Förderverfahren gestartet: Fünf Gemeinden ziehen an einem Strang

Nächste Runde beim Breitbandausbau

Machen gemeinsame Sache in puncto Breitbandausbau, von links: Bürgermeisterin Irmgard Wagner, Bürgermeister Siegfried Schick, VG-Vorsitzender Michael Hausperger, Bürgermeister Alfred Lantenhammer und Siegfried Schollerer, BreitbandNetwork GmbH. Foto rmg
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Machen gemeinsame Sache in puncto Breitbandausbau, von links: Bürgermeisterin Irmgard Wagner, Bürgermeister Siegfried Schick, VG-Vorsitzender Michael Hausperger, Bürgermeister Alfred Lantenhammer und Siegfried Schollerer, BreitbandNetwork GmbH. Foto rmg

Oberbergkirchen - Der Startschuss ist gefallen für die Planungen zum weiteren Breitbandausbau in den Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen. Bei einem gemeinsamen Gespräch einigten sich die Bürgermeister Siegfried Schick aus Lohkirchen, Michael Hausperger aus Oberbergkirchen, Alfred Lantenhammer aus Schönberg und Irmgard Wagner aus Zangberg im Beisein von Siegfried Schollerer von der BreitbandNetwork GmbH und dem Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen, Georg Obermaier, darauf, die als ersten Schritt im Förderverfahren vorgesehene Markterkundung gemeinsam zu starten.

Nachdem die Gemeinde Schönberg zusätzlich mit der Gemeinde Bodenkirchen kooperieren will, beginnen damit fünf Gemeinden das Förderverfahren.

Die BreitbandNetwork GmbH wurde mit der Vorbereitung der Markterkundung beauftragt. Ziel der Markterkundung ist es, herauszufinden, inwieweit Telekommunikationsanbieter bereit sind, eigenwirtschaftlich, also ohne öffentliche Zuschüsse, das Breitbandangebot zu verbessern. Ausgeschlossen ist das keineswegs, da bereits in der letzten Förderperiode bis auf einen Kabelverteiler in Hanging alle Anderen im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft mit Breitbandtechnik ausgerüstet wurden. Der nächste Schritt ist es nun, die Kabelverteiler, soweit nicht schon geschehen mit 50 Megabit pro Sekunde schneller Technik auszustatten. Dies lohnt sich für den Betreiber oftmals auch ohne Zuschüsse.

Erfolgt kein eigenwirtschaftlicher Ausbau, dann können die Gemeinden Fördermittel erhalten. Die Beträge, die hier möglich sind, sind beträchtlich. Den Gemeinden wurden im Juli von Staatsminister Dr. Marcel Huber die Förderhöchstbeträge und die Fördersätze mitgeteilt. So erhält die Gemeinde Schönberg einen Fördersatz von 80 Prozent bei einem Förderhöchstbetrag von 950000 Euro. Durch die angestrebte interkommunale Zusammenarbeit erhöht sich der Förderhöchstbetrag um weitere 50000 Euro. Insgesamt werden für den Breitbandausbau in den vier Gemeinden annähernd vier Millionen Euro zur Verfügung stehen bei einem Eigenanteil der Gemeinden von bis zu 800000 Euro. Welcher Betrag tatsächlich benötigt wird, ist im Moment noch völlig offen. Auch ein Zeitplan steht noch nicht fest.

Siegfried Schollerer machte deutlich, dass beides ganz entscheidend von der angestrebten Lösung abhänge. Werden nur die bestehenden Kabelverteiler aufgerüstet, dann werden die Kosten gering, der damit erzielte Erfolg aber ebenfalls vergleichsweise gering ausfallen. Dies hängt mit der Siedlungsstruktur der Gemeinden zusammen, weil die Wege, die derzeit mit Kupferkabel vom Kabelverteiler bis zu den Häusern überbrückt werden müssen, oftmals sehr lang sind. Durch die hohe Dämpfung im Kupferkabel nimmt die Signalstärke immer weiter ab und nach rund fünf Kilometern ist gänzlich Schluss.

Zwar könnte beispielsweise auf halber Strecke ein neuer Kabelverteiler aufgestellt werden. Kommen anschließend aber nur mehr wenige Anschließer, dann rechnet sich der Ausbau für den Betreiber selbst mit kommunalen Zuschüssen nicht, da die Stromkosten für den DSL-Multiplexer, kurz DSLAM, der an jedem Kabelverteiler nötig ist, sehr hoch sind.

Die Gemeinden werden sich deshalb zwangsläufig mit FTTH (fiper to the home= Glasfaser bis ins Haus) auseinandersetzen müssen, so Schollerer. Die Glasfasertechnik ist zwar in der Investition deutlich teurer, im Unterhalt aber günstiger. Auch die möglichen Bandbreiten sind mit bis zu 100 MBit wesentlich höher. Ein DSLAM schafft maximal 50 Mbit und das nur in unmittelbarer Nähe zum Kabelverteiler. Den Gemeinden stehen also noch schwierige Entscheidungen bevor.

Für die Neubaugebiete komme, so Schollerer, in jedem Fall die Verlegung von Rohrverbünden, sogenannten Speedpiperohren in Betracht. In diesen Rohrverbünden können später Glasfaserkabel eingezogen werden. Aktuell ist dies in der Gemeinde Schönberg mit dem Baugebiet Bondl-Feld und in der Gemeinde Oberbergkirchen mit dem Baugebiet "Am Hang". Falls der Netzbetreiber nicht bereit ist, den Rohrverbund selbst zu verlegen, dann muss die Gemeinde einspringen. Sie kann die Leerrohre später an den Netzbetreiber vermieten. rmg

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