Neuer Schwerpunkt: Bayerns Kultur im Mittelpunkt der Erwachsenenbildung von Neumarkt-St. Veit

Ordentlich anpacken, wie beim Maibaumaufstellen, will auch die VHS Neumarkt-St. Veit. Sie geht mit ihrem Herbst-programm in die Offensive, will den Fokus auf den Freistaat Bayern mit seiner Kultur und seinen Bräuchen legen.
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Ordentlich anpacken, wie beim Maibaumaufstellen, will auch die VHS Neumarkt-St. Veit. Sie geht mit ihrem Herbst-programm in die Offensive, will den Fokus auf den Freistaat Bayern mit seiner Kultur und seinen Bräuchen legen.

Loiferl stricken, richtig Schafkopfen, Schweinebraten zaubern oder Bierbrauen: Mit diesem Herbstprogramm will die Neumarkt-St. Veiter Volkshochschule die Leute vom Sofa locken

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – „Wir wollen die Leute vom Sofa runterbringen!“, das klingt bei Brigitte Häglsperger beinahe schon wie eine Kampfansage. Denn Corona hat auch die Erwachsenenbildung in Neumarkt-St. Veit quasi zum Erliegen gebracht. Als wollte sie sagen: „Jetzt erst Recht“, will die Volkshochschule zum Herbstprogramm richtig durchstarten. Und hat Bayern als Themenschwerpunkt gewählt. „Wir wollen die heimischen Themen den Leuten näher bringen!“, erzählt die Leiterin der VHS in Neumarkt-St. Veit, Brigitte Häglsperger.

Lockdown nur wenige Monate nach Neustart

Alles hatte so gut begonnen im vergangenen Jahr, als Sandra Büge zunächst die Nachfolge des langjährigen VHS-Leiters Charly Giesdorf übernommen hatte. Neue Ideen, neue Konzepte, ein deutlich umfangreicheres Programm hatte die Erwachsenenbildung von Neumarkt-St. Veit aufgelegt.

Volkshochschule geht in die richtige Richtung

Ein Umfang, der auch dann beibehalten wurde, nachdem Sandra Büge nach nur wenigen Monaten den Staffelstab an Brigitte Häglsperger übergeben hat. „Wir hatten deutlich mehr Aufmerksamkeit als vorher. Das Interesse der Neumarkter zeigte sich damals bereits am Tag der offenen Tür!“, so Häglsperger. Die Resonanz auch bei der Akzeptanz der Themen habe offenbart, dass die Erwachsenenbildung in Neumarkt-St. Veit in die richtige Richtung zeigt.

Corona lähmt die Erwachsenenbildung in Jahr eins nach der Neuausrichtung

Doch noch ehe das erste Jahr nach dem Neustart vorbei war, kam Corona. Die Sprachkurse lagen auf Eis, die Leinwände blieben leer, der Töpferofen wurde nicht mehr angeheizt. Immerhin: Seit Anfang Juni darf die Erwachsenenbildung wieder schrittweise Kurse anbieten, unter Einhaltung eines entsprechenden, vierseitigen Hygieneschutzkonzeptes, das die VHS Neumarkt-St. Veit auch auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, ist die Teilnahme an verschiedenen Kurse wieder möglich.

„Junge VHS“ ist ein eigenes Themenfeld

Und man hat in den vergangenen Monaten auch nicht die Hände in den Schoß gelegt und fleißig am Herbstprogramm gearbeitet, das sich auf vier Segmente verteilt: Politik und Gesellschaft, Sprachen, Gesundheit sowie Kultur und Gestalten. Als Zuckerl für die Kleinsten gibt es sogar ein eigenes Themenfeld „Junge VHS“, in welchem Strick-, Schnitz- und Malkurse angeboten werden.

Lebensfreude und bayerische Kultur verstärkt in das Bewusstsein der Menschen rücken

Erste Hilfe, Foto-Expeditionen durch Neumarkt oder Nordic-Walking sind obligatorisch in einem VHS-Programmheft. Doch in diesem Jahr setzt die Neumarkter Erwachsenenbildung einen Schwerpunkt: „Unsere bairische Heimat“. Für VHS-Leiterin Brigitte Häglsperger ist es jetzt umso wichtiger, den Leuten zu zeigen, dass die VHS auch nach Corona noch da ist.

Ein durchaus ausbaufähiges Konzept

Mit dem Schwerpunktthema Bayern will sie den Menschen ein Stück davon vermitteln, was wegen der Pandemie aufgrund der großen Einschränkungen auf der Strecke geblieben ist – ein Stück Lebensfreude und Kultur. „Es gab kein Maibaumaufstellen, Starkbierfeste fielen aus, an ein Volksfest war nicht zu denken, gelebtes Brauchtum fand nicht statt.“ Hier will die Volkshochschule Lückenfüller sein, berichtet Häglsperger.

Kulhanek: „Wir sind optimistisch, dass wir das Kursprogramm so durchziehen können!“

„Wir sind im Flow. Ich bin optimistisch, dass wir das Kursprogramm so durchziehen können“, freut sich der Vorsitzende der VHS Neumarkt-St. Veit, Michael Kulhanek, auf einen interessanten Herbst. Man erwarte sich keinen vollen Veranstaltungssaal, habe das Hygienekonzept an die aktuell geltenden Infektionsschutzrichtlinien optimal angepasst, „wir fahren dabei eher mit angezogener Handbremse“. Jetzt hofft Kulhanek, dass das Programm auch wirklich durchgezogen werden kann, obgleich er weiß, dass ein Anstieg an Infektionen dem ganzen ein jähes Ende setzen kann.

Großes Interesse schon jetzt am Herbstprogramm

Man fühle sich aber den Klienten verpflichtet, „die endlich wieder raus und unter die Leute kommen wollen“. Themenschwerpunkte zu setzen, das sei ein Novum in Neumarkt-St. Veit und basiere auf eineIdee von Sandra Büge. „Besonders das Thema Bayern hat enorm viel Potenzial. Das Programm bietet eine große Vielfalt“, findet Kulhanek. Es habe sich bereits rumgesprochen, einige hätten schon Interesse bekundet, „und das, ohne dass wir damit in die Werbung gegangen sind.“ Sollte die Pandemie nicht wieder aufflammen, prognostiziert er einen erfolgreichen Herbst.

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Ein Stück mehr Lebensfreude

Resonanz ist mit Interesse verbunden. Und davon hat auch der Vorsitzende der VHS Neumarkt-St. Veit selbst jede Menge. „Das Thema Bierbrauen ist in Neumarkt-St. Veit ja gerade top aktuell. Ich kann mir schon vorstellen, den Kurs zum Brauen zu besuchen.“ Auch der Vortrag über den Dialekt macht ihn neugierig. „Ein ganz spannendes Thema. Schließlich dürfen auch Dialekte nicht verloren gehen!“ Die VHS biete auf jeden Fall ein absolutes Kontrastprogramm zum Frühjahr, so Kulhanek überzeugt. Und er tut sich leicht mit der Einschätzung: „Im Frühjahr war ja nix!“

Auch ein Progoder plaudert aus dem Nähkästchen

Zum Themenschwerpunkt Bayern finden sich Kurse zum Schafkopfen (6. Oktober) – und zwar speziell für Damen – ebenso wie eine Anleitung dafür, bayerische Impressionen künstlerisch auf Papier zu bringen (26. September). Die Kreisbäuerin Anna Senftl erzählt Wissenswertes über traditionelle Feiertage und ihr Sohn Christian gibt als „Progoder“ (Hochzeitslader) Einblicke rund um Brauchtümer zu bayerischen Hochzeiten (3. Oktober). Man kann einer Hausbrauerin über die Schulter blicken (12. September).

Auch Backkurs für Kiache und Rezept für den besten Schweinebraten im Programm

Und dass es auf der Alm sowieso keine Sünd‘ gibt, das dürfte spätestens am 9. Oktober jeder wissen, der sich im Rahmen eines Vortrags des Kreisheimatpflegers Reinhard Baumgartner dem bairischen Liedgut widmet und dabei dem Wahrheitsgehalt der Lieder auf den Grund geht. 20 Programmpunkte umfasst das Themenfeld, ein Backkurs für Kiache und eine Anleitung für einen richtigen Schweinebraten dürfen da nicht fehlen. Nähere Infos dazu unter Telefon 01 62/18 74 164, E-Mail: info@vhs-neumarkt-st-veit.de.

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