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Nachruf

40 Jahre lang die Neumarkter Kinder unterrichtet: Ehemaliger Rektor Karl-Heinz Lindner verstorben

Passionierter Lehrer und leidenschaftlicher Bayernfan: So kannte man Karl-Heinz Lindner.
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Passionierter Lehrer und leidenschaftlicher Bayernfan: So kannte man Karl-Heinz Lindner.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Der beliebte Pädagoge Karl-Heinz Lindner stirbt mit 83 Jahren nach einer heimtückischen Krankheit. Er hat das Schulwesen in der Region entscheidend mitgestaltet.

Neumarkt- St. Veit – Vier Jahrzehnte wirkte Karl-Heinz Lindner in seiner Heimatstadt Neumarkt-St. als Pädagoge. Dabei hat er das Schulwesen im nördlichen Teil des Landkreise Mühldorf entscheidend mitgestaltet. Sein Wunsch, eine Realschule in Neumarkt-St. Veit einzurichten wurde schließlich mit der Einführung des M-Zuges mit 10. Klasse zum Teil erreicht. Jetzt ist Karl-Heinz Lindner im Alter von 83 Jahren gestorben.

Aus dem Egerland vertrieben worden

Ursprünglich stammt Karl-Heinz Lindner aus Abertham, Bezirk Karlsbad, im Egerland. Dort erblickte er am 27. Dezember 1938 das Licht der Welt. Er besuchte bereits die zweite Klasse der Bürgerschule, als er mit seiner Mutter und sechs Jahre jüngeren Schwester Donate aus seiner Heimat vertrieben wurde. Der Vater war im Krieg gefallen.

Schilderungen über die Flucht

Drei Tage dauerte die Fahrt im Güterzug, bis die drei mit unzählig anderen Vertriebenen in Rosenheim den Zug verlassen konnten. In seinen Erinnerungen schilderte er den Tag: „Endlich wurden die Wagontüren geöffnet. Es war Sonntag, die Sonne schien und die Glocken läuteten zur Messe.“

Vom Durchgangslager Dachau weiter ins Holzlager Pürten

Vom Durchgangslager Dachau ging es weiter ins Holzlager Pürten mit Besuch der Lagerschule. Aber schon 1947 kam die Familie mit anderen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen nach Neumarkt an der Rott, wo diese auch auf andere Dörfer und Bauernhöfe verteilt wurden. Später bezog die Familie eine Wohnung im Block nahe dem Krankenhaus.

1962 folgte die Hochzeit – mit der Nachbarin

Karl-Heinz Lindner besuchte die Oberrealschule in der Kreisstadt Mühldorf, die er 1959 mit dem Abitur abschloss. Nach sechs Semestern an der Pädagogischen Hochschule in München Pasing kam er bereits 1962 als junger Volksschullehrer nach Niederbayern. In diesem Jahr heiratete er auch seine Ingrid, deren Familie damals nachbarschaftlich im gleichen Block wohnte.

Den Wandel der Volksschule erlebt und mitgeprägt

Bereits ein Jahr später wurde der Junglehrer an die Knabenschule Neumarkt an der Rott versetzt. Dort erlebte er 1969 den Wandel der Volksschule und übernahm von da an die gewissenhafte Führung der Abschlussklassen der Hauptschule. Er war der damaligen Schulleitung bereits eine große Hilfe bei der Aufstellung der Schulbuspläne für die umliegenden Ortschaften und wirkte erfolgreich bei der Erstellung der Stundenpläne mit.

Bereits 1977, als die Klassen noch über mehrere Schulhäuser verteilt waren, fand seine Mitarbeit in der Leitung Anerkennung in der Berufung zum Konrektor.

Vehementer Kämpfer für eine Realschule

Als 1985 die Rektorenstelle neu zu besetzen war, änderte sich für ihn eigentlich wenig, als er diese übertragen erhielt. Von da an war er weiterhin ein vehementer Kämpfer für eine Realschule. Die Ernennung seiner Schule zur Mittelschule mit mittlerem Abschluss in der 10. Klasse war schließlich ein Gewinn für ihn, den Ort und seine Schulen.

Nach 41 Lehrerjahren war dann Schluss

Nach 41 Lehrerjahren ging Karl-Heinz Lindner zum Schuljahresende 2003 in die verdiente Pension. Es war ihm nicht vergönnt, eigene Kinder zu haben, doch um seine Schulkinder kümmerte er sich, als waren sie die eigenen. Lindner hatte auch wenig Zeit für Hobbys. Mit ein paar wenigen Urlaubsreisen, einigen Jahren als Sänger der Chorgemeinschaft und als steter Teilnehmer am Lehrersport mit Kollegen füllte er seine Freizeit. Die große Liebe zur alten Heimat zeigte er in vielen Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Als ihr jahrzehntelanger Ortsvorsitzender organisierte er Feiern und Erinnerungstreffen, wobei die Kultur des Sudetenlandes immer betont wurde. Dekan Franz Holzner lobte den gläubigen Katholiken im Trauergottesdienst auch für seine 37-jährige Mitarbeit im Pfarrgemeinderat, davon 24 Jahre als dessen Vorsitzenden.

Bayernfan fuhr natürlich einen knallroten Wagen

Ansonsten liebte er Fußball – und mit größter Leidenschaft seinen FC Bayern. Sein knallroter Mercedes war ihm wichtig, bis zuletzt, als ihn eine böse Krankheit immer mehr einengte. Die lindernden Medikamente griffen wohl Organe an, was ihn schließlich sehr erschöpfte.

Ehrende Worte von der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Am 10. Februar schloss Karl-Heinz Lindner für immer die Augen. Nach dem Trauergottesdienst in St. Veit sprach Dr. Wolfgang Theissig von der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Kreisgruppe Mühldorf, ehrende Worte an der Urne. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.nz

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