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25 Jahre in Neumarkt gewirkt: Horst Freund hat maroden Gebäuden neues Leben eingehaucht

Der Architekt Horst Freund hat viele historische Gebäude in Neumarkt-St. Veit saniert und so die Erscheinung der Stadt mitgeprägt. Nun ist er verstorben.
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Der Architekt Horst Freund hat viele historische Gebäude in Neumarkt-St. Veit saniert und so die Erscheinung der Stadt mitgeprägt. Nun ist er verstorben.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Schloss Adlstein, Fruhmanhaus, Herzoglicher Kasten und der Kulturbahnhof: Der Architekt hat Sanierung von vier geschichtsträchtigen Häusern geprägt. Jetzt ist er im Alter von 85 Jahren verstorben

Neumarkt-St. Veit – Wegen der Corona-Pandemie wechselte der Stadtrat in den vergangenen Monaten regelmäßig den Tagungsort. Vom Rathaus Schloss Adlstein zum Kulturbahnhof und zuletzt in den Herzoglichen Kasten. Alles Gebäude, deren Sanierung die Handschrift des Münchener Architekten Horst Freund tragen. Im Alter von 85 Jahren ist Horst Freund jetzt gestorben.

Baumgartner spricht von einem „genialen Architekten“

Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner nutzte die jüngste Stadtratssitzung, um das Wirken Freunds in Neumarkt-St. Veit zu würdigen. Baumgartner sprach von einem „genialen Architekten“, der zahlreiche Immobilien in Neumarkt in Schätze verwandelt habe, „wunderbar und auch funktionell überaus sinnvoll sanierte historischen Gebäude“. Insgesamt 25 Jahre seines Lebens habe Horst Freund in Neumarkt-St. Veit gewirkt. Begonnen habe es mit dem Herzoglichen Kasten im Jahre 1985 und geendet habe es mit der Außensanierung des Bahnhofes.

Berichte aus Neumarkt-St. Veit lesen Sie auch auf unserer Themenseite.

Mit dem Herzoglichen Kasten hat alles begonnen

Bis 1989 hatte er sich dem Umbau und der Sanierung des Herzoglichen Kastens gewidmet, der sich als Stadtbibliothek zum beliebten gesellschaftlichen Treffpunkt entwickelt hat. In den Folgejahren, von 1992 bis 1994, widmete sich Freund als Planer dem Umbau des Fruhmannhauses, gleich neben dem Herzoglichen Kasten.

Pflegschloss zum Rathaus umgebaut

In den Jahren von 1999 bis 2001 war es wiederum der Plankreis um Horst Freund, der das Schloss Adlstein zum heutigen Rathaus aus- und umgebaut hat. Und zu guter Letzt war Freund auch noch mit der Sanierung des Bahnhofgebäudes zum „Kulturbahnhof“ betraut worden. Von 2003 bis 2010 zogen sich die Arbeiten hin.

Ein Architekt und Künstler – aber manchmal nicht ganz einfach

„Auch wenn die Zusammenarbeit mit Horst Freund manchmal nicht ganz einfach war, war es doch immer sein Ziel, für das Gebäude das Beste zu geben und auch das Beste zu erreichen“, fand Baumgartner. „Für mich war Horst Freund nicht nur ein ausgezeichneter Architekt, sondern vielmehr ein Künstler – und Künstler brauchen für Ihre Werke viel Zeit!“ Die Stadt habe Horst Freund viel zu verdanken, betonte Baumgartner und er verwies darauf, dass Freund auch in umliegenden Kommunen gewirkt habe.

Auch in Mühldorf Handschrift hinterlassen

So trägt auch die Sanierung von Mühldorfs Korn- und Haberkasten in den Jahren von 1980 bis 1996 seine Handschrift. Von 1990 bis 1993 oblag seinem Planbüro auch die Sanierung des historischen Rathauses in Tittmoning, das 1998 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet worden ist.

Bei der Planung des Olympischen Dorfes in München mitgewirkt

Geboren wurde Horst Freund am 27. Juni 1935. Nach dem Abitur studierte er von 1955 bis 1963 Architektur, anschließend war er im Büro Baumann in Karlsruhe beschäftigt. Im Planungsbüro Heinle/Wischer/Partner wirkte er mit seinem kreativen Schaffen in den Jahren von 1968 bis 1973.

Unter anderem war das Büro mit der Planung des Olympischen Dorfes in München betraut.

Zuletzt in einem Altenheim zur Betreuung

Nach seiner Zeit als freier Architekt (1973 bis 1975) gründete er zusammen mit Gleichgesinnten den „Plankreis“ mit Sitz in München. Horst Freund konnte seinen Ruhestand nicht lange bewusst erleben, erklärte Baumgartner. Er war einige Jahre in einem Altenheim in Betreuung, zuletzt in Karlsruhe in der Nähe seiner Heimat und seiner beiden Schwestern.

Aus Schloss Adlstein wurde zur Jahrtausendwende der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt-St. Veit. Die Sanierung trägt Freuds Handschrift.

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