Neumarkt-St. Veit: Nachruf auf Gabriele Fürlauf

Eine beliebte Neumarkterin, bekannt als die Schmiedwirt-Gabi. Im Alter von 67 Jahren verstarb Gabriele Fürlauf.. Jaensch

Neumarkt-St. Veit – Schnell verbreitete sich in der Rottstadt die Nachricht, dass Gabriele Fürlauf nach zweijährigem tapfer ertragenen Leiden am 5.

April morgens verstorben ist. Bis zu ihrem letzten Operationstermin im April 2018 führte sie ein glückliches Leben an der Seite ihres Mannes Josef Fürlauf.

Gabi, wie sie alle nannten, kam am 11. August 1952 als einzige Tochter der Gastwirtsfamilie Michael und Gabriele Weindl in Neumarkt-St. Veit zur Welt. Nach dem Besuch der Grundschule schloss sie später in Passau die dortige Handelsschule mit der mittleren Reife ab.

1970 trat sie zunächst in den elterlichen Betrieb ein. Neben der Gasstätte, dem Schmiedwirt in der Bahnhofstraße, die eigentlich das „Reich“ der Mutter war, führte ihr Vater Michael noch ein Lagerhaus. Die Tochter erledigte für beide die Büroarbeiten.

Doch schon ein Jahr später besuchte sie in München die Berlitz-Sprachenschule und belegte dort die Fächer Englisch und Französisch. Nach dem Diplom in Englisch vervollständigte sie von September 1973 bis Juli 1974 ihre Französischkenntnisse durch einen Au-pair-Aufenthalt in Frankreich. Anschließend arbeitete sie wieder im elterlichen Betrieb. Nebenbei erledigte sie für einige Neumarkter Betriebe die anfallende französische Korrespondenz.

Die freundliche und hilfsbereite Gabi hatte in ihrer Heimatstadt einen großen Freundeskreis. 1976 vertiefte und verinnerlichte sich ihr Umgang mit dem Bankangestellten Josef Fürlauf. Am 12. Mai 1980 ging sie mit ihm den sehr glücklichen Bund der Ehe ein, und sie bezogen sogleich das eigene Haus in der benachbarten Einmayrstraße.

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Mit ihrer Mutter zusammen führte sie das Wirtshaus weiter. Das Leben mit ihrem Mann verlief unbeschwert und glücklich. Sie unternahmen viele Reisen, betrieben Sport wie Radfahren, Tennis und Schwimmen.

Die „Schmidwirt-Gabi“, wie sie vielfach genannt wurde, liebte Aufenthalte am Meer, am Chiemsee und Reisen, besonders nach Frankreich. Nach dem Tod ihrer Mutter 2004 führte sie das beliebte Gasthaus allein weiter, wobei ihr der Gatte nach Kräften half.

Bereits 2003 war bei ihr eine lebensbedrohende Gefäßschwäche festgestellt worden, die ihr eine äußerst schonende Lebensweise abverlangte. 2013 kam es zur ersten Operation in München, bei der ihr ein Stück der Aorta ersetzt wurde. Diese Operation verlief erfolgreich und die Krise schien überwunden. Allerdings wurde 2018 ein weiteres Teil der Aorta ersetzt. Die Operation selbst verlief zunächst erfolgreich, allerdings waren die Nebenerscheinungen katastrophal. Wegen zu geringer Durchblutung des Rückenmarks trat eine Lähmung der Beine ein, und die Nieren versagten ihren Dienst.

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Das Wirtshaus konnte nicht weitergeführt werden. Die Wirtin war an den Rollstuhl gefesselt und sie musste dreimal pro Woche zur Dialyse in die Kreisstadt. Ihr Gatte Josef kümmerte sich aufopfernd um sie. Zusammen mit dem Pflegedienst „Somitas“ konnte er sein Versprechen halten, dass sie daheim gepflegt und nie in ein Heim musste.

Im letzten Spätsommer sah es sechs Wochen lang nach einer Besserung aus. Aber dann nahmen die Schwächungen akut zu, sodass sie zuletzt sogar gefüttert werden musste. Am 5. April verschied sie, völlig entkräftet.

Neben den Angehörigen trauern viele Freunde um die immer fröhliche Gabi. Besonders fehlt sie der Liedertafel, wo sie eine Säule im Sopran war und über Jahrzehnte gewissenhaft das Schriftführeramt ausfüllte. Wegen der Coronakrise fand ihre Beisetzung ins Familiengrab im engsten Kreise statt. nz

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