Neumarkt-St. Veit: Seit 42 Jahren bringt Leo Asbeck Kindern das Skifahren bei

Leo Asbeck und die Neumarkter Skilehrer bei einer ihrer vielen Weiterbildungen: Das Bild entstand 1983 und zeigt von links: Franz Bartinger, den Ausbilder, Gerd Bauer, Dieter Hintner, Leo Asbeck und Franz Hochwimmer. privat/Jaensch
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Leo Asbeck und die Neumarkter Skilehrer bei einer ihrer vielen Weiterbildungen: Das Bild entstand 1983 und zeigt von links: Franz Bartinger, den Ausbilder, Gerd Bauer, Dieter Hintner, Leo Asbeck und Franz Hochwimmer. privat/Jaensch

Seit einem halben Jahrhundert bietet die Alpenvereinssektion Rottal Skikurse an. Zunächst nur für Erwachsene, später auch für Kinder. Leo Asbeck ist als Skilehrer kaum wegzudenken: Seit über vier Jahrzehnten gibt er Skikurse.

Neumarkt-St.Veit – Es ist jetzt schon weit über 50 Jahre her, dass die damals noch junge Alpenvereinssektion Rottal in Neumarkt-St. Veit für Erwachsene Skikurse anbot. Das Angebot wurde von der Bevölkerung gut angenommen, denn damals gab es noch nicht so viele Skiclubs.

Mit Franz Waldinger begann bald die große Zeit der Kinderskikurse. Schon in den 1970er Jahren fuhren in den Dezemberwochenenden oftmals zwei Busse in die Berge, wo die ausgebildeten Skilehrer der Sektion in kleinen Gruppen beste Ausbildung boten und hervorragende Betreuung leisteten.

Bei fast jedem Rennen am Start

Leo Asbeck, der als Kind mit seinen Skiern eigentlich nur die Berge bei Neumarkt „herunterrutschte“ gewann als Elfjähriger 1967 die wohl erste Skistadtmeisterschaft des Alpenvereins.

„Der Franz (Waldinger) überreichte mir damals Urkunde und Medaille und warb mich für den Alpenverein. Fast jedes Skirennen in der Gegend habe ich dann besucht. Und ich machte einen Übungsleiter-Grundkurs Skilauf und mit 18 Jahren die Prüfung des Skilehrerverbandes.“ Beruflich brachte es Leo Asbeck zuerst zum Schlossermeister und ist seit vielen Jahren Projektleiter im Gleisbau.

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Von da an hat Leo Asbeck 42 Jahre lang Skikurse für Kinder beim Alpenverein gegeben. „Da habe ich bleibende und schöne Erinnerungen. Unsere Gruppen waren immer kleiner als acht Teilnehmer. Dazu hatten wir noch einen Helfer. Wir konnten uns intensiv mit den Kindern beschäftigen. Mir kam es schon darauf an, dass die Kinder Skifahren lernten. Doch sie sollten dabei Freude haben, und den Winter und den Schnee genießen.“

An Skilehrern mangelte es dem Verein glücklicherweise nie. Vor den vier Skikurstagen besuchten sie jedes Jahr im November einen Fortbildungskurs, meist in Forstau. „Wir wollten halt immer auf dem Laufenden sein, wodurch wir alle eigentlich recht erfolgreich arbeiteten.“

Die Fahrten mit den Bussen – schon um 6 Uhr morgens ging es samstags los – führten nach Inzell, Reit im Winkl oder auch Hammer. Wo es halt guten Schnee gab. Unterwegs wurde früher im Bus gesungen oder auch gespielt, sogar getanzt. Manchmal saßen in den zwei Bussen bis zu 70 Kinder.

Auch nach 42 Jahren keinen vergessen

„In den letzten Jahren fahren nur noch knapp über 20 Kinder mit, und im Bus ist es still. Die Kids spielen mit ihren elektronischen Geräten. Naja, wir Lehrer haben es ruhig. Aber eine Stimmung ist das nicht.“ Die mittlerweile zahlreichen Skiclubs in der Umgebung bieten alle Skikurse für Kinder an, so konnte Leo Asbeck dieses Jahr wieder einen Kurs für Erwachsene anbieten.

Der vierte Skikurstag ist immer der Tag der Abschlussrennen, wo jeder zeigen kann, was er gelernt hat. Traditionsgemäß treffen sich alle zur Siegerehrung in einem Gasthaus in Neumarkt-St. Veit, wo jeder Kursteilnehmer eine Urkunde und Medaille bekommt. Da sind auch die Eltern oder die Großeltern dabei. Und nicht nur ein Opa, der seinen Enkel abholte, sprach Leo Asbeck an: „Weißt Du schon noch, wie Du mir das Skifahren beigebracht hast?“ Und der 64-jährige Asbeck hat keinen vergessen. Auch nicht nach 42 Jahren. Schließlich hat er in dieser Zeit nur beim Alpenverein Rottal als Skilehrer gearbeitet. Und selbstverständlich ehrenamtlich, wie alle anderen Lehrer auch.

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