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Denkmal-Diskussion in Neumarkt

Weiterer Schlag für Fischerhäusl: Museum erteilt Versetzung eine Absage – Das sind die Gründe

Auch das Freilichtmuseum in Massing (Bild) wurde ins Spiel gebracht. Doch der Museumsleiter hat einer Versetzung des Fischerhäusls bereits eine Absage erteilt: Thematisch nicht relevant, außerdem kein Platz frei.
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Auch das Freilichtmuseum in Massing (Bild) wurde ins Spiel gebracht. Doch der Museumsleiter hat einer Versetzung des Fischerhäusls bereits eine Absage erteilt: Thematisch nicht relevant, außerdem kein Platz frei.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen nennt Museumsleiter Timm Miersch weitere Gründe, warum das Denkmal aus Neumarkt nicht so einfach nach Massing ausgelagert werden kann

Neumarkt-St. Veit/Massing – Als der Neumarkter Bauausschuss den Abriss-Antrag für das Fischerhäusl diskutiert hatte, saß auch Timm Miersch, Museumsleiter des Freilichtmuseums Massing, unter den Zuhörern.

Ein abschließendes Urteil über den Zustand des Fischerhäusls will sich Miersch nicht erlauben, schließlich habe er nur Fotos gesehen. Darauf habe er Frostschäden am Außenputz festgestellt, die darauf hindeuten würden, dass die Wand nass ist. „Fenster und Fensterläden sehen jedoch gut aus“, findet Miersch aus der Entfernung betrachtet. Ob es grundsätzlich erhaltenswürdig sei und als Museumsstück in Frage käme, könne er aus der Ferne nicht beurteilen, „allerdings habe wir schon Gebäude versetzt, die in einem schlechteren Zustand waren, wo das komplette Dach gefehlt hat“.

Knapp 45  000 Euro vor den Arbeiten

Weshalb er einer Versetzung ins Freilichtmuseum Massing schon jetzt „im Prinzip eine Absage“ erteilen könne, liege daran, dass es in Massing keinen Platz gebe. Grundsätzlich fehle der Bezug, weil das Museum das Thema „Teichwirtschaft“ nicht beleuchtet.

Weiteres Problem: Verschiedene Regierungsbezirke

Außerdem: Neumarkt St. Veit befinde sich zwar nur neun Kilometer von Massing entfernt. Doch es handle sich um einen anderen Regierungsbezirk, es sei schwierig, bezirksübergreifend Fördergelder zu erhalten. Und dann spiele auch noch die Zeit eine Rolle: „Projektierung, Sponsorensuche – da können drei bis vier Jahre ins Land ziehen. Doch dann ist die Hütte zusammengefallen.“

Selbst Tapetenreste können Geschichten erzählen

Alleine die Vorbereitungen für eine mögliche Versetzung koste viel Geld, so Miersch. „Da müssen Gutachten erstellt werden, die Statik überprüft, Quellen- und Geschichtsforschung betrieben werden.“ Ein genaues Aufmaß müsse erfolgen, Holz und Mörtel untersucht werden. Auch von Spurensicherung spricht Miersch, selbst Tapetenreste würden Einblick in die Geschichte liefern. Von 40 000 bis 45 000 Euro spricht Miersch alleine für solche Vorarbeiten. „Und da wurde noch kein Stein versetzt.“ Geschweige denn, dass damit noch lange nicht sichergestellt sei, ob das Gebäude überhaupt erhaltenswert ist.

Hoffnung auf privaten Retter

Grundsätzlich findet es Miersch schade, dass das Gebäude verschwinden soll. „Und schade, dass es amtlich jetzt erst auffällt.“ Auf der anderen Seite sagt er aber auch: Der Eigentümer dürfe natürlich damit machen, was er will. Wenn ein Denkmal jedoch keine Nutzung habe, verfällt es, sagt Miersch. Zwangsläufig.

Denkmallisten sind wichtig

Umso wichtiger sei es, dass es Denkmallisten gibt. Aber die Behörden müssten diese Listen auch pflegen, Denkmäler kontrollieren. „Die machen sicherlich einen guten Job, aber sind überlastet, können offenbar nur reagieren, wenn Hinweise kommen.“ Im Falle des Fischerhäusls könne er als Museumsleiter nicht mehr helfen. Er wünsche sich, dass sich jemand meldet, „eine Privatperson, die das Haus knuffig findet und den Baustoff sichert“.

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