Nach einem Vierteljahrhundert: In Erharting geht 2020 die Ära Georg Kobler geht zu Ende

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Georg Kobler hat seinen Rückzug angekündigt.

Bürgerversammlung in Erharting: Die Gemeinde entwickelt sich weiter, Breitband stärkt die Betriebe und bei der Dorfentwicklung soll geeigneter Wohnraum eine große Rolle spielen. Und Bürgermeister Georg Kobler kündigte seinen Rückzug an.

Erharting – Den Entschluss, bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat anzutreten, teilte Georg Kobler der Gemeinde in der Bürgerversammlung mit. 25 Jahre war der gebürtige Erhartinger Bürgermeister der Gemeinde und hinterlässt seinem Nachfolger einen stabilen und positiven Finanzhaushalt mit Potenzial zu einem gesunden Wachstum. Mit einer modernen Kanalisation, verbesserter Wasserversorgung, Breitbandanschluss und neuen Wohngebieten sei in der Gemeinde eine stabile Basis geschaffen worden, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen, betonte Kobler.

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Georg Wagenbauer, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach, stellte zunächst die finanzielle Situation der Gemeinde dar. Er sprach von einem Haushalt, der 2019 ein Gesamtvolumen von 4 Millionen Euro habe. Die Rücklagen würden auf 400 000 Euro sinken, nachdem eine Entnahme in Höhe von 1,67 Millionen Euro geplant sei.

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Anschließend stellte Georg Kobler die aktuellen Themen vor. So wird die Planung zu den Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Frixing neu überarbeitet. Die Gemeinde fordert, dass die tatsächlichen Gegebenheiten der Landschaft besser berücksichtigt werden sollen, außerdem sollen Starkregenereignisse integriert und die Leistungsfähigkeit des Isenflutkanals wiederhergestellt werden, informierte Kobler.

Tischtennisstunden für Trainingsstunden

Zu Thema „Vermietung und Verpachtung“ hob Kobler hervor, dass nun auch das zweite Obergeschoss des Schulgebäudes vermietet werden konnte. Neben dem Schützenstüberl und dem Versicherungsbüro wird jetzt ein Tischtennisraum für Trainingsstunden eröffnet.

Sanierungsplan für altes Schulhaus

Damit das angrenzende, alte Schulhaus ebenfalls neu genutzt werden kann, wurde der Architekt Josef Angelhuber gebeten, einen Sanierungsplan zu erstellen.

Genehmigt wurde das Urnenfeld im neuen Friedhof. Ein Konzept dazu wird von einem Landschaftsarchitekten erstellt.

Im Rückblick an die 25 Jahre Amtstätigkeit blickte Kobler auf die wichtigsten Erfolge zurück. So sei eine moderne Kanalisation geschaffen worden mit einer Pumpstation zur Kläranlage Mühldorf. Dies habe die Basis dafür geschaffen, dass die Gemeinde die Genehmigung neuer Bebauungsgebiete in der Gemeinde erreicht habe.

Außerdem wurde die interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen forciert, wobei sich ein konstruktives Gemeinschaftsverständnis herausgebildet habe. Der Hochbehälter des Erhartinger Brunnens sei bereits vor geraumer Zeit mit einer Folie ausgekleidet worden, so dass die Anforderungen an Hygiene erfüllt wurden. Gemeindestraßen, sichere Geh- und Fahrradwege wurden gebaut und das Gewerbegebiet Frixing erschlossen, wodurch sich Hermes und Netto in der Gemeinde ansiedeln konnten.

Breitbandanschluss sichert Weiterentwicklung der Betriebe

Zu guter Letzt erwähnte Kobler auch den Breitbandanschluss. Dadurch habe man die Zukunft und die Weiterentwicklung der Betriebe im Dorf gesichert. Besonders gerne erinnerte sich Kobler aber an die vielen Feste im Dorf, „denn eine fröhliche Geselligkeit schafft schließlich den kulturellen Rahmen, der den Charakter eines Dorfes überhaupt ausmacht.

Als Mühldorfs Landrat Georg Huber ans Rednerpult trat bedankte er sich für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Landratsamt und betonte, dass ein gutes Einvernehmen zu mehr Erfolg führt als Streit und Zwistigkeiten. Besonders freute sich Huber über den Neubau der Bäckerei Eicher und auch über das Bemühen, differenzierte Wohnprojekte zu schaffen. „Denn“, so Huber, „die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, prägen das Zusammenleben der Menschen von Morgen. Eine Gemeinschaft braucht jede Altersstufe und viele Meinungen, um sich gesund entwickeln zu können.“

Dorfentwicklung vorantreiben

Alle Erneuerungen im Dorf würdigte auch Stefke, in Vertretung der Organisationsgruppe „Dorfentwicklung“, bestehend aus 14 Mitgliedern, der anschließend dieses Projekt vorstellte. Mit diesem Projekt soll die Entwicklung des Dorfes vorausschauend geplant und gestaltet werden. So möchte sich die Gruppe „Dorfentwicklung“ zum Beispiel Themen widmen, wie die Integration von alten, jungen, behinderten Menschen und Migranten durch geeigneten Wohnraum funktionieren kann, wie man die Versorgung organisiert oder wo man Dorfplätze gestalten könnte, an denen man sich gerne trifft. Stefke betonte abschließend: „Gerne dürfen sich alle Interessenten im Dorf an diesem Projekt beteiligen“. Er lädt alle ein, die Ideen haben oder nur neugierig sind, mitzumachen.

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