„MUSEMOASTER“ MIT PLAN B

Sepp Eiblsgruber aus Neumarkt organisiert ungewöhnlichen Spenden-Marathon

Sepp Eibelsgruber (Mitte) freut sich über jeden Euro, den seine Konzerte für die Kinderklinik einspielen. Dabei unterstützen ihn seit Jahren Hans und Martin Stadler (links) sowie Alex Pitz und Markus Mayer (von rechts).
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Sepp Eibelsgruber (Mitte) freut sich über jeden Euro, den seine Konzerte für die Kinderklinik einspielen. Dabei unterstützen ihn seit Jahren Hans und Martin Stadler (links) sowie Alex Pitz und Markus Mayer (von rechts).
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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16.000 Euro – so hoch war der Erlös der Benefizkonzerte von Sepp Eibelsgruber und seinen Freunden der Blasmusik im vergangenen Jahr. Das Geld kommt stets den kleinen Patienten der Hauner‘schen Kinderklinik in München zugute. In Zeiten von Corona muss Eiblsgruber aber improvisieren und hat schon einen Plan.

Neumarkt-St. Veit – 16.000 Euro – so hoch war der Erlös der Benefizkonzerte von Sepp Eibelsgruber und seinen Freunden der Blasmusik im vergangenen Jahr. Unmittelbar vor dem ersten Lockdown konnte der Musemoaster aus Neumarkt-St. Veit diese Konzerte noch durchführen.

Danach hatten die Blasmusiker erst einmal Pause. Selbst kleine Musikpartien waren wegen der Corona-Pandemie lange Zeit untersagt. Mitten im zweiten Lockdown wird es zwar in diesem Jahr keine Konzerte geben, doch Sepp Eibelsgruber hat einen Plan B.

Seit 20 Jahren Geld für die Hauner‘sche

„Mit Beginn der Fasten- und Starkbierzeit laden wir seit 2002 nach Hofthambach ein, um mit unserem Benefizkonzert Geld für die kleinen Patienten der Hauner‘schen Kinderklinik in München zu sammeln“, berichtet Eibelsgruber von der mittlerweile zur Tradition gewordenen Benefizaktion, die in den ersten Jahren mit einem Konzert gestartet war.

Wegen des großen Andrangs waren es dann sogar zwei Konzerte geworden, die die Blasmusikliebhaber nach Neumarkt-St. Veit gelockt hatten. In diesem Jahr allerdings schiebt Corona den Konzerten, die stets weit über 200 Besucher angelockt hatten, einen Riegel vor.

Planungen mit Konzerten mit kleinerer Besetzung

Eibelsgruber hatte sich schon frühzeitig Gedanken gemacht und im vergangenen Sommer Wirtshausspielereien ins Spiel gebracht. „Mit kleineren Besetzungen, streng corona-konform“, damals allerdings war die Zuversicht noch eine etwas andere. Dass es einen zweiten Lockdown geben würde, hatte man nicht auf dem Schirm.

„Ohnehin wäre es aktuell auch etwas schwierig. Denn Corona-bedingt konnte bislang nicht geprobt werden und so werden wir diese Idee mit der Wirtshausmusik wohl in den Sommer verschieben, wenn wir dann vielleicht sogar in großzügigen Biergärten spielen und dann auch Spendengelder sammeln können“, kündigt Eibelsgruber an.

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Sein Plan sieht vor, dass seine Kapelle dann in kleineren Gruppen auftreten wird, verschiedene Besetzungen in unterschiedlichen Wirtshäusern oder Biergärten in der Region, die Monate von Juni bis August hat Eibelsgruber in den Fokus seiner Planungen gerückt. „Gerne auch mit anderen Musikgruppen, die ihre Liebe zur Musik in den Dienst der kranken Kinder stellen!“

Andere Musikanten unterstützen Eiblsgrubers Spenden-Marathon

Anfragen gebe es schon, berichtet Eibelsgruber, verweist auf die „Mühlberg-Musi“ aus Altmühldorf, auf die Mühldorfer Gruppe „Pentasax“, ja sogar „Franz Sprenzinger und sein Ballast-Orchester“ aus Deggendorf hat bereits signalisiert, Eibelsgrubers Spenden-Marathon zu unterstützen.

„Uns geht es darum, wieder gemeinsam Musik zu machen. Vor allem im Ensemble. Das fehlte uns während des Lockdowns spürbar“, sagt dazu Andrea Stadler, Saxofonistin bei Pentasax. Die Gage spielt keine Rolle, wenn man mit der Aktion von Sepp Eibelsgruber Gutes tun kann, ergänzt Stadler, die in den vergangenen Jahren auch fleißige Besucherin seiner Konzerte war, teilweise auch mitgewirkt hatte.

Der Erlös kommt der Musiktherapie zugute

Dass Sepp Eibelsgruber nicht nur die Solidarität unter den Musikerkollegen gewiss ist, sondern auch die treue Unterstützung seitens der Bevölkerung, zeigt ein Blick auf das Spendenkonto. Obwohl im laufenden Jahr noch kein Ton gespielt worden ist, das gesellschaftliche Leben quasi auf Null runtergefahren wurde, überweisen die Gönner Eibelsgrubers fleißig Geldbeträge.

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7.000 Euro sind es seit der jüngsten Scheckübergabe, die im August in München stattgefunden hatte. Im Sommer hatte Eibelsgruber 16.000 Euro aus den Erlösen der Konzerte von 2020 an die Kinderklinik übergeben. Davon wird eine Musiktherapie finanziert, die sonst nicht möglich wäre, weil keine Krankenkasse dafür die Kosten übernimmt.

Solidarische Musiker und treue Zuhörer

Eibelsgruber ist davon überzeugt, dass er die Summe wieder zusammenbekommen kann und so freute er sich zuletzt auch über einen Spendenbeitrag der Landjugend in Oberbergkirchen, die Jahr für Jahr den Erlös aus ihren Theateraufführungen an Eibelsgruber überweist – auch wenn ein Jahr dabei ist, in welchem keine Einnahmen durch das Theaterspiel generiert werden.

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„1.000 Euro in dieser so eigenartigen Zeit ohne der Möglichkeit ein großes Konzert oder Theater zu spielen sind ein warmer Segen für das Spendenkonto der kleinen Patienten“, zeigt sich Eibelsgruber gerüht über soviel Unterstützung.

Auf 194.000 Euro sind die Benefiz-Einnahmen seit Beginn seiner Aktion vor 20 Jahren schon in die Hauner‘sche Kinderklinik geflossen. Und Eibelsgruber ist trotz Corona davon überzeugt: „Heuer knacken wir die Schallmauer von 200.000 Euro.“ Mehr Infos zur Benefizaktion finden Sie hier.

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