Nachruf

Neumarkt-St. Veit verliert mit Johann Ehmeier einen großen und engagierten Naturfreund

Johann Ehmeier
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Johann Ehmeier
  • Karlheinz Jaensch
    vonKarlheinz Jaensch
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Plötzlich und unerwartet verstarb der 62-Jährige dort, wo er sich am liebsten aufgehalten hat – in seinem Garten. Ehmaier war das Gesicht des BUND Naturschutz in Neumarkt-St. Veit

Neumarkt-St. Veit – Plötzlich und unerwartet verstarb Johann Ehmeier im Alter von 62 Jahren. Auf dem Weg zu seinen Hühnern, die er sich beim alten Schulhaus in Teising hielt, ereilte ihn der Tod. Hans Ehmeier wurde am 1. Jul 1958 in Ampfing geboren, wo er zusammen mit seinen drei Geschwistern aufwuchs. Seine Eltern hatten auch Pflegekinder angenommen, und so hatte der „Hansi“, wie er sein Leben lang gerufen wurde, schon früh angenehmes soziales Kontaktverhalten geübt.

Sehr früh war bereits der Vater verstorben

Nach dem Besuch der Volksschule in Ampfing erwarb er die Mittlere Reife an der Wirtschaftsschule. Als er 16 Jahre alt war, verstarb sein Vater und Hanse musste zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. In seinem Heimatort erlernte er den Beruf des Kfz-Mechanikers.

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Nach seiner zweijährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr verschlug es ihn nach Schnaitsee, wo er bei der Firma Kain eine Arbeitsstelle fand.

Verliebt in die Chefin – es folgte die Heirat

Er verliebte sich dort in seine Chefin Irmgard, mit der er den Bund des Lebens einging. Zusammen mit ihrem zweijährigen Sohn Benedikt zog die junge Familie zunächst nach Coburg. Sohn Benedikt war für den jungen Vater wie ein leibliches Kind, auch als 1989 Sohn Alois das Familienglück vervollständigte.

In Teising das alte Schulhaus gekauft

Inzwischen war die Familie wieder nach Oberbayern zurückgezogen, wo sie in Neumarkt-St. Veits Ortsteil Teising das alte Schulhaus gekauft hatte, das sie mit neuem Leben erfüllte. Zwei Jahre später schulte Hans Ehmeier zum Bauzeichner um. Diese Arbeit machte ihm aufgrund seiner Liebe zur Architektur und seinem handwerklichen Geschick großen Spaß.

„Hansi war seit Jahren das Gesicht des BUND Naturschutz!“

Hans Ehmeier war ein sehr interessierter und vielseitig belesener Mensch, mit dem man über alle Themen diskutieren konnte. Besonders setzte er sich jedoch für die Natur ein. Dies zeigte sich unter anderem darin, dass er lange Jahre Vorsitzender beim örtlichen Bund Naturschutz war. Der Kreisvorsitzende vom BUND Naturschutz, Dr. Zahn, sagt über ihn: „Hansi war seit Jahren das Gesicht des BUND Naturschutz in Neumarkt St. Veit. Er hat sich stets für die Belange von Natur- und Umwelt eingesetzt, vom Krötenzaun bis zur Herrichtung eines Trafohäuschens als Tierhotel. Neumarkt hat einen engagierten Naturschützer verloren!“

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Gerne im Garten und im Wald

Hans Ehmeiers Liebe zur Natur konnte man auch in seinem Garten und ganz besonders bei seinen vielen verschiedenen Tomaten entdecken. Außerdem ging er gerne im Wald spazieren oder fuhr mit dem Fahrrad durch Neumarkt und Umgebung.

Eine schwere Zeit begann für ihn, als bei seiner Frau eine Krebserkrankung festgestellt wurde. Drei Jahre lang pflegte Hans sie, bis sie im Juni 2014 verstarb. Ein Lichtblick war für ihn in dieser Zeit die großartige Unterstützung der Nachbarschaft, die immer zur Stelle war, wenn er etwas brauchte.

Sein Hund Brutus gab ihm zuletzt großen Halt

Nach dem Tod seiner Frau Irmgard schenkte ihm besonders sein Hund Brutus großen Halt, der ihm ein treuer Begleiter war. Man könnte ihn fast als Lebensabschnittsgefährten bezeichnen, denn schließlich, so die Worte von Hans Ehmeier, „ist so ein Hund auch nur ein Mensch.“

Hans Ehmeier war selbst ein Mensch, der für alle und alles Verständnis hatte und als Gesellschaften sehr geschätzt wurde. Seine Beliebtheit zeigte sich auch bei seiner Beerdigung, wo trotz Coronaeinschränkungen neben seinen Freunden fast die ganze Dorfgemeinschaft ihm die letzte Ehre erwies.

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