LANDSCHAFTSPFLEGEVERBAND

Neumarkt-St. Veit ist das 20. Mitglied: Bauausschuss tritt dem Landschaftspflegeverband bei

Flora und Fauna im Blick: Den Landschaftspflegeverband im Landkreis Mühldorf gibt es seit dem 26. September 2018.
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Flora und Fauna im Blick: Den Landschaftspflegeverband im Landkreis Mühldorf gibt es seit dem 26. September 2018.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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„Naturschutz geht uns alle an und ist ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben geworden“ – so beginnt der Antrag, den die CSU-Stadträtin Johanna Kaltenecker in der Bau- und Umweltausschusssitzung zur Diskussion gestellt hat.

Neumarkt-St. Veit – Darin geht es um die Mitgliedschaft der Stadt Neumarkt-St. Veit im Landschaftspflegeverband (LPV) Mühldorf, über die der Ausschuss abzustimmen hatte. Einstimmig befürwortete das Gremium den Antrag (8:0). Der Beitritt soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen. Vorher allerdings bekamen die Geschäftsführerin Elisabeth Knapp sowie der Vorsitzende des Vereins, Dr. Karl Dürner, die Möglichkeit, für den Verband zu werben, dem inzwischen 19 von 31 Gemeinden aus dem Landkreis Mühldorf angehören. CO2-Kompensation, Beantragung von Fördergeldern, Erhalt der Artenvielfalt – Vorsitzender Dr. Dürner nannte einige Punkte, die sich der Landschaftspflegeverband auf die Fahnen geschrieben hat.

„Wir organisieren, moderieren und sehen uns um, etwa bei der Suche nach Ausgleichsflächen, und wickeln das dann auch ab“, brachte Geschäftsführerin Elisabeth Knapp gleich ein Beispiel für die Arbeit des LPV, der sich aus Vertretern der Landwirtschaft, der Kommunen und der Naturschutzbehörde zusammensetzt.

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Die Hauptaufgabenbereiche des Landschaftspflegeverbandes (LPV) liegen in der Landschaftspflege und im Artenschutz. Man kümmert sich um die Pflege naturschutzrechtlich besonders wertvoller Flächen, das reiche laut Geschäftsführerin Elisabeth Knapp von der Mahd steiler, magerer Flächen über Entbuschungen bis zur Hilfe beim Anlegen von Blühwiesen auf sogenannten Eh-Da-Flächen. Bewusst sprach sie von Kultur- anstelle von bloßen Naturlandschaften.

Zahlreiche Projekte seien schon initiiert worden, die stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten i den Fokus gerückt hätten. Knapp erwähnte dabei das Projekt „Grasfrosch in Not“ oder das Kibitzschutzprojekt. Besonders interessant für Gemeinden sei die fachkundige Betreuung der Ökokonto- und Ausgleichsflächen.

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„Durch den LPV können bis zu 90 Prozent Fördermittel für Projekte angefordert werden. Die Gemeinden werden personell entlastet, es werden Konzepte angeregt und die Landwirte profitieren vor Ort“, argumentierte Johanna Kaltenecker (CSU) für den Beitritt.

Die Jahresmitgliedschaft betrage 50 Cent pro Einwohner, Neumarkt-St. Veit hat aktuell knapp 6300. Diese Kosten seien vertretbar, fand Kaltenecker, die auf die Vorbildfunktion der flächengrößten Gemeinde im Landkreis verwies. Ein großer weißer Fleck auf der Landkarte würde verschwinden. „Wir können damit Ansporn für andere sein.“

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Ludwig Spirkl (SPD) befürchtete höhere Kosten, etwa bei der Mahd von Ausgleichsflächen, die über den Maschinenring abgerechnet würden. Eine Arbeit, die Gemeinden doch auch selbst erledigen könnten. Knapp gab allerdings zu bedenken, dass selbst bei der Betreuung von Ausgleichsflächen Fehler gemacht werden könnten, wenn etwa von invasiven Neophyten, wie dem drüsigen Springkraut, kein Einhalt geboten werde. „Hier können wir der Kommune die Kontrollfunktion abnehmen.“

Alle zwei Jahre Begehungen von Ausgleichsflächen

Peter Hobmaier (UWG) warf ein, er habe bei der einen oder anderen Ausgleichsfläche durchaus den Eindruck, dass diese falsch bewirtschaftet würden. Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) widersprach allerdings: „Die Maßnahmen sind alle mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.“ Alle zwei Jahre gebe es Begehungen, ergänzte Natascha Engelmann vom Neumarkter Bauamt. Peter Gruber (CSU) sah Potenzial in der Gemeinde, etwa entlang der Rott und des Tegernbachs, Feuchtgebiete, für die er sich eine fachkundige Betreuung durchaus vorstellen könne. Baumgartner warb für den Beitritt, will aber ein Auge darauf haben, welche Vorteile und welcher Mehrwert sich für die Kommune ergeben werden. „Unser Bauhof ist aktiv, aber die Arbeit wird immer mehr.“

Lächele wünscht sich Auswertung

Stadtrat Michael Lächele (UWG) wünschte sich nach gegebener Zeit eine Auswertung, um daraus Schlüsse über den Nutzen der Mitgliedschaft zu ziehen. „Das ist kein Problem“, meinte Geschäftsführerin Knapp dazu. Kein Problem war dann auch der Beitritt: Einstimmig war der Ausschuss für den Beitritt. Ab dem 1. April ist Neumarkt-St. Veit damit die 20. Gemeinde im Landkreis Mühldorf, die dann dem Verband angehört.

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