Neuer Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere in den Mooswiesen

Begtuachtung vor Ort, von links:Esther Lindner (LPV), Elisabeth Knapp (LPV), Irmgard Wagner (Bürgermeisterin Zangberg).

Landschaftspflegeverband (LPV) Mühldorf konzipiert Entwicklung und Pflege der Ökokontoflächen der Gemeinde Zangberg

Zangberg– Die Gemeinde Zangberg hat durch die Ausweisung neuer Baugebiete neuen Wohnraum für ihre Einwohner geschaffen. Solche Eingriffe in Natur und Landschaft sind nach dem Bayerisches Naturschutzgesetz auszugleichen, indem an anderer Stelle Flächen ökologisch aufgewertet werden. Die Gemeinde Zangberg hat daher nun mehrere zusammenhängende Flurstücke im Bereich der Mooswiesen südwestlich von Palmberg durch Kauf und Tausch erworben. „Als Ausgleich wollen wir hier nun im Gegenzug der heimischen Tier- und Pflanzenwelt einen Lebensraum geben“, so Bürgermeisterin Irmgard Wagner.

Bevorratung durch Ökokonto

Nicht alle Bereiche der erworbenen Flächen wurden als Ausgleichfläche für die aktuellen Baumaßnahmen benötigt. So soll nun ein großer Teil als Ökokontofläche ausgewiesen werden. Elisabeth Knapp, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Mühldorf (LPV), erklärt dazu: „Über dieses Ökokonto können schon vor einem Eingriff Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf einer Fläche umgesetzt und gesichert werden. Diese können dann bei zukünftigen Eingriffen für den Ausgleich herangezogen und entsprechend abgebucht werden.“ Der Vorteil dieser Bevorratung: die freiwillige Vorleistung wird bis zur Abbuchung ökologisch verzinst, wodurch sich letztendlich der Flächenbedarf für den Ausgleich verringert.

Ökologische Aufwertung

Für den geforderten Ausgleich sind die Ausgleichs- und Ersatzflächen durch landschaftspflegerische und der Natur dienliche Maßnahmen ökologisch aufzuwerten. „Als Mitglied beim Landschaftspflegeverband Mühldorf konnte die Gemeinde diese Aufgabe an den LPV übertragen“, freut sich Bürgermeisterin Wagner. „Hier können wir sicher sein, dass aufgrund der Fachkenntnisse und der engen Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde durch den LPV eine hohe Qualität des ökologischen Ausgleichs erzielt wird und das gewünschte Entwicklungsziel auf der Ökokontofläche schnell erreicht wird.“

Lebensraum für Wiesenbrüter

Bereits im Januar trafen sich Bürgermeisterin Wagner und Georg Obermaier von der Gemeinde Zangberg mit Elisabeth Knapp und Esther Lindner vom LPV zu einem Ortsaugenschein in den Mooswiesen, um Grundlagen und Entwicklungsmöglichkeiten der Ökokontoflächen zu besprechen. Der LPV erstellte daraufhin einen Konzeptentwurf mit Maßnahmenvorschlägen und Berechnungen des Kompensationsumfangs für die jeweiligen Flächen und stellte diese am 18. Februar in der Gemeinderatssitzung vor.

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Der Gemeinderat beschloss die Entwicklung eines artenreichen Grünlandes durch die Ansaat mit gebietsheimischem Saatgut auf der gesamten Fläche sowie die Anlage von drei Wiesenseigen im südlichen Bereich. Durch das Verfüllen eines bestehenden Entwässerungsgrabens innerhalb der Flächen soll eine zusätzliche Durchfeuchtung des Bodens erreicht werden. Vor allem durch die Umwandlung der bisherigen Ackerfläche in extensiv genutztes, artenreiches Grünland, wird ein sehr hoher Kompensationsumfang erzielt. Um die Regionalität des Saatgutes zu gewährleisten, soll dieses vom Wildsaatgutproduzenten Georg Hans aus Obertaufkirchen bezogen werden.

Bürgermeisterin Wagner ist begeistert: „Indem wir die gesamte Fläche als Ökokonto ausweisen, können wir hier einen weitläufigen und damit umso wertvolleren Lebensraum für Wiesenbrüter wie den Kiebitz schaffen. Mit dem Landschaftspflegeverband haben wir bei der Entwicklung der Flächen einen kompetenten Partner an unserer Seite.“

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