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Die Sicherheit der Kinder im Fokus

Ist der Schulweg „Am Galgenberg“ zu gefährlich? Was Neumarkter Eltern nun fordern

Die Staatsstraße neben der Schule ist stark befahren.
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Die Staatsstraße neben der Schule ist stark befahren.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Bei der Bürgerversammlung wurde das Thema Schulwegsicherheit bereits angesprochen. Jetzt legt eine weitere Bewohnerin der Siedlung „Am Galgenberg“ nach. Es gebe vier besonders gefährliche Stellen entlang des Wegs zur Grundschule.

Neumarkt-St.Veit – Eine Mutter hatte sich bei der Bürgerversammlung konkret darüber beklagt, dass es keinen sicheren Verkehrsweg für die Kinder zur Schule gebe. In diesem Zusammenhang forderte sie auch Tempo 30 in der Hörberinger Straße, die direkt an der Schule vorbeiführt. Sogar der Einsatz eines Busses wurde gefordert.

56 Kinder sind derzeit betroffen

Dem Wortbeitrag in der Bürgerversammlung folgte jetzt ein schriftlicher Antrag, den Anna-Lena Ettl, die ebenfalls in der Siedlung „Am Galgenberg“ wohnt, unterschrieben hat. „Wir, die Anwohner des Galgenbergs, beantragen hiermit einen Schulbus für unsere aktuellen und angehenden Schulkinder. Wir sind eine neue, junge Siedlung mit sehr vielen Kindern, Tendenz weiterhin zunehmend“, beginnt das Schreiben, das an das Neumarkter Rathaus gerichtet ist.

Die Rede ist von 56 betroffenen Grundschulkindern

Nach den Erhebungen der Elternschaft seien es aktuell 38 Kindergarten- und Grundschulkinder, die in dieser Siedlung wohnten. Kinder in der Georgi-Siedlung miteingerechnet, kommt sie auf 56 Grundschulkinder und solche, die demnächst eingeschult würden. Die Distanz zur Grundschule – exemplarisch nennt sie die Von-Taxis-Straße und den Schermer Weg – betrage mindestens 1,8 Kilometer. „Gesetzlich haben Grundschulkinder einen Anspruch auf eine Schulbusbeförderung ab zwei Kilometern. Hier fehlen 100 beziehungsweise 200 Meter“, stellt sie in ihrem Antrag fest.

Vier Stellen entlang des Schulwegs seien den Eltern aufgefallen, die sie als besonders gefährlich einstufen. Sie fordern eine Überprüfung durch die Polizei, und zwar morgens zwischen 7.20 und 7.45 Uhr, „um die realistische Situation darzustellen“.

Reger Verkehr vor dem Kindergarten

Konkret ist die Rede von der Straßenüberquerung zwischen Kriegerweg und Badstraße. „Hier ist um die Schulwegzeit reger Verkehr vor dem Kindergarten. Es wird ein- und ausgeparkt, viele Autos versperren den Schulkindern die Sicht bei der Überquerung der Straße. Auch die Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen, achten oft nicht auf die Schulkinder“, heißt es dazu im Antrag. Im Fokus steht auch der Mühlenweg, wo es keinen Gehweg gibt. Die Kinder, so heißt es im Schreiben, hätten entlang der Straße bis zum Rottweg zu gehen.

Hohe Geschwindigkeiten in der Johannesstraße trotz Tempo 30

Eine Gefahrenstelle haben die Eltern auch an der Überquerung der Johannesstraße auf Höhe des Volksfestplatzes ausgemacht. Es gelte zwar Tempo 30 in diesem Bereich. „Leider halten sich nur wenige Personen daran. Die Straße weist eine leichte Kurve auf und ist daher für die Kinder nicht leicht zu überqueren“, plädieren die Eltern auch in diesem Bereich auf eine Sichtung.

Schmaler Gehweg an der Staatsstraße

Und dann kommt auch noch der Gehweg an der Hörberinger Straße, einer Staatsstraße, in Richtung Fußgänger-Ampel ins Spiel. Auf dieser Straße, wo gegenwärtig die Maximalgeschwindigkeit 50 Stundenkilometer gilt, herrsche morgens reger Pkw-, Lkw- und Busverkehr. Anträge auf Geschwindigkeitsreduzierungen sind bislang gescheitert. „Der Gehsteig ist teilweise sehr schmal, sodass zwei Kinder nur schwer nebeneinander gehen können. Dreht sich ein Kind seitlich, so ragt der Schulranzen bereits auf die Staatsstraße.“ Da Lkw und Busse eine starke Sogwirkung hätten, sei es schon häufig zu sehr kritischen Situationen gekommen. „Den Kindern ist die Gefahr nicht bewusst.“

Den Anspruch auf einen Bus begründet Ettl mit einer ähnlichen Situation in der Werkssiedlung, wo tatsächlich ein Bus eingesetzt werde. „Gemessen von einer der entferntesten Stellen, der Jaudstraße, ergeben sich 2,1 Kilometer. Das sind lediglich 200 bis 300 Meter mehr als am äußersten Punkt des Galgenbergs“, rechnet Ettl vor. Allerdings würden dort auch Kinder einsteigen, die weitaus unterhalb der Zwei-Kilometer-Grenze wohnen würden, lediglich einen Kilometer von der Schule entfernt. Ettl untermauert ihren Antrag damit, dass derzeit die Eltern der Galgenberg-Siedlung aufgrund der Länge des Schulwegs und der Gefahrenstellen täglich ihre Kinder zur Schule fahren würden. „Dadurch ist das Verkehrsaufkommen vor den Schulen enorm.“

Stadt wartet Antwort von Behörde und Polizei ab

Wie Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) dazu mitteilt, wurde Anna-Lena Ettls Antrag bereits an die dafür zuständige Behörde, das Mühldorfer Landratsamt, weitergeleitet. Auch die Polizei habe das Schreiben erhalten.

Ähnliche Situation in der Werkssiedlung

„Beide überprüfen, ob es sich bei dem Weg um einen gefährlichen oder einen besonders gefährlichen Schulweg handelt“, so Baumgartner, der ergänzt, dass das Wort „besonders“ entscheidend ist bei der Einstufung des Weges. Entsprechend der Beurteilung werde die Stadt dann entsprechend handeln, so Baumgartner.

Weiteres Schulbusthema im Bauausschuss

Der Antrag ist nicht das einzige Schulbusthema, das die Stadt derzeit beschäftigt. Wenn der Bau- und Umweltausschuss am Mittwoch, 18. Mai, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zusammenkommt, geht es unter anderem um eine Beschwerde und um einen Einspruch zur Errichtung beziehungsweise Verlegung der Bushaltestelle in der Werksstraße. Weiteres Thema ist neben Bauanträgen auch der Antrag zur Errichtung eines „Fitness-Outdoor-Parks für die reifere Generation“, wie es in der Ladung zur Sitzung heißt.

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