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BAUMAßNAHME

Millionenschweres „Zuckerl für Neumarkt-St. Veit“: Bank stellt Pläne für Raiffeisenlagerhaus vor

Mit Visualisierungen veranschaulichte Ingenieur Dieter Spörl das Bauvorhaben der Raiffeisenbank. Die Grafik zeigt die Ausmaße des Lagerhauses stadtäuswärts mit Blick über den Kreisverkehr in Furth.
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Mit Visualisierungen veranschaulichte Ingenieur Dieter Spörl das Bauvorhaben der Raiffeisenbank. Die Grafik zeigt die Ausmaße des Lagerhauses stadtäuswärts mit Blick über den Kreisverkehr in Furth.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Erst der Flächennutzungsplan, dann der Bebauungsplan: Bau- und Umweltausschuss ebnet Weg für Raiffeisenlagerhaus bei Furth, das auch einen 28 Meter hohen Turm haben wird.

Neumarkt-St. Veit – Vor 14 Tagen hatte die Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit-Reischach ihre Pläne zum neuen Lagerhaus bei Furth bereits in einer nicht öffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vorgestellt. Jetzt ging die Bank damit in die Öffentlichkeit. In der jüngsten Bauausschusssitzung am Mittwoch gewannen Stadträte und Zuhörer einen Eindruck über die Dimensionen der Baumaßnahme.

Raiffeisenbank beansprucht zwei Hektar großes Areal

Gebäude mit Höhen zwischen 7,50 und 28 Metern werden im Westen von Neumarkt-St. Veit entstehen. Damit die Raiffeisenbank auf dem knapp zwei Hektar großen Areal aber überhaupt bauen kann, hatte bereits der Stadtrat in seiner Sitzung vom 11. Februar dieses Jahres der Änderung des Flächennutzugs- und Landschaftsplanes zugestimmt. Jetzt stellte Ingenieur Dieter Spörl den Vorentwurf vor, veranschaulichte die Maßnahmen in Form von Visualisierungen.

Erst einmal kommt das Gewerbegebiet

Um überhaupt die Voraussetzungen zum Bau des neuen Lagerhauses zu schaffen muss das Areal nördlich und südlich der Staatsstraße 2086 als Gewerbegebiet dargestellt werden. Planer Spörl sprach von einem vier Hektar großen Gebiet, wobei südlich der Staatsstraße bereits Gewerbe in Form eines Sägewerks und einer Schreinerei vorhanden sei.

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Im neuen Raiffeisenlagerhaus sind Lagerflächen für Düngemittel, Pflanzenschutzmitteln sowie ein Palettenlager und Büroflächen geplant. Nördlich der Staatsstraße sind nach den Darstellungen von Planer Dieter Spörl zwei Gebäudekomplexe geplant.

An der Staatsstraße entsteht ein Wall

In der Nähe zur Straße sei ein maximal 10,50 Meter hohes Gebäude geplant, in welchem vor allem Düngemittel gelagert würden. Im Gebäudekomplex dahinter sollen Getreideanlieferung, Erfassung, Reinigung und Lagerung erfolgen. Mit einer Höhe von 28 Metern sticht dabei der Turm zur Trocknung des Getreides hervor.

„Das hohe Gebäude in zweiter Reihe bezeichnete Spörl als gefälliger“. Der Hang der aktuell eine Steigung bis zu neun Prozent habe, werde abgetragen, in Straßennähe soll ein Wall bis zur einer Höhe von vier Metern aufgeschüttet werden.

Eigene Linksabbiegespur für das neue Lagerhaus

Spörl erläuterte, dass der Raiffeisenstandort eine eigene Linksabbiegespur erhalten wird, die er in der Verlängerung der Kreisstraße von Hundsham verortete. Man rechne mit einem mittleren Verkehrsaufkommen, Spörl sprach von täglich 54 Kfz-Bewegungen auf dem Gelände, „bei momentan 3.300 Fahrzeugen auf der Staatsstraße sind das keine zwei Prozent.“ Das Verkehrsaufkommen sei gut zu bewältigen.

Die Flächensuche für Ausgleichsmaßnahmen läuft

Für die Baumaßnahme sind natürlich Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. „Die Flächensuche ist in Arbeit, Ergebnisse werden nachgereicht“, ergänzte Spörl. Der Neubau soll ein regionales und modernes Lagerhaus für Kunden aus einem Umkreis von 30 Kilometern werden. Die Arbeitsplätze sollen von derzeit fünf auf 7,5 erhöht werden.

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Das Lagerhaus wird als „Innovationsstandort“ beschrieben, in welchem auch die Bioschiene gedacht wird und regionale Produkte verkauft werden sollen. In früheren Ankündigungen der Bank war von einer größeren Getreideannahme mit einer Annahmeleistung von 150 Tonnen Getreide pro Stunde die Rede. Bei den Investitionen spricht die Bank von einem siebenstelligen Betrag.

Peter Gruber regt Ausbau des Kleinwarengeschäftes an

Dort, wo jetzt noch Schilder den Weg weisen wird nach den aktuellen Planungen die Zufahrt zum Lagerhausstandort entstehen.

Peter Gruber (CSU) regte im Rahmen der Diskussion an, an diesem neuen Standort das „Kleinwarengeschäft aufzumörteln“, mehr Angebot und zusätzliche Arbeitsplätze kamen ihm dabei in den Sinn. Raiffeisen-Vorstand Helmut Vilsmaier nahm diese Anregung gerne auf: „Wir wollen uns ja weiterentwickeln, Darunter auch im Baustoffbereich.“

Man plane bereits mit deutlich mehr Mitarbeitern, konkrete Zahlen konnte er aber noch nicht nennen.

Von der Kreisstraße, Höhe Hundham, wird das Lagerhaus von Weitem schon zu erkennen sein.

Raiffeisenbank verspricht: Werden keinen Schandfleck hinterlassen

Auf die Frage nach der Nutzung der bisherigen Gebäude an der Bahnhofsstraße versprach Vilsmaier „dass wir das nicht verfallen lassen. Wir hinterlassen keinen Schandfleck!“ Eine Weiternutzung werde diskutiert, Impulse würden aufgenommen. Dies sei aber, solange das Lagerhaus noch betrieben werde, noch nicht relevant. Erst mit Fertigstellung des neuen Lagers 2023 und dem daraus resultierenden Umzug würden dann konkrete Lösungen erarbeitet.

Keine „Riesenablehnung„ bei den Nachbarn

„Was sagen die Nachbarn zu den Planungen?“, wollte SPD-Stadtrat Ludwig Spirkl wissen, nachdem Neumarkt-St. Veit „ein neues Wahrzeichen“ bekommen werde. Helmut Vilsmaier bestätigte, dass er persönlich bei den Nachbarn vorstellig geworden sei, er habe dabei aber keine „Riesenablehnung“ erkennen können. Und Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) ergänzte, dass man sich im Rahmen der öffentlichen Beteiligung konkret äußern könne.

Spirkl spricht von neuem Wahrzeichen

Spirkl hakte nach, wollte wissen, ob im Umgriff des neuen Gewerbegebietes eine Erweiterung beziehungsweise Ausdehnung geplant sei und machte dies daran fest, dass es schon jetzt einen Mangel an Gewerbeflächen gäbe. Baumgartner erwiderte darauf, dass weitere Planungen derzeit nicht vorgesehen seien.

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Stadträtin Monika Eisenreich (UWG) ist selbst Bäuerin, betonte, dass ein in modernes und funktionelles Lagerhaus extrem wichtig sei. „Das ist ein Zuckerl für Neumarkt-St. Veit!“, drückte sie ihre Wertschätzung zur Standortentscheidung aus.

Der Blick auf das geplante Lagerhaus von Lamprechten aus.

Bauausschuss ohne befürwortet Planungen ohne Gegenstimme

Dem Vorentwurf stimmte der Bauausschuss einstimmig mit 8:0 zu. Der Öffentlichkeit soll nun im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung Gelegenheit zur Äußerung gegeben werden. Im Anschluss erteilte der Ausschuss, ebenfalls mit 8:0, auch dem Bebauungs- und Grünordnungsplan „Raiffeisenlagerhaus“ sein Einvernehmen.

Beide Tagesordnungspunkte werden in der Stadtratssitzung nächste Woche, Donnerstag, 18. März, um 18.30 Uhr im Kulturbahnhof final entschieden.

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