Nachdem auch die letzte Feuerwehrfrau überzeugt war: Ein dickes „Like“ für die Wiesbacher

Als ob es erst gestern gewesen sei, erinnerte sich der „Wiasbegga“ Ehrenkommandant Dionys Kirscher (Bildmitte) mit Johann Durmaier (links) an entscheidende Details des Festes vor 25 Jahren. Becker
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Als ob es erst gestern gewesen sei, erinnerte sich der „Wiasbegga“ Ehrenkommandant Dionys Kirscher (Bildmitte) mit Johann Durmaier (links) an entscheidende Details des Festes vor 25 Jahren. Becker

Wie vor 25 Jahren: Thambacher Feuerwehr steht Pate beim Jubiläum in Wiesbach. Die Feuerwehr lädt dort anlässlich des 125-jährigen Bestehens zum Festwochenende vom 8. bis zum 10. Mai 2020 ein. Doch die Wiesbacher mussten hart verhandeln.

Wiesbach/Neumarkt-St. Veit – Da hat die Wiesbacher Feuerwehr alle Register gezogen: Mit einem großen Aufgebot waren die Floriansjünger am Samstagabend nach Hofthambach gekommen. Der Grund? Sie feiern im nächsten Jahr ein Jubiläum. Und dafür benötigen die Floriansjünger aus dem Nachbarort noch einen Paten.

Beim Zens in Hofthambach schienen die Chancen, einen Göd zu finden, recht gut zu sein. Denn bei ihrer Ankunft fanden die Wiesbacher ein gut gefüllten Gasthof vor. Und es sollte sich tatsächlich herausstellen:

90 Liter Bier zu wenig: Frauen hartnäckig

Nicht nur Bürgermeister Erwin Baumgartner bewies trotz oder gerade wegen der Kissenunterlage beim „Scheitlknian“, dass er genau der Richtige für die Schirmherrschaft des Festes vom 8. bis 10. Mai ist. Mit 90 Litern Graf Arco Bier, das die Männer von Kommandant Gerhard Hagenberger mitgebracht hatten und das sie nach und nach auf dem Scheitel knieend herausrücken mussten, schienen auch die Thambacher Feuerwehrkollegen zufrieden.

Doch deren Frauen erwiesen sich als hartnäckige Verhandlungspartner. Altgediente Feuerwehrkameraden aus Wiesbach holten, demütig gekleidet, die Kohlen aus dem Feuer, indem sie knifflige Fragen von Stadträtin Martina Huber und ihrer Helferinnen tapfer beantworteten.

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Ehrenkommandant Dionys Kirschner brach schließlich erste Brocken aus dem Thambacher Eisberg, indem er sich noch an die Farbe des Dirndls der Patenbraut vor 25 Jahren erinnerte: ohne auch nur eine Sekunde überlegen zu müssen, schoss es aus dem unglücklichen „Fahnenjunker“ des 100-Jährigen, bei dem seinerzeit auch schon die Thambacher der Patenverein waren. „Blau war das Kleid seiner Braut!“

Dass es damals also ein richtig zivilisiertes Fest war, das Hoffnung auf eine würdige Fortsetzung nach bald 25 Jahren macht, hatten die Wiesbacher damit schon einmal unter Beweis gestellt.

Bei immer lustiger werdenden Programmpunkten wuchs die Vorfreude auf das kommende Jubiläum in Wiesbach. Auch die Jüngsten aus beiden Orten waren bis zuletzt schier Feuer und Flamme für die zahlreichen Bühnenarrangements.

Beispielsweise stellten die Wiesbacher die seit jeher enge Verbundenheit der beiden benachbarten Wehren zur Schau, indem sie den Thambachern mit ihrem neuen Löschfahrzeug zur Hilfe eilten, wenn sie denn für die Bedienung ihres alten Schlauchwagens ausfallen sollten.

Ehrenkommandant mit gutem Gedächtnis

Dass es, trotz altem Schlauchwagens, keineswegs schlecht um die Thambacher Wehr bestellt ist, bewiesen die Männer den Vorsitzenden Herrmann Huber im Anschluss.

Ihr hintergründiger Humor ließ den gemeinsamen Abend zu einem guten Vorgeschmack auf ein rauschendes Fest im Mai werden. Die beiden nördlichsten Feuerwehren des Landkreises können sich nun also guten Gewissens ins Zeug legen und das Fest vorbereiten.

Zwischen Inn und Vils darf jede Wehr kommen

„Wir laden aber nicht nur die Feuerwehren des Landkreises ein!“, erklärte der zweite Vorsitzende der Wiesbacher, Wolfgang Kirschner. Vielmehr wollen die Jubilare in den kommenden Wochen und Monaten zwischen Inn und Vils so ziemlich alles eingeladen, was ebenfalls mit Blaulicht fährt.

Geplant sind bereits ein Wein- und Weißbierfest zur Einstimmung am Samstagabend sowie die eigentliche Festivität am Sonntag, an der auch offiziell das neue Löschfahrzeug geweiht werden soll.

Da Patenbraut Marion Eckl und Festmutter Christine Hagenberger nun aber mit der tatkräftigen Unterstützung der Thambacher Patenbraut Claudia Haslbeck mitsamt aller ihrer Feuerwehrkameraden rechnen dürfen, wird wohl auch der dazwischenliegende Samstag mit einem guten, unterhaltsamen Festprogramm für das Publikum gefüllt werden können.

Baumgartner ist sehr dankbar

Der Neumarkt-St. Veiter Bürgermeister Erwin Baumgartner und seine Frau Hilde gelobten, sichtlich erfreut über die positiven Verhandlungsergebnisse, bei Gelegenheit noch eine Altöttinger Wetterkerze anzuzünden, um allen Eventualitäten vorzubeugen.

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