Aus dem Stadtrat

Bringen die alten Lampen in Neumarkt-St. Veit genügend Ausleuchtung?

Diese Lampen standen unter anderem zur Wahl. Von den Alternativvorschlägen setzte sich die Lampe rechts durch, eine „klassische Mastleuchte“. Doch die Bürger möchten am liebsten die bestehenden Lampen beibehalten.
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Diese Lampen standen unter anderem zur Wahl. Von den Alternativvorschlägen setzte sich die Lampe rechts durch, eine „klassische Mastleuchte“. Doch die Bürger möchten am liebsten die bestehenden Lampen beibehalten.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Stadtplatzsanierung in Neumarkt-St. Veit: Bayernwerk soll Wirkungsgrad der Bestandsleuchten überprüfen.

Neumarkt-St. Veit – Die Entscheidung im Neumarkter Bauausschuss war eindeutig. Mit 9:0 Stimmen hatte der Ausschuss sich dafür ausgesprochen, dass man im Zuge der geplanten Stadtplatzsanierung dem Vorschlag der Bürger folgen und für die weitere Planung mit den Bestandsleuchten arbeiten sollte. Im Stadtrat gab es dennoch Diskussionen.

Spirkl erkundigt sich nach den Kosten

Eine Haushaltsbefragung hatte eindeutig ergeben, dass die Bürger die bisherige Beleuchtung gerne weiter behalten wollten (55 Prozent von 117 Antworten). Das würde bedeuten: Die Beleuchtungen an den Fassaden werden übernommen, die Lampen entlang der Straße müssen an die Planung angepasst werden.

Lampen müssen an den Plan angepasst werden –zum Beispiel bei den Parkplätzen

„Dazu wird aber eine Lichtberechnung notwendig werden. Je nachdem wie die Ausleuchtung ist, können die Lampen versetzt werden. Wir gehen allerdings davon aus, dass es funktionieren wird“, erklärte Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag. Das Bayernwerk würde diese Berechnung durchführen. Natascha Engelmann vom Neumarkt-St. Veiter Bauamt fügte hinzu, dass die Lampen an den Plan angepasst würden, „sie könnten ja sonst in den Parkplätzen stehen!“

Spirkl will es genau wissen: „Wieviel sparen wir uns?“

Ludwig Spirkl (SPD) erkundigte sich nach dem genauen Preis einer Lampe. „Ich wünsche mir eine genaue Auflistung darüber, wie viel wir uns sparen, wenn wir weiterhin die alten Lampen verwenden.“ Aus dem Stegreif konnte ihm Baumgartner diese Frage nicht beantworten. „Bevor wir genaue Kosten benennen können, benötigen wir eine genaue Berechnung, vorher bringt uns das nichts.“

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Auch Engelmann erklärte: „Bei den Gesamtkosten ist die einzelne Lampe nicht aufgeführt.“

Dennoch versprach Baumgartner Stadtrat Spirkl, Erkundigungen einzuholen und diese zeitnah mitzuteilen. Und er betonte dabei: „Aktuell können wir nicht entscheiden, wie es mit den alten Lampen weiter geht. Wir wissen auch nicht, wie viele wir tatsächlich benötigen. Dazu müssen wir die Berechnung abwarten!“

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Baumgartner befürchtet „unheimlich viele Lampen!“

Wenn die alten Lichtquellen bestehen blieben, könne es passieren, dass am Ende „unheimlich viele Lampen“ auf dem Stadtplatz stünden. „Wir stimmen nur darüber ab, wie wir weiter machen. Lassen Sie uns doch erst einmal auf die Reise gehen mit einem Rucksack, in dem diese Lampen drin sind.“

Hobmaier will an „klassicher Mastleuchte“ festhalten

Das verwirrte Stadtrat Peter Hobmaier (UWG), der befürchtete, dass die Option mit der „klassischen Mastleuchte“, welche die Bürger als Alternative zum Leuchtenbestand gewählt hatten, ausgeschlossen sein könnte. Baumgartner wiederholte, dass es lediglich um eine Standortbestimmung gehe, „wir haben noch nichts gekauft.“

Eisenreich will flexible Stadtplatznutzung aufrecht erhalten

Monika Eisenreich (UWG) appellierte weiter auf Lampen mit einem stärkeren Wirkungsradius, um mit einer reduzierten Lampenanzahl eine flexiblere Nutzung des Stadtplatzes zu ermöglichen. „Ich fände es echt schade, wenn wir uns einschränken würden.“

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Gruber versteht die Diskussion nicht: „Eindeutig für Bestand ausgesprochen!“

Peter Gruber (CSU) verwies bei der Kostenfrage auf den Bauausschuss, in welchem ebenfalls geäußert worden sei, dass eine Aussage zu den Kosten durchaus relevant für eine Entscheidung sei. Auch den Diskurs zur Lampenwahl konnte er nicht nachvollziehen. „Wir haben uns doch eindeutig für die bestehende Beleuchtung ausgesprochen. Jede weitere Diskussion ist müßig!“

Schließlich war sich das Gremium einig, erst einmal die Lichtberechnung abzuwarten, auf deren Grundlage könne dann weiter diskutiert werden. Diesem Vorschlag folgte der Stadtrat mit 15:0.

Eine Gegenstimme bei der Bodenleuchten

In puncto Beleuchtung stimmte der Rat auch über die Bodenleuchten an den Bäumen ab, die der Bauausschuss schon mit 8:1 Stimmen befürwortet hatte. Spirkl erneuerte seine Kritik, 1000 Euro pro Stück seien ihm zu teuer, zumal die Bodenleuchten nur bis 22 Uhr brennen würden. „Zusätzliche Kosten, die nicht nötig sind“, sagte er. Es sei mit Steuerausfällen zu rechnen, man müsse die Ausgaben nicht in die Höhe treiben, „für eine halbe Stunde Eyecatcher im Sommer.“

Doch Spirkl blieb ungehört: Mit 14:1 (Spirkl) stimmte der Stadtrat für die Bodenleuchten.

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