Nach dem Genossenschaftsbrand ist Neumarkt ist Bauschutt Schaufeln angesagt – Kommen jetzt Wohnungen?

Die Aufräumarbeitenhaben begonnen: Was mit der denkmalgeschützten Genossenschaft passiert, ist noch nicht abschließend geklärt. Von Wohnungen ist die Rede. Jaensch

Die Behinderungen an der Altöttinger Straße sollen bald der Vergangenheit angehören: Vier Monate war die Fahrbahn verengt, jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Warum ein Abriss der ausgebrannten Genossenschaft trotzdem nicht in Frage kommt.

Neumarkt-St. Veit – Verkohlte Sparren im freigelegten Dach, zerborstene Fensterscheiben und heruntergefallene Dachschindeln, die den Gehweg säumen: Vier Monate ist es her, dass das Gebäude der ehemaligen Genossenschaft in Neumarkt-St. Veit gebrannt hat. Seitdem säumen Bauzäune das Gelände, versperren den Gehweg, um Fußgänger vor möglicherweise herabfallenden Gebäudeteilen zu schützen.

Bauzaun rückt in Richtung Gehweg

Doch jetzt wird fleißig geschaufelt, Bauschutt beseitigt – das große Aufräumen hat begonnen. Wie dazu Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner auf Nachfrage mitteilt, habe das Landratsamt Mühldorf die Erlaubnis erteilt, Sicherungsmaßnahmen am Gebäude durchzuführen. „Diese Aufräum- und Sicherungsarbeiten haben zum Ziel, dass dann auch endlich der Bauzaun bis zum Gehwegrand zurückversetzt werden kann. Die Altöttinger Straße beziehungsweise die Fahrbahn wird wieder breiter“, informiert Baumgartner. Die Stadt hatte nach dem Brandwegen der Verkehrssicherheit auf eine schnelle Lösunggedrängt, Die Sperrung des Gehweges werde dadurch zwar nicht aufgehoben. Doch gibt es in der Stadt Überlegungen zumindest einen Ersatzweg für die Fußgänger zu schaffen – die aber laut Baumgartner noch nicht zu Ende gedacht seien.

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In der Vergangenheit habe es nach Auskunft Baumgartners Begehungen des denkmalgeschützten Gebäudes gegeben, um die Statik zu überprüfen. Letztlich sei dabei rausgekommen, dass die Genossenschaft wohl erhalten bleiben wird. „Laut Gutachten hat das Gebäude seine Eigenschaft als Denkmal durch den Brand nicht verloren“, weiß Bürgermeister Baumgartner.

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Anwohner hörten lauten Knall

Dies bestätigt auch Joseph Griessl, der als Erbe des verstorbenen Guttenburger Schlossherrn Nico Forster in einer Erbengemeinschaft zusammen mit seinem Bruder Jakob Fischer Eigentümer des Hauses ist. Unmittelbar nach dem Brand hieß es noch, dass man das Gebäude wohl abreißen werde. Jetzt soll ein Notdach erstellt werden, damit im Zuge der weiterführenden auch Arbeiten zur Sicherung der Statik vorgenommen werden können, so Griessl.

Wohnungen oder Verkauf

Was die Zukunft des Gebäudes betrifft, das schon seit Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen war, erläutert Griessl zwei Varianten: „Es kommt entweder eine komplette Umwandlung des Gebäudes in Wohnungen in Frage oder wir stoßen die Immobilie ab.“ Etwas Konkretes vermochte er noch nicht zu sagen, das sei letztlich auch ein Zahlenspiel.

500 000 Euro Sachschaden

Denn der Schaden ist enorm: Auf rund 500 000 Euro Sachschaden hatte die Polizei die Folgen des Brandes vom 7. Juli beziffert. Nach den ersten kriminalpolizeilichen Untersuchungen der Kripo Mühldorf schied ein technischer Defekt als Ursache aus. Die Fahnder gingen von einer Brandstiftung aus. Ergebnsse dazu liegen noch nicht vor.

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