein Palettenlager und Büroflächen. Kurzum: „Es wird ein Agrarstandort“, so Vilsmaier. Größer und moderner als das Haus an der Bahnhofsstraße. Drei Lageristen und drei Büroangestellte sollen dort beschäftigt sein. Bei der Angabe der Kosten hält sich Vilsmaier zurück, dafür müsse man die konkreten Planungen abwarten. Er spricht aber von einem siebenstelligen Betrag, einem Millionen-Projekt.

Vilsmaier bezeichnet Standort als „Glücksfall“

Dass es auf den Standort im Westen von Neumarkt-St. Veit hinauslaufen wird, bezeichnet Vilsmaier als Glücksfall. Zwar sei auf der Staatsstraße 2086, also von Lohkirchen Richtung Furth, eine Linksabbiegespur nötig. „Doch ansonsten könnte die Infrastruktur besser nicht sein.“ Die Bundesstraße 299 beziehungsweise die Umgehungsstraße diene als Nord-Süd-Achse. Die Staatsstraße 2086 verbinde die Landwirte von Ost nach West. Vilsmaier spricht von einem Einzugsgebiet mit einem Radius von etwa 30 Kilometern.

Weitere Lagerhäuser in Wurmannsquick, Wald bei Winhöring und Oberndorf

Die zentrale Lage sei das große Plus, so der Vorstand der Raiffeisenbank, die weitere Lagerhäuser in Wurmannsquick, Wald bei Winhöring oder Oberndorf unterhält. Allerdings zieht der Neubau nicht nur die Verlagerung des Neumarkter Standortes nach sich. Mit Eröffnung des neuen Lagerhauses wird der Standort in Niederbergkirchen geschlossen, wie Vilsmaier ergänzt.

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Bodenproben waren notwendig geworden

Seit einigen Monaten liebäugelte die Raiffeisenbank mit dem Grundstück bei Furth, ließ Bodenproben nehmen und suchte auch das Gespräch mit den Verantwortlichen vor Ort. Die Stadt unterstützt das Projekt, wie Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner bestätigt. „Neumarkt-St. Veit ist landwirtschaftlich geprägt. Es ist gut, wenn es ein zentrales Angebot gibt, das es ermöglicht, Produkte abzuliefern, ohne weit fahren zu müssen.“

Optimale Verkehrsanbindung

Die Verkehrsanbindung beschreibt er als optimal. Durchaus bewusst sei ihm aber, dass mit der Realisierung des Projekts viel Arbeit verbunden sein wird. Seitens des Stadtrates wartet man jetzt gespannt auf die Visualisierung, damit sich das Gremium im Rahmen des Bauleitplanverfahrens ein genaues Bild über die Maßnahme machen kann.

Auch der Naturschutz hat ein Wörtchen mitzureden

Das Straßenbauamt müsse mit ins Boot geholt werden, der Naturschutz wird ein Wörtchen mitreden wollen und dann gilt es auch noch Ausgleichsflächen zu schaffen. „Das sind alles keine unlösbaren Herausforderungen, aber das wird sehr aufwendig“, so Baumgartner, der betont, dass im Stadtrat bisher ein positives Echo zu den Plänen gebe.

Pläne sollen schon in der Februarsitzung des Stadtrates vorgestellt werden

Laut Vilsmaier wird die Raiffeisenbank wohl in der Februarsitzung des Stadtrates die konkrete Planung vorstellen. 2021 sollen die Grundlagen geschaffen werden für das Bauleitplanverfahren, die Ausschreibungen sollen im nächsten Jahr erfolgen und 2022 Baubeginn sein. „Wenn alles gut läuft, könnte das neue Lagerhaus 2023 bezogen werden“, zeigt sich Vilsmaier zuversichtlich.

Lagerhaus besonders für den nördlichen und östlichen Landkreis wichtig

„Dass das Lagerhaus an diesem Standort verwirklicht werden kann, ist für den nördlichen und östlichen Landkreis enorm wichtig!“ Erleichtert äußert sich der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Ulrich Niederschweiberer, über den Konsens, den die Raiffeisenbank für den Standort bei Furth erwirkt hat.

Es mangelt an modernen Lagerhäusern

Das Raiffeisenlagerhaus in Niederbergkirchen sei veraltet, nicht mehr salonfähig und entspreche schon lange nicht mehr dem modernen Stand der Technik. „Wenn dort zwei Kipper entladen haben, war der Vormittag gelaufen“, meint Niederschweiberer. Zwar gebe es im Landkreis, etwa mit dem Unternehmen der Familie Geisberger bei Zangberg, ein modernes Lagerhaus, das erst vor kurzer Zeit errichtet worden sei. „Doch das ist zu wenig für einen landwirtschaftlich geprägten Landkreis wie den unseren!“

Raiffeisenbank hat ihr Versprechen gehalten

Er begrüßt es, dass die Raiffeisenbank ihr Versprechen zum Bau eines modernen Lagerhauses gehalten habe, das sie im Vorfeld ihrer im Juni 2013 beschlossenen Fusion, gegeben hätten. Es habe in den vergangenen Monaten sehr viele Gespräche gegeben, in welche auch er als Vertreter der Landwirtschaft eingebunden gewesen sei. Niederschweiberer spricht von einem sehr kooperativen und lösungsorientierten Meinungsaustausch.

Bank ließ sich auf eine Kulanzlösung für Niederbergkirchen ein

„Die Diskussionen waren immer sehr offen. Als die Schließung des Lagerhauses in Niederbergkirchen im Raum stand, war die Bank sehr kulant, hat sich auf modifizierte Öffnungszeiten an diesem Standort eingelassen. Den nun geplanten Standort vor den Toren Neumarkt-St. Veits beschreibt Niederschweiberer als ideal. „Er strahlt in andere Landkreise aus und ist leistungsstark. Vor allem aber führt der Verkehr nach der Fertigstellung nicht mehr durch den Ort.“

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